Satellitenbild der Woche Der schleichende Wirbel

Die Bewohner der US-Ostküste bereiten sich auf Hurrikan "Joaquin" vor. Die Behörden stufen ihn als "extrem gefährlich" ein - nicht nur wegen der Windgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h.

Freitagmittag, deutscher Zeit: Hurrikan Joaquin vor den Bahamas
REUTERS/ NOAA

Freitagmittag, deutscher Zeit: Hurrikan Joaquin vor den Bahamas


Hurrikan "Joaquin" erreichte am Freitag die Bahamas - und markierte einen furchterregenden Spitzenwert: Er ist der viertstärkste Hurrikan, der je vor den Bahamas gemessen wurde. Jetzt driftet er Richtung US-Ostküste.

Nicht nur die Windgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h macht "Joaquin" so gefährlich. Extrem langsam zieht er weiter - mit nicht mal zehn km/h schleicht der Wolkenwirbel voran -, so dass auf den Bahamas immense Regenmassen niedergehen. Der volle Schaden der Sturzfluten dürfte erst in den kommenden Tagen deutlich werden.

Ein Containerschiff mit 33 Menschen an Bord ist in dem von der US-Wetterbehörde als "extrem gefährlich" eingestuften Hurrikan bereits in Seenot geraten. Das Schiff hat die US-Küstenwache um Hilfe gerufen und wartet auf Rettung.

Das El-Niño-Rätsel

Meteorologen verblüfft "Joaquin" auch aus anderem Grund: Er kommt trotz El Niño. Das Wetterphänomen verscheucht normalerweise Hurrikane aus dem Atlantik.

Ob "Joaquin" in den kommenden Tagen auch auf die US-Ostküste treffen wird, bleibt weiterhin unklar. Prognosen vom Freitagabend zeigten, dass der Hurrikan von der Küste fern bleiben könnte. Gleichwohl wäre Starkwind und hoher Wellengang zu erwarten.

Der Gouverneur des Bundesstaats New Jersey, Chris Christie, rief dennoch für das Wochenende vorsorglich den Notstand aus. Damit könnten sich die Behörden besser auf eine mögliche Notlage vorbereiten, berichtete der Sender News 12. Christie warnte vor möglichen Überschwemmungen in Küstengebieten am Freitag und Samstag. Aus South Carolina wurde bereits heftiger Regen gemeldet.

Nach Angaben von Meteorologen sind Vorhersagen für den weiteren Zug des Sturms äußerst schwierig. Der Sturm könnte nach einigen Prognosen nach Norden ziehen und die US-Ostküste ansteuern. Viele Berechnungen vom Freitagabend aber sahen den Sturm aufs offene Meer hinaus ziehen.

Elf Tricks für die Vorhersage

boj/dpa



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