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Hitze und Feuersbrünste: Dunkler Rauch hüllt Moskau ein

Wer in Moskau lebt, muss derzeit hart im Nehmen sein. Schwere Torffeuer und verheerende Waldbrände überziehen die Stadt mit beißendem Rauch. Dazu kommt eine Rekord-Hitzewelle mit Temperaturen von fast 40 Grad.

Russland: Rauch und Hitze in Moskau Fotos
AP

Moskau stöhnt unter einer Jahrhundert-Hitzewelle - und sie kommt nicht allein. In vielen Regionen des Landes sind Dutzende Häuser in Flammen aufgegangen - glücklicherweise sind keine Todesopfer zu beklagen. Hinzu kommen laut Medienberichten geschätzte 20.000 Feuersbrünste, bei denen in Russland in den vergangenen Wochen rund 4000 Quadratkilometer Wald abgebrannt sein sollen. Das entspricht der Fläche von mehr als einer halben Million Fußballfeldern.

In der russischen Hauptstadt mit ihren mehr als zehn Millionen Einwohnern zeigten sich Umweltbehörden besorgt über den Anstieg von giftigem Kohlenmonoxid und anderen Schadstoffen in der Luft. Derzeit überträfen sie die Normalwerte um das Fünf- bis Achtfache. "Und die Verschmutzung steigt weiter", sagte der Experte Alexej Popikow. Behörden sprachen am Dienstag von 34 Torf- und 26 Waldbränden allein in der Umgebung Moskaus. Sie empfahlen den Einwohnern, sich nach Möglichkeit nicht im Freien aufzuhalten und die Fenster geschlossen zu halten.

Viele Moskauer trugen am Dienstag wegen des beißenden Brandgeruchs Atemschutzmasken aus feuchtem Stoff. Der heißeste Juli seit 130 Jahren ließ das Quecksilber erstmals an der 39-Grad-Celsius-Marke kratzen. Das habe es seit Einführung der Wetterbeobachtung in Moskau bisher nicht gegeben, teilte der Wetterdienst nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Nach wochenlanger Trockenheit hofft Russland auf kräftigen Regen. Experten gehen aber davon aus, dass sich wegen der Glut, die sich tief in die Torfböden einfrisst, die Lage auch in den nächsten Tagen nicht entspannt. Der Smog hat inzwischen die gesamte Stadt eingehüllt. Der Rauch beißt in den Augen, in der Nase und im Rachen. Medien verglichen die Situation mit den Jahren 1972 und 2002, als der dunkle Dunst den Moskauern wochenlang gesundheitlich zu schaffen machte.

mbe/dpa/Reuters

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