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Hochwasser in den USA: Tausende fliehen vor Jahrhundert-Flut am Mississippi

Die Pegel steigen rasant, der Mississippi tritt über die Ufer: Städte entlang des Flusses im Süden der USA erwarten nach Schätzung von Experten die höchsten Fluten seit Jahrhunderten. Tausende Anwohner sind auf der Flucht.

Alarm am Mississippi: Flutwellen überschwemmen US-Städte Fotos
AP

Washington - Am Mississippi droht eine Jahrhundertflut. Gut eine Woche nach der verheerenden Tornadoserie im Süden der USA, rüsten sich die Anwohner von Illinois bis Louisiana für die nächste Katastrophe. Tausende Menschen flüchteten vor den Wassermassen, die seit Ende April über die Ufer treten.

Besonders betroffen werden bis übernächste Woche die südlichsten Anwohner des mächtigen Stroms sein in den Staaten Mississippi und Louisiana, warnen Meteorologen der Nationalen Wetterbehörde (NOAA): "Der Fluss wird auf annähernd 20 Meter steigen." Dieser Wellenkamm werde bisherige Fluten am "Old Man River" überragen.

Viele Bewohner von Memphis blickten am Sonntag mit großer Sorge auf den Mississippi. Auf knapp 15 Meter soll das Wasser dort bis Mitte der Woche steigen. Auf ihrem Weg nach Memphis hatte die Flutwelle bereits zahlreiche Orte und Felder überspült. Auch die tiefer gelegenen Viertel von Memphis standen bereits unter Wasser.

Mit Booten paddelten Familien davon und ließen ihr Hab und Gut zurück. "Die Leute sehen der Realität ins Auge", sagte Alvin Pearson, Manager eines Busunternehmens in Memphis. "Immer mehr rufen uns an und erkundigen sich nach unseren Routen."

Weiter stromaufwärts im Bundesstaat Kentucky kehrten viele der etwa 4000 Flutvertriebenen nach Durchfluss der Wellen wieder in ihre Häuser zurück. "Wir haben den Fluss nicht besiegt, aber er uns auch nicht", sagte ein Anwohner der kleinen Stadt Hickman. Mehrere Tage hatten Einheimische mit Hilfe von 120 Gefängnisinsassen dort einen rund 20 Kilometer langen Schutzwall aus Sandsäcken errichtet, um die Dämme zu stützen. Als das Wasser Hickman passierte, hielten die Dämme dem Druck des Wassers stand.

Deiche gesprengt

Am schlimmsten soll es die letzten Anwohner an den südlichen Ufern des breiten Stroms treffen: In Mississippi und Louisiana bereiteten sich die Anwohner auf die Wassermassen vor. Die Behörden in Louisiana warnten: Selbst wenn ein Ablauf nordwestlich der Stadt Baton Rouge geöffnet wird, könnte das Hochwasser in einigen Teilen der Region bis zu sieben Meter hoch stehen. Die Flut bedroht zahlreiche Felder. Gouverneur Bobby Jindal erklärte, der Ablauf könnte bis Donnerstag geöffnet werden.

Bislang waren zwei Dämme - in Illinois und Missouri - gesprengt worden, um den Fluss zu entlasten. Präsident Barack Obama erklärte Teile der betroffenen Staaten zu Katastrophengebieten. Er versprach finanzielle Hilfe.

Die drohende Überschwemmung könnte nach Befürchtungen der Meteorologen schlimmer werden als die verheerenden Fluten von 1937 und 1927. Bei letzterer kamen Hunderte Menschen ums Leben, 700.000 Opfer mussten ihre Häuser verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen, und eine Fläche von 70.000 Quadratkilometern in den Bundesstaaten Arkansas, Illinois, Kentucky, Louisiana, Missouri und Tennessee wurde überschwemmt.

Der Mississippi ist mit knapp 3800 Kilometern einer der längsten Flüsse der Welt. Er entspringt im nördlichen US-Bundesstaat Minnesota, fließt durch den mittleren Teil der Vereinigten Staaten und mündet in den Golf von Mexiko.

