Island Unternehmer plant Massenexport von Walfleisch

Die heftig kritisierte Jagd auf Wale vor Island ist für dieses Jahr beendet - nun hofft ein Unternehmer auf das große Geschäft. 125 Finnwale haben seine Jäger erlegt, über die Nachfrage macht sich der Geschäftsmann keine Sorgen.

Erlegte Finnwale vor Island: Ein Unternehmer hofft auf das große Geschäft
AFP

Erlegte Finnwale vor Island: Ein Unternehmer hofft auf das große Geschäft


Reykjavik - Nach dem Ende der heftig kritisierten Walfangsaison vor Island in dieser Woche will ein Fänger mehr als tausend Tonnen Fleisch von Finnwalen exportieren. Der für die Jagd praktisch im Alleingang verantwortliche Unternehmer Kristjan Loftsson meinte am Wochenende im Reykjaviker Rundfunksender RUV: "Es wird überhaupt kein Problem, das Fleisch auf dem Markt loszuwerden. Ist es nie gewesen."

Im letzten Jahr hatten isländische und andere Medien berichtet, dass es in Japan als einzigem Abnehmerland kein Interesse gegeben habe. Dagegen spricht, dass in Japan zum Beispiel seit 2005 Programme laufen, in deren Rahmen Walfleisch als "Gesundheitskost" an Schulen und Krankenhäuser verteilt wird.

Loftsson hatte in diesem Jahr von der Regierung - gegen massive Proteste von internationalen Tier- und Umweltschutzorganisationen - grünes Licht für die Tötung von 150 Finnwalen bekommen. Dies ist die zweitgrößte Art der Meeressäuger nach den Blauwalen. Hinzu kam eine Quote von 100 der wesentlich kleineren Zwergwale, deren Bestand im Gegensatz zu dem der Finnwale als nicht gefährdet gilt.

Unter anderem der WWF protestierte gegen das isländische Vorgehen und verwies auf das seit 1986 weltweit geltende Walfang-Moratorium. Außerdem verstößt jeder Handel mit Walfleisch nach Überzeugung der Umwelt- und Tierschützer gegen das Artenschutz-Abkommen Cites.

Nach Angaben von Loftsson haben die für ihn arbeitenden Walfänger seit dem Frühjahr 125 Finnwale erlegt. Das Fleisch sei in Kühlhäuser eingelagert, von den Behörden geprüft und warte nun auf den Verkauf.

bim/dpa



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