Indien: Waldkorridore bewahren Tiger vor Inzucht

Genetische Vielfalt: Lichtblick für den Tiger Fotos
AP/dpa

Der Lebensraum des Tigers ist enorm geschrumpft. Viele kleinere Bestände sind in Indien nur noch durch Waldkorridore verbunden. Eine Studie belegt, dass die Großkatzen diese Wege nutzen - und wie wichtig dieses Verhalten für den Bestand der Art ist.

Die Indischen Tiger sind in Bedrängnis. Ein Großteil der ursprünglichen, riesigen Wälder des Subkontinents musste Städten, Dörfern und Ackerland weichen. Nach Angaben der Weltnaturschutzorganisation IUCN leben weniger als 2500 Indische Tiger (Panthera tigris tigris) in freier Wildbahn - die meisten von ihnen in Indien, dazu kommen kleinere Bestände in Bangladesch, Nepal und Bhutan. Auf der Roten Liste stuft die IUCN die auch als Bengaltiger bezeichnete Unterart als stark gefährdet ein.

Ein internationales Forscherteam hat nun ein Detail untersucht, dass für den Fortbestand der Tiger extrem wichtig ist: Gibt es einen Austausch zwischen Gruppen von Großkatzen, die in verschiedenen Waldgebieten leben?

Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings B" der britischen Royal Society berichten, scheinen die Tiger tatsächlich über Waldkorridore hinweg Kontakte zu pflegen - und Nachwuchs mit Tieren aus anderen Gebieten zu produzieren. Das trägt dazu bei, die genetische Vielfalt in den einzelnen, kleinen Gruppen zu erhalten.

Korridore sichern genetische Vielfalt

Sandeep Sharma vom Smithsonian Conservation Biology Institute in Washington (USA) und Kollegen haben das Erbgut von 273 Tigern verglichen, die in vier getrennten, aber mit Korridoren unterschiedlich gut verbundenen Schutzgebieten im Gebiet von Satpura-Maikal in Zentralindien leben.

Die Daten zeigten, dass die Indischen Tiger immer noch eine große genetische Varianz haben, obwohl ihre Zahl in den vergangenen 150 Jahren auf nur noch ein Zehntel des ursprünglichen Bestandes gesunken ist.

Die Korridore ermöglichen also die Wanderung von Tieren zwischen den Kerngebieten. Die Forscher betonen, dass es deshalb sehr wichtig sei, die Verbindungen zu erhalten oder wieder aufzubauen. Durch weiteres Abholzen, den Ausbau von Straßen und Bergbau würden diese durchaus bedroht.

Tigerschutz in Nepal

Erst am Montag hatte Nepals Umweltschutzminister Tek Bahadur Thapa Gharti mitgeteilt, dass in dem südostasiatischen Land mehr Bengaltiger leben als noch vor einigen Jahren. "Die neueste Erhebung zeigt, dass die Zahl aktuell bei 198 liegt", sagte der Minister am Internationalen Tag des Tigers. Zuletzt seien bei einer Erhebung im Jahr 2009 nur 121 Raubkatzen gezählt worden.

Nepal hat sich das Ziel gesetzt, bis 2022 die Tigerpopulation zu verdoppeln und hat daher der Wilderei und dem Schmuggel den Kampf angesagt. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF seien Gemeinden etwa darin ausgebildet worden, in den Wäldern auf Streife zu gehen, um Wilderer zu bekämpfen.

wbr/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1.
phi-pi 31.07.2013
Hängt jeden einzelnen Wilderer auf! Jeder der einen Tiger anfassr muss sich bewusst sein, dass dies unweigerllich seinen Tod zur Folge hat. Nur so kann man Tiger retten. Das heißt - Schutzgebiete ausweisen und jedes Antasten der Tiger oder der Gebiete drakonisch bestrafen.
2.
moev 31.07.2013
Zitat von phi-piJeder der einen Tiger anfassr muss sich bewusst sein, dass dies unweigerllich seinen Tod zur Folge hat.
In der Tat eine wichtige Warnung. Lebende Tiger in freier Wildbahn anzufassen endet selten gut für den Menschen!
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