Satellitenbild der Woche Das wird eng!

Ein Geothermiekraftwerk nutzt die Kräfte aus dem Inneren der Erde. Doch manchmal werden diese für die Anlagen auch zur Gefahr, wie ein Satellitenbild von Hawaii eindrücklich zeigt.

Geothermiekraftwerk "Puna Geothermal Venture" mit Lavaflüssen
AP/ Digital Globe

Geothermiekraftwerk "Puna Geothermal Venture" mit Lavaflüssen


Das feurige Schauspiel begann Anfang Mai. Seitdem speit der Vulkan Kilauea auf der zu Hawaii gehörenden Insel Big Island Lava. Einerseits war das keine große Überraschung, schließlich handelt es sich um einen der aktivsten Vulkane der Erde. Andererseits rumort der Berg aktuell so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Geschmolzenes Gestein gelangt aus dem Krater ins Freie, es fließt vor allem aber durch rund zwei Dutzend Erdspalten nach Süden, in den Pazifischen Ozean.

Ende vergangener Woche bedrohten die Lavaflüsse auch ein Geothermiekraftwerk an der Südküste der Insel. Ein aktuelles Satellitenbild des Betreibers "Digital Globe" zeigt, wie die Lava auf das Kraftwerk "Puna Geothermal Venture" vorrückt. In der 38-Megawatt-Anlage wird immerhin ein Viertel der Elektroenergie von Big Island erzeugt, die dann von der Hawaii Electric Light Company an die Bewohner verkauft wird.

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Mehrere Bohrungen führen zwischen 1800 und 2400 Meter tief in den Boden. Mit ihrer Hilfe werden heißes Wasser und Dampf an die Oberfläche befördert. Der Dampf treibt den Generator des Kraftwerks an. Normalerweise jedenfalls. Denn seit der Kilauea wieder aktiv ist, steht die Anlage still, die Bohrlöcher wurden mit kaltem Wasser gekühlt, mit Schlamm und schließlich auch mit Metalldeckeln verschlossen - damit keine giftigen Gase entweichen können.

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Die Kräfte aus dem Untergrund, denen das Kraftwerk seine Existenz verdankt, sind zu einer existenziellen Bedrohung geworden. Doch zuletzt bestand immerhin Hoffnung: Die Lavaflüsse, so erklärte eine Mitarbeiterin des Geologischen Dienstes der USA, seien so verlaufen, dass das Material aus dem am nächsten zum Kraftwerk gelegenen Riss eine Art Wand bildete. Diese schirme die Anlage gewissermaßen von weiteren Bedrohungen ab.

Auf dem Kraftwerksgelände lagerten größere Mengen der Chemikalie Pentan. Diese Substanz wird für einen zweiten Kreislauf zur Energieerzeugung verwendet. Mit dem noch immer vergleichsweise heißen Dampf, der aus der ersten Turbine kommt, wird die organische Verbindung erhitzt. Das Pentan verdampft früher, als es Wasser tun würde - und kann eine zweite Turbine in Gang setzen. In der vergangenen Woche wurden vorsorglich 200.000 Liter Pentan vom Kraftwerksgelände entfernt, ebenfalls aus Angst vor der Gefahr aus dem Untergrund.

chs

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