Schlaue Haustiere Hunde können Gesichtsausdrücke deuten

Hunde verstehen nicht nur profane Kommandos wie "Sitz" und "Platz", sie können auch menschliche Gesichtsausdrücke lesen. Ob sie Männchen oder Frauchen vor sich haben oder eine wildfremde Person, ist ihnen dabei egal.

Hund vor Touchscreen: Freudig oder wütend?
MRI/ CDL

Hund vor Touchscreen: Freudig oder wütend?


Ist Frauchen wütend, ist Herrchen traurig? Viele Hundebesitzer schwören darauf, dass ihre Haustiere menschliche Gefühle erkennen können. Was an dieser Behauptung dran ist, haben Forscher jetzt untersucht.

Dass Hunde zwischen bekannten und unbekannten Gesichtern unterscheiden können, ist bereits aus früheren Studien bekannt. Um aber herauszufinden, ob die Tiere auch Emotionen in Gesichtern erkennen können, zeigten die Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien Hunden auf einem Touchscreen verschiedene Gesichter - aber nur teilweise: entweder die obere oder die untere Hälfte des Gesichts einer wütend oder freudig schauenden Person.

Ob Hunde ein lächelndes Gesicht positiv bewerten, ist noch offen
MRI/ Anjuli Barber

Ob Hunde ein lächelndes Gesicht positiv bewerten, ist noch offen

Der richtige Stups wird belohnt

Einige der Hunde mussten dabei immer die gut gelaunten, andere stets die finsteren Porträts anstupsen und wurden dafür belohnt. Anschließend mussten die Tiere auf anderen Bildausschnitten die Mimik deuten. Die Forscher wollten sicherstellen, dass sich die Tiere nicht an einzelnen Merkmalen, etwa den Augen, orientieren konnten.

"Unsere Studie belegt, dass Hunde zwischen wütenden und freudigen Gesichtsausdrücken bei Menschen unterscheiden können", sagt Studienautor Ludwig Huber. Ob sie dabei jedoch auch immer deren Bedeutung verstehen, sei noch unklar.

Weg vom wütenden Herrchen

Es spreche aber einiges dafür, dass die Hunde ein lächelndes Gesicht als positiv, ein wütendes Gesicht hingegen als negativ empfinden, berichten die Forscher im "Fachmagazin "Current Biology". Die Hunde, die anfangs ärgerliche Gesichter erkennen sollten, lernten deutlich langsamer, so die Forscher. Den Tieren müsse also anhand vorheriger Erfahrungen klar gewesen sein, dass man sich von wütenden Menschen besser fernhält, hieß es.

Die Forschungsergebnisse seien erstaunlich, sagt Marie Nitzschner, Expertin für Hunde-Kognition am Max-Planck-Institut in Leipzig. Beachtlich sei vor allem, dass es den Tieren offenbar gelungen sei, nicht nur einzelne immer wieder auftretende Merkmale in den gezeigten Fotos zu erkennen und darauf zu reagieren - etwa gezeigte Zähne. Vielmehr konnten sich die Tiere allein an der ausgedrückten Emotion orientieren.

Vorsicht, Flauschalarm!

khü/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
der_durden 13.02.2015
1. Dass das noch nicht bewiesen war...?
Es mag sein, dass es noch der wissenschaftliche Beweis ausstand, aber mir als Hundebesitzer ist das schon lange klar. Viel zu eindeutig ist das Verhalten meines Hundes im Kontext meiner Mimik. Zudem weiß man, dass Hunde sehr stark auf Körpersprache achten. Unter Hunden ist das das stärkste Kommunikationsmittel. Im Übrigen eben auch das Gesicht, die Mimik, nicht umsonst haben Hunde ähnlich viele Gesichtsmuskeln wie wir Menschen und sind selbst in der Lage eine große Anzahl an mimischen Signalen abzugeben.
usfriend 13.02.2015
2. Mimische Muskulatur...
... der Platysma ist ein Muskel der bei Affen viel ausgeprägter ist als beim Menschen. Ich denke, dass die Erkenntnisse in dem Artikel eher alte Kamellen zu Fasching sind, weil die Mimik der Tiere auch recht ausgeprägt ist (z.B. bei Angriff oder Abwehr, z.B zähnefletschende Hunde). Da wir alle ähnlich aufgebaut sind, erkennen Tiere natürlich auch unsere Mimik. Bei der Sprache wird es da schon schwerer ...
zesteel 13.02.2015
3. Tv
uns verblüfft immer wieder, wie unser vierbeinige Mitbewohner auf das TV reagiert. Schaut er doch geduldig, bis zu 30 Minuten, gewisse TV Formate an. Vorallem sind es Programme, in denen Tiere vorkommen. Dann wird auch versucht mit den anderen Vierbeinern zu kommunizieren.
stand.40 13.02.2015
4. Einen Hund und eine Katze
in der Familie . Ein Telefonanruf mit sehr trauriger Nachricht brachte mich zum Weinen . Beide Tiere kamen sofort zu mir blieben bis ich ruhiger wurde. Später starb ein Fam.Angehörigen , der Hund hat am Bett gesessen hat tagelang nicht gegessen. Tiere sind treue Gefährten sie verstehen viel können leider nicht sprechen. Auch wir waren sehr traurig als er alt und krank eingeschläfert werden mußte.
lemmy 13.02.2015
5. @stand.40: kann ich nur bestätigen
Zitat von stand.40in der Familie . Ein Telefonanruf mit sehr trauriger Nachricht brachte mich zum Weinen . Beide Tiere kamen sofort zu mir blieben bis ich ruhiger wurde. Später starb ein Fam.Angehörigen , der Hund hat am Bett gesessen hat tagelang nicht gegessen. Tiere sind treue Gefährten sie verstehen viel können leider nicht sprechen. Auch wir waren sehr traurig als er alt und krank eingeschläfert werden mußte.
Das habe ich mit meinen Tieren auch schon erlebt. Als ich im letzten Jahr sehr krank war, haben sie auch ohne Tränen gemerkt, dass ich so traurig war. Sie waren immer bei mir um mich zu trösten und waren längst nicht so fröhlich und unbekümmert wie sonst. Die Tiere spüren einfach auch unsere "Energie".
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