Japan Makrelen sollen Thunfisch zeugen

Seit Sushi in aller Welt serviert wird, ist der Blauflossenthun vom Aussterben bedroht. Weitergefischt wird trotzdem. In Japan will ein Meeresbiologe die Fische nun nachzuzüchten - mit einer ungewöhnlichen Technik.

AP/ Tokyo University of Marine Science and Technology

Thunfisch steht nicht nur auf den Speisekarten von Restaurants, viele Arten stehen auch auf der Liste der gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten. Die Nachzucht ist aufwendig und teuer. Das will der japanische Meeresbiologe Goro Yamazaki ändern. Mit einer ungewöhnlichen Technik: Makrelen sollen den Blauflossenthunfisch austragen.

Yamazaki entnimmt dafür Keimzellen von gefangenem Thunfisch und spritzt sie in den Laich von Makrelen. Läuft alles nach Plan, wandern die Keimzellen in die Fortpflanzungsorgane der Baby-Makrelen. Das Ziel: Wenn die Baby-Makrelen ausgewachsen sind, sollen sie Blauflossenthunfische zeugen, ohne selbst zu dieser Art gehören.

Forellen aus Lachs

Was ungewöhnlich klingt, habe bereits funktioniert, sagen die Forscher. Yamazaki und seinem Team von der Tokyo University of Marine Science and Technology sei es bereits gelungen, mit dieser Technik Kugelfische zu züchten. Und auch Forellen habe man schon mithilfe von Lachs zur Welt gebracht.

Der Vorteil der Methode: Sie sei günstiger als herkömmliche Nachzuchtmethoden. Makrelen in Aquarien und Tanks zu halten, ist unkomplizierter als riesige Thunfische, sagt Yamazaki. Thunfische könnten bis zur Größe eines Kleinwagens heranwachsen und fräßen auch sehr viel mehr. Außerdem wachsen und laichen Makrelen schneller.

Nicht alle Experten sind von solchen Hightech-Lösungen begeistert. Amanda Nickson, Direktorin bei der Meeresschutzorganisation The Pew Charitable Trusts favorisiert eher eine andere Methode: So könnten auch strenge Fangquoten zur Erholung von einzelnen Thunfischarten führen, das zeige das Beispiel des atlantischen Blauflossenthunfischs, der in einigen Regionen wieder häufiger vorkommt.

