Gefräßige Insekten Heuschrecken fallen in Israel ein

Israel bekommt es mit Heuschrecken zu tun: Mehrere Schwärme sind aus Ägypten über die Sinai-Halbinsel herangezogen. Bauern fürchten um ihre Ernten, doch bisher ist die Insekten-Invasion vor allem ein faszinierendes Naturschauspiel.

AFP

Kemehin - Ägyptens Hauptstadt Kairo hat die Plage schon hinter sich. Anschließend zogen die Heuschrecken gen Osten auf die Halbinsel Sinai und von dort über Israels Grenze in der Negev-Wüste. Dort bedrohen die gefräßigen Insekten nun Getreidefelder.

Lokale Medien bemühten prompt alttestamentarische Vergleiche: "Eine der zehn Plagen ist über die Felder Ägyptens gekommen und könnte nun nach Israel kommen", hieß es etwa in der "Jerusalem Post". Tatsächlich traten die Heuschrecken örtlich offenbar in einer Dichte auf, dass sie den Himmel verdunkelten. Das israelische Landwirtschaftsministerium rief einen Heuschrecken-Alarm aus, nachdem es eine Warnung von der Uno-Ernährungsbehörde FAO erhalten hatte.

Miriam Freud, Direktorin für Pflanzenschutz im israelischen Agrarministerium, sprach allerdings ebenso wie die FAO von Schwärmen überschaubarer Größe. Die Insekten hätten in der Nacht zum Mittwoch rund acht Quadratkilometer Wüstenboden bedeckt. Man habe aus der Luft und vom Boden aus Gift versprüht, um die Tiere zu töten, noch bevor der Morgentau auf ihren Flügeln getrocknet sei und sie wieder abheben konnten.

Die letzte größere Heuschrecken-Invasion erlebte Israel 2004.

Kartoffelbauer Pavel Rosenfeld lebt rund drei Kilometer von der Grenze zu Ägypten entfernt. 30 bis 40 Prozent seines Landes seien bereits von den Heuschrecken befallen worden, sagte er. "Alles hängt jetzt vom Wind ab. Wir beten, dass er uns nicht noch mehr bringt."

mbe/Reuters



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