In-Vitro-Befruchtung Erstmals Retorten-Welpen in USA geboren

Beim Menschen ist die Methode lange erprobt, nun klappt sie auch bei Hunden: Die Eizellen wurden im Reagenzglas befruchtet und einer Hündin eingepflanzt. Sieben Welpen hat sie so zur Welt gebracht.

REUTERS

Premiere in den USA: Zum ersten Mal sind im Reagenzglas gezeugte Hundewelpen auf die Welt gekommen. Eine Hündin habe bereits im Juli sieben gesunde Welpen geboren, schreiben Wissenschaftler der Cornell University in einem Artikel. Dem Tier waren 19 Embryos eingepflanzt worden. Zwei Welpen stammen von einer Beagle-Hündin und einem Cocker Spaniel, die übrigen von Beagle-Paaren.

Seit Mitte der Siebzigerjahre hätten Wissenschaftler versucht, In-vitro-Welpen zu schaffen und seien stets gescheitert, sagte Reproduktionsbiologe Alex Travis von der Cornell University im Bundesstaat New York. Die Erfolgsmeldung wurde nun im Fachjournal "Plos One" veröffentlicht.

"Wir konnten Spermien zur künstlichen Befruchtung einfrieren, wir konnten auch Eizellen einfrieren - aber ohne die In-vitro-Befruchtung konnten wir sie nicht nutzen", sagte Travis. Nun sei dies möglich. Der Durchbruch könnte nach Angaben der Forscher große Auswirkungen auf die Erhaltung gefährdeter Arten und bei der Ausrottung von Hundekrankheiten haben.

Bei der In-vitro-Methode wird im Reagenzglas ein Spermium mit einer Eizelle verschmolzen. Der Embryo muss dann im richtigen Moment in das weibliche Tier eingesetzt werden. Auf ihrem Weg hin zu einem Erfolg bei Hunden hatten die Forscher viele Hürden zu überwinden. Das erste menschliche sogenannte Retortenbaby war im Juli 1978 in Großbritannien zur Welt gekommen.

hda/AFP

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