Kommunikation über elektrische Felder: Bienen unter Spannung

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Honigbiene: Unter Spannung

Bienen unterhalten sich elektrisch: Sie laden sich beim Fliegen auf - und übertragen ihre Spannung auf Artgenossen. Schwungvolle Tänze leiten die Insekten zu Nahrungsquellen.

Bienen nutzen zur Verständigung elektrische Felder. Die Insekten strahlen im Bienenstock einer Studie zufolge elektrische Spannung auf ihre Artgenossen ab, unter anderem beim sogenannten Schwänzeltanz. Demnach empfangen die Tiere die übertragenen Informationen etwa zu Futterstellen durch spezielle Rezeptoren in ihren Antennen.

Wie andere Insekten auch laden Bienen ihre Oberfläche elektrisch auf, vor allem durch Reibung beim Fliegen. Studien an Hummeln hatten bereits gezeigt, dass diese elektrischen Felder wichtig sind für das Bestäuben von Blüten. In einer Reihe von Versuchen an Hunderten Honigbienen klärten Biologen um Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin nun detailliert, wie die Tiere elektrische Felder wahrnehmen und übertragen.

Demnach laden sich Honigbienen an ihrer Oberfläche umso stärker auf, je weiter sie fliegen. Bei der Rückkehr in den Bienenstock haben sie eine Oberflächenspannung von bis zu 450 Volt. Überraschenderweise bleibt die Spannung auch in der Behausung erhalten - etwa beim Schwänzeltanz, der der Verständigung dient. Wie die Forscherin der Zeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" berichten, strahlen die tanzenden Insekten die Spannung auf ihre Artgenossen beim Körperschwänzeln und Flügelschwirren charakteristische Felder ab.

Die Versuche zeigten, dass die elektrischen Felder die auf den Antennen sitzende Geißel zum Schwingen bringen. Dieses Vibrieren nehmen die Tiere mit dem sogenannten Johnstonschen Organ wahr - das besonders empfindliche Gehör der Bienen, das im zweiten Segment der Antenne liegt. Die ausgesendeten elektrischen Felder ergänzen und verstärken demnach die durch Tanzbewegungen übermittelten Informationen wesentlich.

"Man muss eine besondere Lautstärke haben, um verstanden zu werden", sagt Uwe Greggers, Mitautor der Studie. Durch die elektrischen Felder nähmen die anderen Bienen Informationen zu Futterstellen auch dann noch gut auf, wenn ihnen Einzelbewegungen des Tanzes entgingen.

boj/dpa

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