boj/dpa

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1. Wer immer alles ignoriert, wird langsam blind und dumm!
uweuwersen 08.05.2011
Zitat von sysopDie Pegel steigen rasant, der Mississippi tritt über die Ufer: Städte entlang des Flusses im Süden der USA erwarten nach Schätzung von Experten die höchsten Fluten seit Jahrhunderten. Tausende Anwohner sind auf der Flucht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,761334,00.html
Da zeigt sich mal wieder was passiert, wenn eine Regierung das meiste Geld in Waffen, Krieg und Banken steckt und das Land einfach verkommen lässt, was genau so auf den USA zutrifft! Es ist seit Jahrzehnten bekannt, das der Mississippi und andere große Flüsse unbedingt besser gesichert und gewartet werden müssen, damit die angrenzenden Städte und Felder, die sich immer mehr ausbreiten, nicht immer mehr überschwemmt werden! Aber genauso wie das Stromnetz der USA vernachlässigt wird, so werden auch andere wichtige Infrastrukturen einfach sich selber überlassen, was für ein wirtschaftliches und technologisches hoch entwickeltes Land absolut tödlich ist! Gerade aus diesen Gründen, wird aus der Wirtschaftsmacht USA, ein völlig marodes Land, was sich immer mehr auf die Menschen abfärben wird! Was bringt es denn wenn man ein technologisch hoch entwickeltes Militär besitzt, aber das eigene Land zu einem 3. Weltland verkommt? So ein Land kann nicht lange funktionieren, ohne das es zu inneren Konflikten kommt und die haben bereits schon angefangen! Die USA waren mal das Symbol für Freiheit und unbegrenzte Möglichkeiten, was wenige Menschen auch ungeniert ausnutzten und in laufe der Geschichte auch mehrmals Völkermord begingen! Eigentlich sollte so ein Land aus seinen Fehlern lernen und für die Zukunft alles besser machen, aber dies wurde nicht getan! Ihre Vorfahren hatten damals eine wunderbare Verfassung erkämpft, die so auf der Welt wirklich einmalig war, aber selbst das konnten die Amerikaner nicht beschützen und ließen sich Ihre Verfassung von wenigen "Menschen" immer mehr wegnehmen und zerstören, so wie Sie es auch mit dem Land gemacht haben und jetzt ist die US-Verfassung nur noch einen Dreck wert! Die meisten Menschen in den USA, sind das Land auf dem Sie wohnen, eigentlich gar nicht mehr wert, dies gilt auch für viele andere Länder! Die meisten Menschen lassen sich blenden und von den Massenmedien verblöden, Hauptsache Sie können in Ihrer heilen kleinen Welt leben, die immer kleiner wird. Dieses Wegschauen, ignorieren und Ihre Leichtgläubigkeit, wird den meisten Menschen in naher Zukunft sehr teuer zu stehen kommen! Über die Umweltkatastrophen braucht man sich eigentlich gar nicht mehr wundern, die sind doch meistens alle hausgemacht, weil alle immer weg geschaut haben und Geld, Autos, billiges Benzin, Computer, Häuser usw. wichtiger befunden haben, als Ihre Umgebung und Ihr Leben! Einfach nur noch traurig!
2. nichts gemacht
M67 08.05.2011
In der Weltraumtechnik wollten die USA den Sowjets Parole bieten, während sie im eigenen Land alles verkommen ließen. Länder wurden überfallen und so Millarden in den Sand gesetzt. Die USA werden für dieses Verhalten noch einen hohen Preis bezahlen. Die USA leben schon seit vielen Jahren auf Kosten anderer Länder. China ist der größte Gläubiger der USA. So hat sich ein selbst ernannter Polizist der Welt zum Bettler entwickelt. Der Grund ist, weil alle Amerikaner insgesamt über ihre Verhältnisse gelbt haben.
3. Hier gehen wir wieder!
lakechamplainer 08.05.2011
Hier wir gehen wieder! Es gibt einte tragische Geschichte ueber das Wetter in den USA, also muesste wir die Kommentare haben, die Amerikaner kritisieren. Ich denke, so eine Weltanschauung ist auf Heidentum und Aberglauben.
4. Wie bitte?
tommahawk 08.05.2011
Zitat von lakechamplainerHier wir gehen wieder! Es gibt einte tragische Geschichte ueber das Wetter in den USA, also muesste wir die Kommentare haben, die Amerikaner kritisieren. Ich denke, so eine Weltanschauung ist auf Heidentum und Aberglauben.
Was sagen Sie? Ich nix versteh'n. Niemand ist gut gerüstet, wenn Naturkatastrophen über uns hereinbrechen. Hat man ja an Japan gesehen. Auch mit noch so viel Geld hilft es nichts: Der Mensch ist als Teil der Natur auch ihr Spielball!
5. -
Willie, 08.05.2011
Zitat von M67In der Weltraumtechnik wollten die USA den Sowjets Parole bieten, während sie im eigenen Land alles verkommen ließen. Länder wurden überfallen und so Millarden in den Sand gesetzt. Die USA werden für dieses Verhalten noch einen hohen Preis bezahlen. Die USA leben schon seit vielen Jahren auf Kosten anderer Länder. China ist der größte Gläubiger der USA. So hat sich ein selbst ernannter Polizist der Welt zum Bettler entwickelt. Der Grund ist, weil alle Amerikaner insgesamt über ihre Verhältnisse gelbt haben.
Sie bringen da anscheinend die Staatsschulden und das Vermoegen der einzelnen Amerikaner durcheinander. Tip: Es sind zwei verschiedene Dinge.
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