Japan Fischer ziehen Riesenkalmar aus Hafenbecken

Japanische Fischer melden einen spektakulären Fang: Sie fischten einen fast sechs Meter langen Riesenkalmar - aus einem Hafenbecken.

LiveLeak/dcmfox

Sie leben in der Tiefsee, nur selten bekommen Menschen diese Kreaturen lebendig zu Gesicht: Riesenkalmare. Jetzt gelang es japanischen Forschern in der Präfektur Toyama, einen solchen Koloss lebendig aus einem Hafenbecken zu fischen. Es soll mit Tentakeln eine Länge von fast sechs Metern haben. Ihren spektakulären Fang filmten die Fischer.

Die Fischer aus der Region berichten neuerdings häufiger über Riesenkalmar-Funde. Allein in diesem Jahr waren es bereits drei, und im vorigen acht. Die Tiere verfangen sich in den Garnelennetzen, die die Fischer in einer Tiefe bis 300 Meter auslegen. Das sei ungewöhnlich, da die Kalmare eher in größeren Tiefen leben - man vermutet sie in Tiefen von bis zu tausend Metern. Meist sterben sie in den Netzen.

Das jetzt gefangene Tier schwamm hingegen lebendig im Hafenbecken und starb erst kurz nach dem Fang. Der Sprecher eines lokalen Meeresaquariums sagte, der Kalmar werde zu Forschungszwecken untersucht. Wissenschaftler wissen bisher nur wenig über das Leben der Riesenkalmare.

Rätselhafte Kreatur

Die Tiefseekreaturen mit den zehn Armen galten lange als Mythos. Im Jahr 1857 beschrieb der dänische Naturforscher Japetus Steenstrup die Art Architeuthis dux, doch bis heute sind gesicherte Informationen rar. Wissenschaftler nehmen an, dass die Riesenkalmare Fische, Tintenfische sowie kleinere Artgenossen jagen. Bekannt ist auch, dass sie von Pottwalen gefressen werden.

Auch DNA-Analysen mehrerer Tiere brachten eher Rätselhaftes zu Tage. Demnach sind die Erbgut-Sequenzen bei allen untersuchten Riesenkalmaren frappierend ähnlich. Obwohl sie aus allen Ecken der Welt kamen - unter anderem aus den Meeren vor Japan, Neuseeland, Spanien und dem US-Bundesstaat Florida.

khü



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