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Helfer aus dem Tierreich Riech die Bombe, Ratte!

Tiere: Supernasen helfen Menschen
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REUTERS

5. Teil: Die Schimmelschnüffler

Wer an Schweden denkt, dem kommen neben der Königsfamilie und Knäckebrot vor allem rote Holzhäuser in den Sinn. Für Urlauber verkörpern sie Idylle und Ruhe, für ihre Bewohner werden sie allerdings mitunter zum Problem. Das feuchte Klima lässt Schimmelpilze und Holz fressende Mikroben gedeihen, die sich unbemerkt an der Bausubstanz zu schaffen machen. Das brachte einen schwedischen Hundetrainer vor mehr als 20 Jahren auf eine Idee: Er schulte seine Tiere darauf, die Schädlinge anhand ihrer Gerüche zu erkennen.

Die Methode bewährte sich, bald wurden die Spürhunde auch in Deutschland eingesetzt. Heute gibt es in fast jeder deutschen Großstadt einen Schimmelsucher, zwei von ihnen hat der österreichische Hundetrainer Seppi Niederl ausgebildet. "Im Prinzip kann man Hunde auf jeden Geruch konditionieren", sagt Niederl. "Wichtig ist nur, dass der Hund einen ungewöhnlich hohen Spiel- und Beutetrieb hat." Bevor sich der Österreicher 2003 selbstständig machte, trainierte er Drogenspürhunde für die Zollwache. Heute nutzt er sein Wissen, um Hunde auf 15 verschiedene Schimmelarten anzusetzen. Die Ausbildung ist ähnlich.

"Der Hund muss verrückt auf sein Spielzeug sein", sagt Niederl. Dieses werde mit einem Geruch verbunden, zum Beispiel dem Duft von Kokain, Tabak, aber auch von Schimmel. Dann folgen immer kniffligere Versteckspiele. Während der Hund am Anfang noch sieht, wo er sein Spielzeug finden kann, muss er es am Ende nur noch anhand des Dufts erkennen. Auch bei ihren Arbeitseinsätzen glauben Spürhunde, auf der Suche nach ihrem Spielzeug zu sein - und werden bei Entdeckungen mit ihm belohnt. Drei Monate dauert die Ausbildung eines erwachsenen Hundes, 30.000 Euro kostet ein solches Tier in Österreich.

Schimmelherde sind in Wohnungen häufig nicht direkt zu entdeckten. Sie wuchern unter der Tapete, hinter dem Wandschrank oder in den Fugen des Parketts. Verräterisch ist nur ihr Geruch, Schimmelpilze geben flüchtige organische Substanzen in die Luft ab, die der Menschen als modrig empfindet. Noch lange bevor Menschen die Duftmoleküle allerdings wahrnehmen können, kann sie ein Spürhund orten: Bereits bei 10 Schimmelmolekülen unter einer Milliarde Teilchen hebt das Tier die Pfote.

Wird ein Schimmelhund fündig, müssen weitere Untersuchungen folgen. Der Hund kann zwar - bei guter Ausbildung mit bis zu hundertprozentiger Sicherheit - zeigen, wo ein Schimmelherd sitzt. Um aber herauszufinden, um welche Schimmelart es sich handelt und wie stark die Verschmutzung ist, müssen Proben der Schimmelstelle im Labor untersucht werden, heißt es in einem Leitfaden des Umweltbundesamtes. Erst dann sollten die Wohnungsbesitzer mit der Sanierung beginnen.

In den USA erobern zunehmend Bettwanzen die Wohnungen. Für den Menschen kaum sichtbar, leben die Wanzen versteckt in Sofaritzen und Parkettspalten, nur zum Blutsaugen huschen sie für kurze Zeit aus ihren Höhlen. Muss ein Kammerjäger einen großen Raum nach den Plagegeistern absuchen, braucht er ein bis zwei Stunden Zeit. Der Labrador Russ schafft dasselbe in drei bis fünf Minuten, schreibt die US-Lokalzeitung "Daily Inter Lake". Seine Besitzerin hat den ehemaligen Schimmelsucher auf Wanzen umgeschult.

