Hawaii Lavaströme bedrohen Ortschaft

Alarm in Pahoa auf Hawaii: Ein tausend Grad heißer Lavastrom wälzt sich auf den Ort zu, Bewohner sollen ihre Häuser verlassen.


Lava aus dem Vulkan Kilauea bedroht Häuser in einer entlegenen Ortschaft auf Hawaii. Nach Angaben der Hawaiian Volcano Observatory fließt mehr als tausend Grad heiße Lava in drei Strömen gemächlich in Richtung des Ortes Pahoa; 800 Meter trennen sie noch von der Hauptstraße. Gerade habe die Lava einen Friedhof geflutet, wo sie nun zu einer dicken Gesteinsdecke erstarre.

Die Behörden gaben eine Evakuierungswarnung heraus, wie der Sender Hawaii Public Radio berichtete. Dutzende Bewohner wurden aufgefordert, sich bereitzuhalten, ihre Häuser in den kommenden Tagen zu verlassen. Der Kilauea im 50. US-Bundesstaat ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Er liegt auf Big Island im Nationalpark.

Der Lavafluss in diese Richtung begann im Juni. Er hat sich offenbar beschleunigt. Seit Samstag sei er mehr als 200 Meter vorangekommen.

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Unaufhaltsame Urgewalt: Lavastrom in der Landschaft
Lava ist der Baustoff Hawaiis - die Inseln bestehen aus Vulkangestein. Der Kilauea erhebt sich fast 6800 Meter über den Ozeanboden, aus dem er vor rund 200.000 Jahren geboren wurde und seither emporwächst. Vor etwa 50.000 Jahren durchbrach der Vulkan den Meeresspiegel.

Schon die ersten Siedler wurden vermutlich mit heftigen Ausbrüchen empfangen, glauben Geologen. Denn just vor 800 Jahren, als Menschen aus der Südsee mit Booten auf Hawaii eintrafen, wälzten sich jahrelang gewaltige Mengen Lava vom Kilauea ins Meer, wie Forscher aus der Datierung des Vulkangesteins wissen.

Der aktuelle Lavafluss ist Teil eines Ausbruchs des Kilauea, der schon 30 Jahre dauert - kontinuierlich steigt Magma aus der Tiefe, es füllt Klüfte und Schlote im Gestein. Ein Großteil der Lava fließt zischend ins Meer. Dort versteinert sie - und vergrößert den Inselsockel von Hawaii.

Die Strände von Hawaii glitzern schwarz, ihr Sand besteht aus den Trümmern der Lava, die sich dort seit Jahrmillionen aus dem Bauch der Erde ergießt. Das Meer brandet auf die erkaltende Lava und lässt sie splittern.

boj/dpa



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insgesamt 2 Beiträge
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brucho 27.10.2014
1. Schade
Es ist oder war ein sehr schöner Ort
tutnet 28.10.2014
2. Mit 16km/h wird der Lavafluß
im Video immer noch fslsch angegeben. Es sollte vermutlich 16m/h heißen. Big Island ist 100km x 150km groß, bei 16km/h wäre die Insel in 8 Stunden platt, wenn nicht in der Mitte zwei Viertausender (Mauna Kea und Mauna Loa) den Weg versperren würden. Der Kilauea ergießt seine Lava seit vielen Jahren im Schneckentempo. Der Vulcano National Parc ist ein Tagesausflug aus der Touristikregion Kailua/Kona. Man kann Lava hautnah erleben, völlig gefahrlos.
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