Schädling aus Amerika Heerwurm bedroht Maisernten in Afrika

Der Heerwurm bedroht die Versorgung mit Nahrungsmitteln im südlichen Afrika. Die Welternährungsorganisation berief eine Krisensitzung ein. Schon bald könnte sich der Schädling bis nach Mitteleuropa ausbreiten.

CABI/DPA

Der Herbst-Heerwurm ist zwei Zentimeter lang - und bedroht die Ernte im südlichen Afrika: Die Welternährungsorganisation FAO hat deshalb eine Krisensitzung mit 16 afrikanischen Ländern einberufen. Bis Donnerstag soll eine Strategie im Kampf gegen die Raupe entwickelt werden.

"Was uns besonders beunruhigt, ist, dass die Hauptproduzenten von Mais betroffen sind", sagte sagte David Phiri, der Koordinator der Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) für das südliche Afrika. Wenn sich der Herbst-Heerwurm weiter so schnell ausbreite, sei bald die Versorgungssicherheit gefährdet.

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Heerwurm: Gefräßiger Schädling mit Vorliebe für Mais

Der Herbst-Heerwurm (Spodoptera frugiperda) befällt vor allem Mais, das wichtigste Grundnahrungsmittel der Region. Aber auch Hirse, Sojabohnen, Erdnüsse und Kartoffeln sind betroffen. Alle Bemühungen, den Wurm zu bekämpfen, waren bisher vergeblich. Er breitet sich immer weiter aus.

In Sambia sind bereits 130.000 Hektar Mais betroffen, in Simbabwe neun von zehn Provinzen. Auch in Südafrika, dem größten Maisproduzenten der Region, ist die Raupenplage inzwischen nachgewiesen worden. Die Region kämpft schon jetzt mit einer der schlimmsten Dürren seit drei Jahrzehnten, warnen die Vereinten Nationen.

Heerwurm kommt aus Amerika

Der Herbst-Heerwurm richtet auf dem amerikanischen Kontinent seit Jahrzehnten große Schäden an. "Wir können ihn nicht vernichten", sagte Phiri. "Aber wir müssen einen Plan entwickeln, mit ihm umzugehen."

Wissenschaftler vermuten, dass der Schädling 2016 versehentlich mit Flugzeugen nach Westafrika gelangte. Aus den Raupen werden Eulenfalter, die sich bei günstigem Wind rasch über Hunderte Kilometer verbreiten können und bis zu 1000 Eier legen.

Experten warnen, dass sich die Art schon bald von Afrika bis in den europäischen Mittelmeerraum verbreiten könnte. "Es wird wahrscheinlich dazu kommen, und wir können den Heerwurm nicht ausrotten", sagte kürzlich Matthew Cock, der leitende Forscher des Zentrums für Landwirtschaft und Biowissenschaften (CABI) im englischen Egham.

sep/dpa/AP



insgesamt 43 Beiträge
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ludgermoritzer 14.02.2017
1. Diesen Wurm...
Gibt es wahrscheinlich laenger als es die Menschen gibt. Und dass er sich jetzt weiter ausbreiten wird, liegt es an wem, dem Menschen. Er ist doch in guter Gesellschaft mit anderen Lebewesen, die der Menschheit auf kurz oder lang sagen, eih wir haben hier das sagen
darthmax 14.02.2017
2. Wenn nicht den Wurm
dann eben den Falter mit der chem. Keule killen. Andererseits, den Bio / Gülle Bauernkraftwerken egal und beim Bio Diesel auch.
kalsu 14.02.2017
3. Kommt aus Amerika, der Wurm
Man könnte ja ein Dekret erlassen, dem es allen Heerwürmen verbietet, in die EU einzureisen.
Grummelchen321 14.02.2017
4. Da
kann man wie bei den meisten Fluginsekten wohl nur mit Pheromonfallen arbeiten bevor es zur Paarung kommt.Damit wäre es wenigstens möglich die plage einzudämmen.
Rainee 14.02.2017
5. ohgott!
Die sehen fast so aus, wie die Viecher auf meinem Buchsbaum. Der Baum war nach 6 Wochen komplett aufgefressen.
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