Panda-Gefährdung gesunken Das Comeback einer Ikone

Die Population der Pandabären wächst. Die Tiere gelten laut IUCN nicht mehr als "stark gefährdet". Doch in China ist man gar nicht erfreut über das Urteil der Artenschützer.

AFP

Es ist eine gute Nachricht vom IUCN-Kongress auf Hawaii. Der Pandabär wurde von "stark gefährdet" auf "gefährdet" zurückgestuft. Die Weltnaturschutzunion begründete dies mit der steigenden Population und den Waldschutzmaßnahmen in China, die Wirkung zeigten. Die IUCN gibt die Rote Liste vom Aussterben bedrohter Arten heraus.

Eine Zählung in China habe ergeben, dass die Population des Riesenpandas von 2004 bis 2014 um 17 Prozent gestiegen sei, so dass wieder 1864 Exemplare in freier Wildbahn leben. 2004 gab es 1596 Tiere, in den Achtzigerjahren lag die Population bei weniger als 1000. Über den Anstieg der Population hatte die chinesische Forstverwaltung schon im März 2015 berichtet.

Forstverwaltung widerspricht

Bei der Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) sorgt die neue Einstufung für Freude: "50 Jahre lang war der Riesenpanda die Ikone des weltweiten Artenschutzes, ebenso wie das Symbol des WWF. Zu erfahren, dass er nun einen Schritt weiter vom Aussterben entfernt ist, ist ein aufregender Moment für jeden Artenschützer", sagte WWF-Generaldirektor Marco Lambertini.

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Tierschutz in China: Das Comeback des Pandas

In Chinas Forstverwaltung war man allerdings wenig erfreut über den nun niedrigeren Gefährdungsstatus der IUCN. Man bezweifle, ob die Pandas tatsächlich weniger gefährdet seien, teilte die Behörde mit.

Der Lebensraum der Tiere in den Wäldern und Bergen in Chinassüdwestlicher Provinz Sichuan sei nach wie vor von Straßen und Schienen zerschnitten. Die Tiere lebten in kleinen Gruppen mit oft nur zehn Individuen und hätten Probleme, sich fortzupflanzen. Diese kleinen, voneinander isolierten Gruppen liefen ständig Gefahr, ganz zu verschwinden.

"Wir sind nicht alarmistisch"

"Wenn wir den Schutzstatus heruntersetzen oder den Artenschutz vernachlässigen, können die Population und die Lebensräume immer noch irreversible Verluste erleiden", hieß es. "Wir sind nicht alarmistisch, wenn wir weiter darauf hinweisen, dass die Pandas gefährdet sind."

Die Bären haben sich in Sichuan auf ein Areal von rund 2,6 Millionen Hektar ausgedehnt, wo sie in mehr als einem Viertel des Gebietes noch großen Gefahren ausgesetzt sind: Nicht nur Straßen und Schienen machen ihnen zu schaffen, es werden auch Wälder abgeholzt und Städte breiten sich aus.

China hat den Schutz der Pandabären zu einem nationalen Anliegen erklärt. Nachdem die Tiere aufgrund von Rodungen für die Landwirtschaft einen Großteil ihres Lebensraums verloren hatten, ließ die chinesische Regierung seit den Siebzigerjahren Aufzuchtstationen einrichten, in denen mittlerweile mehr als 200 Tiere leben.

hda/dpa/AFP

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