Elefanten-Festival in Indien: Graue Riesen in Farbe

Von "National Geographic"-Autorin Rachel Hartigan Shea

Manche Elefanten sind riesig, manche kleiner, einige haben extralange Stoßzähne, andere überhaupt keine. Eines aber sind sie alle: grau. Es sei denn, man trifft sie beim Festival im indischen Jaipur. Dann sind die Dickhäuter plötzlich pink, lila und blau

Indische Herrscher wussten schon vor langer Zeit, dass sie Macht am besten auf dem Rücken eines Elefanten ausdrücken. Sie präsentierten sich ihren Untertanen auf Tieren, deren Stoßzähne in Gold und Silber funkelten und deren Körper von Samt und Seide glänzten. "Ein Elefant, der von einem König geritten wird, strahlt. Ein König, der auf dem Rücken eines Elefanten sitzt, ist eine Pracht", heißt es in einer Überlieferung.

Heute ist der Tourist der König, und deshalb gibt es beim Elefanten-Festival in Jaipur (Rajasthan) statt Pomp nun Elefanten-Polo, Elefanten-Tauziehen und einen Schönheitswettbewerb der Dickhäuter. Als Models treten Arbeitselefanten auf, die ansonsten die Besucher zum Fort Amber tragen, einer Ende des 16. Jahrhunderts gebauten Festung.

Für das jährliche Fest werden die Elefanten in schönste Kostüme gekleidet und mit Stoffen und Schmuck herausgeputzt. Im Frühjahr dieses Jahres reiste der Fotograf Charles Fréger nach Jaipur, um die Tiere aufzunehmen. Er war von ihnen fasziniert, von ihrer Kraft und ihrer starken Persönlichkeit. Aber dann wurde das Festival abgesagt - angeblich weil sich Tierschutzgruppen besorgt über die Behandlung der Elefanten geäußert hatten.

"Tradition hat keine Bedeutung, wenn sie in Ausbeutung endet"

Der Elefant wird von den Indern seit langem verehrt. "Das hat sehr dabei geholfen, dieses Tier zu schützen", sagt Rachel Dwyer, eine Professorin für indische Kultur an der Universität von London. Sie hat die Kulturgeschichte der indischen Elefanten erforscht. Der elefantenköpfige hinduistische Gott Ganesha, der Hindernisse beiseiteräumt, wird noch immer vor jeder neuen Herausforderung um Hilfe gebeten. Die Dickhäuter gehören zur Aura von Tempeln. Und wer einer schönen Frau ein Kompliment machen möchte, sagt ihr, sie habe den Gang eines Elefanten.

Aber die Tiere sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Schätzungen zufolge werden 3500 bis 4000 Elefanten in Gefangenschaft gehalten. Suparna Baksi Ganguly, einem ehemaligen Mitglied der Task Force on Elephants zufolge, sind "fast alle Teil des illegalen Handels mit Wildtieren".

Die Elefanten der hier gezeigten Fotos leben in Hathi Gaon, einem Dorf bei Fort Amber. Es wurde eigens für die Tiere und ihre Mahuts gebaut. Dort sind die Elefanten in geräumigen Ställen untergebracht, abends bekommen sie die Gelegenheit, in Teichen zu baden. "Tradition hat keine Bedeutung, wenn sie in Leid und Ausbeutung endet", sagt Ganguly. "Aber kulturell empfinden alle Inder Liebe, Respekt und große Hingabe für den Elefanten."

Auszug einer Fotoreportage aus National Geographic Deutschland , Ausgabe September 2013, www.nationalgeographic.de


Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter nationalgeographic.de/elefantenfest

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insgesamt 17 Beiträge
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1. ob es den Tieren gefällt?
spon-facebook-10000019190 01.09.2013
Ob die Farbe den Elefanten schadet kann ich ebenso wenig beurteilen wie, ob die "Farbepracht" den Tieren gefällt. Für mich werden hier Tiere zur Schau gestellt um den Menschen hervorzuheben.
2. Elmar-Tag
boingdil 01.09.2013
Klingt wie der Elmar-Tag aus den Kinderbüchern meines Sohnes... Alle Elefanten malen sich bunt an, nur der bunt karierte Elmar malt sich grau an.
3.
Oskar ist der Beste 01.09.2013
Zitat von sysopManche Elefanten sind riesig, manche kleiner, einige haben extralange Stoßzähne, andere überhaupt keine. Eines aber sind sie alle: grau. Es sei denn, man trifft sie beim Festival im indischen Jaipur. Dann sind die Dickhäuter plötzlich pink, lila und blau Indien: Traditionelles Elefanten-Festival in Jaipur - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/indien-traditionelles-elefanten-festival-in-jaipur-a-918295.html)
eine ekelhafte Veranstaltung, Elefanten sind fuer der derartigen Mist denkbar ungeeignent. Nicht umsonst kommt es bei diesen Veranstaltungen immer wieder zu toedlichen Unfaellen, weil die gestressten Tiere "durchdrehen".
4.
killi 01.09.2013
Tierquälerei die auch noch gut geheissen wird.
5. Eieiei....
k-lab 01.09.2013
Ihr redet hier von Ausbeutung der Tiere und stresssituationen? Ich hoffe Euer 0,15€ billiges Frühstücksei, für das zwei männliche Kücken sterben mußten hat Euch heutemorgen geschmeckt? Zum Thema gestresste und Ausgebeutete Tiere gibt's hier ganz andere Ansatzpunkte, die jeden einzelnen mehr betreffen als die Inder, die ihre Elefanten abgöttisch lieben und pflegen! Ich war selber bei zwei dieser Feste dabei! Die Pfleger kümmern sich mehr um die Tiere als um sich selbst! So, und nun gibt's eine leckere Gänsestopfleber zum Mittag!
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