Fotostrecke

4  Bilder
Was vom Sushi übrig bleibt

khü/AP



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
neanderspezi 20.11.2014
1. Die Umwandlung von Makrelen im Embryonalzustand in Thunembryonen ist schlicht unmöglich
Hier scheint ein Verb fälschlich gebraucht worden zu sein, Makrelen können selbst bei japanischen Wissenschaftlern mit göttlichen Fähigkeiten Thunfisch nicht zeugen, sondern im besten Fall nach Implantation von Thunembryonen im frühen Entwicklungsstadium in die Plazenta der weiblichen Makrelen zur Entwicklung gebracht und nach ihrer Reifung ausgetragen werden. Der Gewinn dabei ist, dass Makrelen in großen Seewassertanks gehalten werden können, was beim Thunfisch nicht funktionieren dürfte. Um ein Beispiel zu bringen: selbst die attraktivste Gorilladame könnte keinen Homo sapiens mit ihrem Liebhaber zeugen, sie könnte aber mit etwas Glück ein in ihre Gebärmutter eingesetztes Homo-Embryo wie eine Leihmutter zur vollständigen Entwicklung bringen und austragen, wobei aber durch die starke Gefährdung der Gorillas der umgekehrte Weg sinnvoller erscheinen sollte.
cassandros 20.11.2014
2. Wenn vor Lachen die Plazenta platzt
Zitat von neanderspeziHier scheint ein Verb fälschlich gebraucht worden zu sein, Makrelen können selbst bei japanischen Wissenschaftlern mit göttlichen Fähigkeiten Thunfisch nicht zeugen, sondern im besten Fall nach Implantation von Thunembryonen im frühen Entwicklungsstadium in die Plazenta der weiblichen Makrelen zur Entwicklung gebracht und nach ihrer Reifung ausgetragen werden. Der Gewinn dabei ist, dass Makrelen in großen Seewassertanks gehalten werden können, was beim Thunfisch nicht funktionieren dürfte. Um ein Beispiel zu bringen: selbst die attraktivste Gorilladame könnte keinen Homo sapiens mit ihrem Liebhaber zeugen, sie könnte aber mit etwas Glück ein in ihre Gebärmutter eingesetztes Homo-Embryo wie eine Leihmutter zur vollständigen Entwicklung bringen und austragen, wobei aber durch die starke Gefährdung der Gorillas der umgekehrte Weg sinnvoller erscheinen sollte.
In die ... "Plazenta" der Makrele? "Ausgetragen"? Möchtest du vielleicht einmal in Erfahrung bringen, was es bei den Fischen mit dem EIERLEGEN (Ablaichen) auf sich hat und dich danach(!) erneut dem Thema zuwenden?
neanderspezi 20.11.2014
3. Die Abfolge der Entwicklung zum lebensfähigen Thunfisch geht aus dem Bericht nicht hervor
Was glaubst du, wozu die Makrelen gebraucht werden? Vermutlich soll nach deiner Vorstellung der Laich der Makrelen durch gutes Zureden sich in Thunfischlaich verwandeln und danach so mir nichts dir nichts als befruchtete Thuneier und anschließend Thunlarven in den Behältern als heranwachsende Thunfische ihre Kreise ziehen. Platzen sie mal nicht, wenn es so nicht funktioniert. Laich hat erst nach der Befruchtung eine Entwicklung vor sich und wenn es genügen würde Makrelenlaich mit Thunfischsperma zu beglücken, wäre das Verfahren tatsächlich sehr einfach, aber eine Chimäre aus Makrele und Thunfisch soll vermutlich nicht gezüchtet werden. Offensichtlich hat das direkte Heranzüchten des Thuns aus befruchtetem Laich nicht funktioniert, denn dann müssten die Makrelen keinen Dienst tun, beziehungsweise hat es sich eben herausgestellt, dass der Thunfisch sich nicht bereit zeigt sich in Gefangenschaft zu vermehren. Das einzige was aus diesem Bericht nicht eindeutig hervorgeht ist, wie es gelingen mag in den Laich der Makrele befruchtete Thuneier zu implizieren und was danach notwendig ist, ihre Entwicklung in Gang zu bekommen, ganz abgesehen davon, wo befruchtete Thuneier herzubekommen sind.
cajunman 20.11.2014
4. For the record...
So many words, so little knowledge. Reproductive stem cells die aus gefangenen Thunfischen isoliert werden werden in unreife winzig kleine Makrelen injiziert wo sie sich je nachdem wo sie herkommen (Maennchen oder Weibchen) zu Eiern oder Sperma entwickeln. Das funktioniert nur in unreifen (und tatseachlich winzig kleinen) Makrelen da deren Immunsystem noch nicht ausgebildet ist. Zudem sind diese Makrelen alle tetraploid, produzieren also keine eigenen funktionsfaehigen Eier oder Sperma. Wenn die Makrelen dann geschlechtsreif sind und laichen produzieren sie - voila - Thunfischeier oder Sperma woraus dann befruchtete Thunembryonen enstehen, die sich dann natuerlich zu Thunfischen entwickeln.
cassandros 20.11.2014
5. Gametentransplantation
Zitat von neanderspeziWas glaubst du, wozu die Makrelen gebraucht werden? Vermutlich soll nach deiner Vorstellung der Laich der Makrelen durch gutes Zureden sich in Thunfischlaich verwandeln und danach so mir nichts dir nichts als befruchtete Thuneier und anschließend Thunlarven in den Behältern als heranwachsende Thunfische ihre Kreise ziehen. Platzen sie mal nicht, wenn es so nicht funktioniert. Laich hat erst nach der Befruchtung eine Entwicklung vor sich und wenn es genügen würde Makrelenlaich mit Thunfischsperma zu beglücken, wäre das Verfahren tatsächlich sehr einfach, aber eine Chimäre aus Makrele und Thunfisch soll vermutlich nicht gezüchtet werden. Offensichtlich hat das direkte Heranzüchten des Thuns aus befruchtetem Laich nicht funktioniert, denn dann müssten die Makrelen keinen Dienst tun, beziehungsweise hat es sich eben herausgestellt, dass der Thunfisch sich nicht bereit zeigt sich in Gefangenschaft zu vermehren. Das einzige was aus diesem Bericht nicht eindeutig hervorgeht ist, wie es gelingen mag in den Laich der Makrele befruchtete Thuneier zu implizieren und was danach notwendig ist, ihre Entwicklung in Gang zu bekommen, ganz abgesehen davon, wo befruchtete Thuneier herzubekommen sind.
Es steht im 2. Absatz der Meldung! Die Makrelen sollen "Leihmütter" für Thunfische werden.Zitat: "Yamazaki entnimmt dafür Keimzellen von gefangenem Thunfisch und spritzt sie in den Laich von Makrelen. Läuft alles nach Plan, wandern die Keimzellen in die Fortpflanzungsorgane der Makrelen. Das Ziel: Wenn die Makrelen ausgewachsen sind, sollen sie Blauflossenthunfische zeugen, ohne selbst zu dieser Art gehören."ZITAT ENDE.Es hilft ganz ungemein, die Meldung zu lesen! PS: Falls du dich wunderst, warum man Makrelen dafür heranzieht: Thunfische sind (große) Makrelen! - http://www.biologie-seite.de/Biologie/Makrelen_und_Thunfische
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.