Heißes erstes Halbjahr Wetterforscher messen Weltrekord-Hitze

So ein heißes erstes Halbjahr haben Wetterforscher noch nie verzeichnet: US-Wissenschaftler melden globale Rekordtemperaturen - vor allem im Juni war es überdurchschnittlich warm. SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Weltregionen es besonders traf und wie die Langfristtrends aussehen.

Hitze in Tel Aviv: Global war es so warm wie seit Beginn der Aufzeichnungen nicht
AP

Hitze in Tel Aviv: Global war es so warm wie seit Beginn der Aufzeichnungen nicht


Washington/Hamburg - Nicht nur in Deutschland war es in den vergangenen Wochen ungewöhnlich heiß - auf dem gesamten Globus war es wärmer als sonst zu dieser Jahreszeit. Das belegen jetzt die neuesten Daten des US-Wetterdiensts NOAA.

Das erste Halbjahr 2010 war den Angaben zufolge weltweit das wärmste seit Beginn der Messungen vor 130 Jahren. Im Detail:

  • Die weltweite Durchschnittstemperatur von Januar bis Juni lag bei 14,2 Grad Celsius - 0,7 Grad mehr als das langjährige Mittel im 20. Jahrhundert, das ist Rekord.
  • Betrachtet man nur die Landmassen, war eigentlich das erste Halbjahr 2007 wärmer. Bewertet man nur die Wasserflächen, war das erste Halbjahr 1998 wärmer. Kombiniert man aber beides und betrachtet die gesamte Erdoberfläche, bricht das erste Halbjahr 2010 alle Rekorde.
  • Bisher gab es kein Jahr, in dem so viele Temperatur-Rekordmonate aufeinander folgten. Denn auch der Juni war nach den Angaben der US-Klimaforscher weltweit der heißeste Juni in der Messungsgeschichte - und damit wurde nun schon den vierten Monat in Folge ein historischer Temperaturrekord gebrochen.

Der Juni war außerdem der 304. Monat in Folge, der wärmer ausfiel als der jeweilige langfristige Mittelwert im 20. Jahrhundert. Der letzte Monat mit kühleren Temperaturen als im Schnitt, war den Forschern zufolge der Februar 1985. Alle Top-Ten-Jahre der Aufzeichnungsgeschichte lagen in den vergangenen 15 Jahren - die Grafiken belegen den langfristigen Trend:

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Januar bis Juni 2010: Wärmer als je zuvor
Im Detail sah es im Juni so aus:

  • 16,2 Grad Celsius wurden im Juni global an Land und See im Schnitt gemessen, deutlich mehr als das langjährige Juni-Mittel im 20. Jahrhundert von 15,5 Grad. Das sind 0,7 Grad Unterschied.
  • Betrachtet man nur die Landflächen, waren es sogar 1,1 Grad mehr als der Mittelwert im 20. Jahrhundert von 13,3 Grad Celsius - und 0,1 Grad mehr als im bisherigen Rekord-Juni 2005. Besonders warm war es in großen Teilen der USA, dem Osten und Westen Asiens und Peru - eher kalt dagegen in Skandinavien, Spanien, im Süden Chinas und dem Nordwesten der USA. Dort war der Juni kühler als normal.
  • Betrachtet man die Wasserflächen, sind es 0,5 Grad mehr als der Vergleichswert von 16,4 Grad. Nur dreimal gab es seit Aufzeichnungsbeginn höhere Juni-Werte. Besonders aufgeheitzt hat sich der Atlantik.

Die hohen Temperaturen hatten drastische Folgen:

  • Nach NOAA-Angaben bedeckte das Eis in der Arktis im Juni nur eine Fläche von 10,9 Millionen Quadratkilometern - ebenfalls ein Rekord. Es ist der niedrigste Wert zu diesem Zeitpunkt des Jahres seit Beginn der Messungen 1979 und er liegt 10,6 Prozent unter dem Durchschnitt von 1979 bis 2000. Anders dagegen übrigens die Lage in der Antarktis - ihre Fläche war im Juni 8,3 Prozent größer als im Schnitt von 1979 bis 2000, ebenfalls ein Juni-Rekord.
  • Großbritannien hatte den trockensten Juni seit 1929 (362,5 Millimeter Regen in diesem Jahr, Langfristmittel: 511,7 Millimeter), Australien den vierttrockensten.

