Volkszählung der Ozeane Forscher entdecken 1451 unbekannte Spezies im Meer

Zu den Neuentdeckungen zählt ein Delfin mit einem Buckel: Im Jahr 2014 fanden Wissenschaftler in den Weltmeeren 1451 unbekannte Arten. Eine Milbe wurde nach US-Sängerin Jennifer Lopez benannt.

WoRMS Photo Gallery / Nicole Dutra, 2015

Oslo - Wissenschaftler haben in den Weltmeeren im vergangenen Jahr 1451 bis dahin unbekannte Arten von Organismen entdeckt, darunter auch große Tiere wie einen Delfin mit einem Buckel und eine 50 Zentimeter große, giftige Qualle. Die Forscher gehen davon aus, dass in den Meeren noch mindestens 500.000 Organismen schwimmen, die noch nicht wissenschaftlich erfasst sind.

"Die Tiefsee wurde bisher wenig erforscht", sagte Jan Mees vom World Register of Marine Species. Vor allem im Indischen Ozean seien noch viele Entdeckungen zu machen. Viele Spezies würden wohl aussterben, bevor sie überhaupt erforscht seien.

Seit Beginn der Meerestier-Inventur im Jahr 2008 wurden mehr als tausend neue Fischarten registriert, darunter 122 Haie und Rochen. Etwa 18.000 Fischarten sind mittlerweile beschrieben.

Fast 200.000 angebliche Neuentdeckungen wurden von den Wissenschaftlern allerdings wieder von der Liste gestrichen: Es handelte sich um Organismen, die schon andere Forscher beschrieben hatten. Eine Seeschnecke wurde von 113 Wissenschaftlern als neuer Fund gemeldet - dabei hatte sie schon ein italienischer Forscher im Jahr 1792 beschrieben.

Wer ein unbekanntes Tier entdeckt, darf ihm einen Namen geben: Eine Milbe, die vor Puerto Rico gefunden wurde, heißt nun "Litarachna lopezae" - nach der US-Sängerin Jennifer Lopez. Ein britischer Wissenschaftler nannte einen Parasit, der auf Krebsen lebt, kurzerhand nach seiner Tochter Rohana. Das Tierchen heißt nun "Areospora rohanae".

vet/Reuters



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Worldwatch 12.03.2015
1. Der traurigste Satz ...
... "Viele Spezies würden wohl aussterben, bevor sie überhaupt erforscht seien." Nun gilt nur wahrlich nicht nur Tiere in den Ozeanen, Meeren, Fluessen und Seen. Leider gilt dieser Satz auf ALLE Flora wie Fauna ausgedehnt! Erde wird, wegen Mensch, zunehmend aermer. Wann Erde pleite sein wird, kann man sich grob ausrechnen, wenn man den Umfang wie (zunehmende) Geschwindigkeit der Verarmung anschaut. Und, was Mensch so tut, duldet und unterlaesst irgendwie als "Reichtum" zu betrachten, faellt stets schwerer.
hooverphonic 13.03.2015
2. Hoffentlich forschen sie nicht zu tief in der Tiefsee...
...sonst entdecken sie am ende noch die 'Yrr' die angeblich ganze Berge ins Meer versenken können ;) Dann wäre Schätzings "Schwarm" tatsächlich eines Tages Realität.
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