Von Axel Bojanowski
Auckland, die größte Stadt Neuseelands, steht in einem Vulkangebiet, dem Aucklandfeld. Dutzende Schlote prägen die hügelige Landschaft. Zwar liegt die letzte Eruption etwa 600 Jahre zurück. Doch jederzeit könnte der Vulkan erwachen und Lava und Asche bis in die Großstadt spucken. Nun warnt eine Studie: Die 1,4 Millionen Bewohner Aucklands könnten womöglich zu spät von der Gefahr erfahren - die Stadt sei zu laut, und die Gefahr zu nah.
An welcher Stelle beim nächsten Ausbruch die Lava hervorschießt, ist unklar. Um rechtzeitig zu erkennen, ob der Vulkan erwacht, messen Forscher Erschütterungen des Bodens. Aufströmendes Magma kündigt sich an: Wenn es sich durch den Untergrund zwängt, lässt es das Gestein erzittern. Seismometer messen die schwachen Druckwellen.
Allerdings versetzen nicht nur erwachende Vulkane den Boden in Wallung - auch die Großstadt. Der Lärm und das Gerumpel des Stadtlebens übertragen sich in Form schwacher Druckwellen, die von den Seismometern registriert werden, auf den Boden. Die Signale seien von jenen eines erwachenden Vulkans kaum zu unterscheiden, schreiben die Forscher im Fachblatt "Remote Sensing of Environment".
Außerdem berge Aucklands Lage große Gefahr: Gut möglich sei, dass es Lavaausbrüche mitten in der Stadt geben könne, was die Vorwarnzeit extrem verkürzen würde, mahnen die Wissenschaftler. Das zeige ihre Kartierung der Lavaströme früherer Eruptionen. Besonders der flache Süden der Stadt sei gefährdet - dort könnten sich Lavamassen besonders gut ausbreiten.
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