Dass der globale Trend nicht immer für jede Region gelten muss, hat in Deutschland der Frühling gezeigt. Der Mai war hierzulande der kühlste seit 1991 und damit einer der kältesten seit Beginn der Messungen. Global jedoch brach der Mai alle Hitzerekorde - er war um 0,7 Grad Celsius wärmer als in den 130 Jahren zuvor.

Ob ein Temperatur-Rekordjahr bevorsteht, wagen die US-Klimaforscher noch nicht vorherzusagen. Denn in den kommenden Monaten könnte das pazifische Wetterphänomen La Niña (mehr auf Wikipedia...) Abkühlung bringen.

cib/plö/apn

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 998 Beiträge
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Seite 1
haltetdendieb 16.07.2010
1. Das wird die Grönländer erfreuen...
...ich liebe auch warme Sommer! Und kalte Winter! Aber wie gesagt, die Grönländer freuen sich, endlich unabhängig von Dänemark zu werden.
Zweiundvierzig, 16.07.2010
2. Sauregurken-katastrophen-parole!
Und wir haben ja gar nicht gefroren in diesem Winter Kaum ist es mal Sommer, ist der Winter schon total vergessen! Jetzt ist genau der Moment den man braucht um die nächste "Sauregurken-katastrophen-parole" zu verbreiten! Solange die Wetterfrösche nicht wieder alle 6000 Messpunkte (von 1970) nutzen sondern nur auf ihre reduzierten 1500 ( seit den 90.er Jahren)wärmsten Plätzchen gucken, glaube ich denen sowieso nichts mehr!
karsten112 16.07.2010
3. Der Durchschnitt
Es wäre auch mal schön zu erfahren wie denn die "Wetterforscher" die weltweite Durchschnittstemperatur ermitteln? Und in welchen Zeiträumen! Es ist halt mal wärmer, dann mal wieder kälter auf der Erde. So war es die letzten 5 mrd. Jahre. Ganz so wie es der Sonne beliebte. Es wird langsam mal Zeit das sich die ganzen "Forscher" mal um die wirklichen Umweltprobleme dieser Erfde kümmern und nicht nur willfährig Steuer,- und Forschungsgelder einsacken. Ein Thermometer kann jeder Idiot ablesen und das es draußen warm oder kalt ist sollte auch jeder selbst festellen können. Wer dennoch glaubt das die kleinen Tmeperaturunterschiede vom CO² des Menschen herrühren, der sollte seinen Glauben weiterhin in der Church of Climatology praktizieren aber aufhören zu versuchen die anderen missionieren und zu belästigen.
Maschinchen, 16.07.2010
4. Quelle bitte
Zitat von karsten112Es wäre auch mal schön zu erfahren wie denn die "Wetterforscher" die weltweite Durchschnittstemperatur ermitteln? Und in welchen Zeiträumen! Es ist halt mal wärmer, dann mal wieder kälter auf der Erde. So war es die letzten 5 mrd. Jahre. Ganz so wie es der Sonne beliebte. Es wird langsam mal Zeit das sich die ganzen "Forscher" mal um die wirklichen Umweltprobleme dieser Erfde kümmern und nicht nur willfährig Steuer,- und Forschungsgelder einsacken. Ein Thermometer kann jeder Idiot ablesen und das es draußen warm oder kalt ist sollte auch jeder selbst festellen können. Wer dennoch glaubt das die kleinen Tmeperaturunterschiede vom CO² des Menschen herrühren, der sollte seinen Glauben weiterhin in der Church of Climatology praktizieren aber aufhören zu versuchen die anderen missionieren und zu belästigen.
Meinen Sie also, die Sonne sei für die rezente Erwärmung verantwortlich? Quelle?
Klo, 16.07.2010
5. ...
Zitat von sysopSo ein heißes erstes Halbjahr haben Wetterforscher noch nie gemessen: US-Wissenschaftler melden globale Rekordtemperaturen -*vor allem im Juni war es überdurchschnittlich warm. SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Weltregionen es besonders traf*und wie die Langfristtrends aussehen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,706811,00.html
Es kommt, was zu erwarten war. Aber auch diesmal werden die Temperaturrekorde von den Ahnungslosen wieder nicht wahrgenommen und wegdiskutiert werden. Schließlich gabs im Flecken Calvörde am 15 April noch Schnee. Der Winter muß also global ziemlich kalt gewesen sein. Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass dergleichen spätestens nach 5 Postings in diesem Forum auftauchen wird.
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