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insgesamt 9 Beiträge
Kopflaus 03.10.2010
Dass Tiere Vibrationen des Erdbodens wahrnehmen, die Erdbeben ankündigen, erschein mir vorstellbar. Aber dass sie wissen, dass ein Erdbeben zu einer Flutwelle führen könnte und entsprechend den Kustenbereich verlassen - eher [...]
Dass Tiere Vibrationen des Erdbodens wahrnehmen, die Erdbeben ankündigen, erschein mir vorstellbar. Aber dass sie wissen, dass ein Erdbeben zu einer Flutwelle führen könnte und entsprechend den Kustenbereich verlassen - eher nicht.
sigmaplus 03.10.2010
Am Wochenende dürfen bei SPON auch mal die Praktikanten ran. Das ist toll ! Unterschrift zu Bild Nr.2 : "Alleine im Jahr 2009 hat die Organisation Apopo mithilfe der Tiere 169 Mienen gefunden und entschärft." [...]
Am Wochenende dürfen bei SPON auch mal die Praktikanten ran. Das ist toll ! Unterschrift zu Bild Nr.2 : "Alleine im Jahr 2009 hat die Organisation Apopo mithilfe der Tiere 169 Mienen gefunden und entschärft." Gute Mine zum bösen Artikel ;)
devilinchen 03.10.2010
Mir ist zwar nicht ganz klar, was man bei diesem durchaus interessanten Artikel jetzt diskutieren soll, aber wir können ja mal eine Gedenkminute für alle im Krieg gefallenen Tiere einlegen. Am 4. Oktober ist ja auch [...]
Mir ist zwar nicht ganz klar, was man bei diesem durchaus interessanten Artikel jetzt diskutieren soll, aber wir können ja mal eine Gedenkminute für alle im Krieg gefallenen Tiere einlegen. Am 4. Oktober ist ja auch Welttierschutztag. Da gab´s 2006/ 2007 eine tolle Ausstellung "The animals´ war" im Imperial War Museum London. http://london.iwm.org.uk/upload/package/74/AnimalsWar/exhibition/index.htm (Links kann man die einzelnen Bereiche anklicken) Man denke z.B. an die Kriegspferde im Ersten Weltkrieg, die ja wie ihre "Soldatenherrchen" oft schwer verwundet wurden und dann von eigenen Sanitärtierärzten versorgt wurden. Man denke an die vielen Hunde, die von den Amis in Vietnam einfach zurückgelassen wurden und ihrem Schicksal überlassen wurden. Schäferhunde und Tauben waren oft Nachrichtenboten.
sapere_aude! 03.10.2010
Sorry, aber uraltes Thema, genau genommen schon seit der Antike, und auch nicht gerade spannend/umfassend aufbereitet. Bei all den Lobhymnen auf die Helferlein, sollte nicht vergessen werden, wie sehr abgerichtete Tiere im Krieg [...]
Sorry, aber uraltes Thema, genau genommen schon seit der Antike, und auch nicht gerade spannend/umfassend aufbereitet. Bei all den Lobhymnen auf die Helferlein, sollte nicht vergessen werden, wie sehr abgerichtete Tiere im Krieg auch missbraucht/bewusst getötet werden: Delphine, Robben, Pferde, Hunde, etc. als Selbstmordattentäter mit Minen und Sprengladungen - da bekommt "mach Platz" eine ganz neue Bedeutung...
Doch. Bei dem Tsunami vor einigen jahren haben sich die Tiere ins Landesinnere vertschüsst. Warum? Keine Ahnung. Die Viecher waren weg und die Touristen haben die Welle fotografiert. Und sind dabei abgesoffen.
Zitat von KopflausDass Tiere Vibrationen des Erdbodens wahrnehmen, die Erdbeben ankündigen, erschein mir vorstellbar. Aber dass sie wissen, dass ein Erdbeben zu einer Flutwelle führen könnte und entsprechend den Kustenbereich verlassen - eher nicht.
Doch. Bei dem Tsunami vor einigen jahren haben sich die Tiere ins Landesinnere vertschüsst. Warum? Keine Ahnung. Die Viecher waren weg und die Touristen haben die Welle fotografiert. Und sind dabei abgesoffen.
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