Warnung: Politische Krise bringt Primaten an Rand des Aussterbens

Primaten werden gejagt, ihr Lebensraum wird zerstört. Mehr als die Hälfte der Arten steht mittlerweile auf der Roten Liste, berichtet die Weltnaturschutzunion. Eine politische Krise treibt sechs von ihnen nun besonders in die Enge.

Indri auf Madagaskar: Vom Aussterben bedroht Zur Großansicht
AFP

Indri auf Madagaskar: Vom Aussterben bedroht

Hamburg - Etwa die Hälfte aller Primaten-Arten ist nach Angaben von Naturschützern vom Aussterben bedroht. Die Zerstörung ihres Lebensraums, illegaler Handel mit den Tieren und die Jagd auf Affenfleisch stellten die größten Gefahren dar. Das teilte die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Montag im indischen Hyderabad mit, wo die Weltgemeinschaft über den Erhalt der biologischen Vielfalt berät.

Die biologische Ordnung der Primaten reicht von den winzigen Mausmakis über Schlankloris, Kapuzineraffen und Meerkatzen bis hin zu den Menschenaffen,

Die IUCN stuft auf ihrer Roten Liste mehr als die Hälfte der 633 bekannten Primaten-Arten als bedroht ein. Von manchen Spezies gibt nach Einschätzung der Wissenschaftler nur noch sehr wenige Tiere.

Besonders schlecht steht es laut dem Bericht "Primates in Peril", der die 25 am stärksten bedrohten Spezies auflistet, um die Arten in Madagaskar. Die dortige politische Krise habe zu einer verstärkten Jagd auf die Tiere wegen ihres Fleisches geführt. Ihr Lebensraum, der tropische Regenwald, werde gerodet. 6 der 25 am stärksten bedrohten Arten leben auf der Insel vor Afrika. Weitere Brennpunkte sind Vietnam, Indonesien und Brasilien.

Zu den im Bericht genannten Arten zählen der auf Madagaskar heimische Indri, die auf der indonesischen Insel Sulawesi lebenden Zwergkoboldmakis sowie der Östliche Flachlandgorilla aus dem Kongo.

Schlüsselrolle im Regenwald

"Primaten sind unsere nächsten lebenden Verwandten", sagte IUCN-Affenspezialist Russell Mittermeier. Der Schutz der Tiere liege im Interesse der Menschen - auch weil die Affen eine immer wichtigere Tourismus-Attraktion seien. Beim Erhalt des Regenwaldes spielten Primaten zudem eine Schlüsselrolle. "Sie dienen oft als Samen-Verteiler und helfen so, die Vielfalt des Waldes zu erhalten."

Die Wissenschaftler hatten allerdings auch eine positive Nachricht: Viele bedrohte Arten hätten sich dank des Einsatzes von Naturschützern wieder erholt.

Im 20. und 21. Jahrhundert habe die Welt keine einzige Primaten-Spezies verloren. Das sei ein besserer Befund als bei den meisten anderen großen Wirbeltieren, stellte die IUCN fest. Mittermeier fügte hinzu: "Erstaunlicherweise entdecken wir seit dem Jahr 2000 jedes Jahr neue Arten."

wbr/dpa

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