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Heißes Dreivierteljahr: Meteorologen messen Hitze-Weltrekord

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Das vergangene Dreivierteljahr war das wärmste seit Beginn der Messungen. Nun spekulieren Klimaforscher, ob 2010 ein neues Rekordjahr wird. Doch eine drastische Abkühlung des Pazifiks hat den Trend umgekehrt - Meteorologen sagen Wetterkapriolen voraus.

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DDP

Sonne über Erfurt: 2010 war auch in Deutschland ungewöhnlich warm

Gebannt blicken Klimaforscher auf die Welttemperatur-Kurve: Sie eilt von Rekord zu Rekord. Seit Beginn der systematischen Temperaturmessungen vor 130 Jahren war es in noch keinem Jahr so warm wie von Januar bis September 2010. Das zeigen die neuesten Daten der US-Wetterbehörde NOAA:

  • Die globale Durchschnittstemperatur von Januar bis September betrug 14,75 Grad - 0,65 Grad mehr als der Mittelwert des 20. Jahrhunderts. Das bedeutet einen Rekord, zusammen mit dem Jahr 1998.
  • Die Nordhalbkugel war sogar 0,75 Grad wärmer als üblich - ebenfalls ein Rekord.
  • Betrachtet man nur das globale Festland, war das zurückliegende Dreivierteljahr das zweitwärmste nach 2007. Bewertet man nur die Wasserflächen, war das erste Dreivierteljahr 1998 wärmer. Kombiniert ergibt sich für die gesamte Erdoberfläche jedoch der neue Höchstwert.

Außenstehenden mag es bizarr erscheinen, Klimaforscher aber verfolgen die Entwicklung der Welttemperatur nicht nur mit Sorge, sondern durchaus mit sportlichem Ehrgeiz: Sie wetten auf die weitere Entwicklung. In Blogs und auf Tagungen spekulieren sie auf Rekorde: Erreicht die Kurve ein historisches Maximum? Wird 2010 das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen?

Bislang sah es danach aus. Von Monat zu Monat meldeten Meteorologen neue Höchstwerte. Doch nun scheint das globale Wetter umzuschwenken. Im Pazifik ist das Wetterphänomen La Niña aufgezogen: Vor allem in den Tropen gelangte kühles Wasser an die Oberfläche, es sorgt weltweit für Abkühlung. Inzwischen ist fast der gesamte Pazifik an seiner Oberfläche kühler als normalerweise; in den Tropen hat sich das Wasser sogar um bis zu zwei Grad unter Normal abgekühlt, berichtet die NOAA.

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Klimaerwärmung: Neue Daten zeigen Rekordwerte
La Niña ist die Reaktion auf das Wetterphänomen El Niño, das alle paar Jahre für ungewöhnlich warmes Wasser im tropischen Pazifik sorgt: El Niño trieb die Temperaturen in diesem Jahr auf Rekordniveau. Das Phänomen habe sich seit den neunziger Jahren verstärkt und habe wesentlich zur Klimaerwärmung im Pazifikraum beigetragen, berichteten Forscher jüngst in einer Studie im Fachmagazin "Geophysical Research Letters".

Knappes Rennen um die Spitzenposition

Auf die Hitze folgt die Kühle von La Niña. Wie stark sie ausfällt, lässt sich jedoch kaum vorhersagen. Bis zum Frühjahr werde sich die pazifische Abkühlung vermutlich kontinuierlich verstärken, prognostizieren NOAA und die Uno-Wetterbehörde WMO. Neue Daten belegen den Trend: Der September war weltweit lediglich der achtwärmste seit Beginn der Messungen - nach all den Rekordmonaten zuvor ein deutlicher Abstieg.

Auch in Deutschland fiel der September kühl aus. Hier lag die Temperatur knapp ein Grad niedriger als normalerweise; besonders der Süden und Osten des Landes erlebten ungewöhnliche Frische. Zudem fiel in Deutschland mehr Regen als üblich.

Den Prognosen von WMO und NOAA zufolge wird die Lufttemperatur im weltweiten Durchschnitt in den nächsten Monaten weiter fallen. Neuerliche Höchstwerte sind demnach unwahrscheinlich - dass 2010 ein neues Rekordjahr wird, erscheint kaum mehr möglich.

Vielmehr wird La Niña für Wetterkapriolen in weiten Teilen der Welt sorgen, sagen Meteorologen der WMO voraus: Deutlich mehr Niederschlag sei in Indonesien, den Philippinen, im Norden Südamerikas und im Süden Afrikas zu erwarten. Ungewöhnliche Dürre hingegen drohe in den nächsten Monaten in Equador, Peru und im Osten Zentralafrikas.

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insgesamt 531 Beiträge
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1. Gähn
sozialer Bürger 19.10.2010
Wen wollen die den verarschen. Hatten die ihre Messgeräte in Afrika aufgebaut??
2. Dreivierteljahr
nepo77 19.10.2010
"Dreivierteljahr" genial. Lassen wir doch mal die kältesten Monate aus der Statistik, dann wirds richtig warm aussehen. Der Trend ist übrigens schon seit 2008 unterbrochen.
3. .
HAL3000 19.10.2010
Ja, aber wenn man die Daten statt auf 9 auf 8 Monate begrenzt, nur jeden Donnerstag zwischen 09:35h und 11:22h zu Grunde legt, DANN handelt es sich auch noch um den grössten Temperaturanstieg westlich des Jupiters... Will sagen: Bereuet, das Ende ist nah...
4. ???
birddog 19.10.2010
Zitat von sozialer BürgerWen wollen die den verarschen. Hatten die ihre Messgeräte in Afrika aufgebaut??
Was will er uns damit sagen?
5. .
BeitragszahlerwiderWillen, 19.10.2010
völliger Blödsinn. Jeder weiß, daß dieses Jahr eines der kältesten war, die es je gab! Frost und Schneetreiben bis Ende April, neuer Frost ab Ende Speptember! So lange mußte ich noch nie Winterreifen benutzen, manche Jahre brauchte ich sie fast gar nicht! Dazu der höchste Verbrauch für die Heizung, den ich je hatte. Wir waren eigentlich bis auf ein paar warme Tage im Juli das ganze Jahr nur am frieren...
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Die weltweit wärmsten Jahre seit 1880
Rang Jahr Abweichung vom globalen Durchschnitt
1 2005 0,62 Grad
2 1998 0,60 Grad
3 2003 0,58 Grad
4 2002 0,57 Grad
5 2009 0,56 Grad
5 2006 0,56 Grad
7 2007 0,55 Grad
8 2004 0,54 Grad
9 2001 0,52 Grad
10 2008 0,48 Grad
10 1997 0,48 Grad
Quelle: National Climatic Data Center (Stand Jan. 2010)


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