Japan Schwerstes Erdbeben seit 2011 erschüttert Tokio

Ein Erdbeben der Stärke 6,0 hat die Häuser in Japans Hauptstadt Tokio heftig durchgeschüttelt. Das Beben ereignete sich am frühen Montagmorgen. Züge wurden gestoppt, es gab Verletzte.

Pressekonferenz in Tokio (5. Mai): Erde wackelte um 5.18 Uhr
AFP

Pressekonferenz in Tokio (5. Mai): Erde wackelte um 5.18 Uhr


Tokio - Japans Hauptstadt Tokio ist am Montag vom schwersten Erdbeben seit mehr als drei Jahren erschüttert worden, dabei jedoch von größeren Schäden verschont geblieben. Die US-Erdbebenwarte korrigierte die Stärke der Erschütterungen von 5,8 auf 6,0 nach oben, nach Behördenangaben bestand aber keine Tsunami-Gefahr. Örtlichen Medien zufolge zogen sich 17 Menschen beim Stolpern auf dem schwankenden Grund leichte Verletzungen zu.

Das Erdbeben riss die Bewohner Tokios um 5.18 Uhr Ortszeit (22.18 Uhr MESZ) aus dem Schlaf und ließ die Gebäude der dicht bebauten Millionenmetropole wackeln. In den Wohnungen gerieten Möbel ins Wanken, einige Züge wurden durch das automatische Verkehrssicherheitssystem vorübergehend angehalten.

Das Epizentrum lag in der Nähe der Insel Izu Oshima südwestlich der Bucht von Tokio, wie Japans Wetterbehörde mitteilte. Seinen Ausgangspunkt hatte das Beben laut der US-Erdbebenwarte in 15 Kilometern Tiefe. Mit kleineren Nachbeben in den nächsten Tagen sei zu rechnen, hieß es.

Für Tokio waren es die schwersten Erdstöße seit März 2011, als ein Erdbeben der Stärke 9,0 einen gewaltigen Tsunami auslöste. Damals starben mehr als 18.000 Menschen. Die Flutwelle traf auch das Atomkraftwerk Fukushima. In mehreren Reaktoren kam es darauf zur Kernschmelze. Hunderttausende Menschen mussten wegen des schwersten Atomunglücks seit Tschernobyl 1986 aus dem Katastrophengebiet flüchten.

Der Fukushima-Betreiber Tepco teilte nach dem Beben vom Sonntag mit, weder Fukushima noch andere Reaktoren in der betroffenen Gegend seien beschädigt worden. Japan hatte nach der Fukushima-Katastrophe zunächst den Ausstieg aus der Atomkraft verkündet, diesen Schritt aber kürzlich wieder rückgängig gemacht.

Japan wird jedes Jahr von mehreren relativ schweren Erdbeben erschüttert, da in der Region mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Aufgrund strikter Sicherheitsvorkehrungen für den Bausektor bleiben Erdstöße, die in anderen Ländern reihenweise Gebäude zum Einsturz bringen würden, aber oftmals ohne markante Folgeschäden. Auch beim schweren Beben von 2011 waren kaum Gebäude eingestürzt. Für die vielen Todesopfer sorgte der Tsunami, den das Beben ausgelöst hatte.

hda/AFP

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
a-mole 05.05.2014
1. optional
hab während meiner zeit in Japan/ Tokyo selber 1-2 Erdbeben miterlebt (den Rest hab ich verschlafen). Eins davon war mit 6,6 gemessen worden und ich hab es kaum gespürt (da im Erdgeschoss... die Kollegen in stock 15 mussten die Kaffeetassen festhalten). Irgendwie klingt es bei solchen Stärken immer alles schlimmer als man es tatsächlich spürt. Und wenn am ende Häuser einstürzen, waren es die alte, Holzbauten, welche dem nicht standhalten konnten.
rolarndt 05.05.2014
2. gelogen wie üblich?
mal abwarten, ob TEPCO wie üblich gelogen hat.
Tiananmen 05.05.2014
3.
Zitat von a-molehab während meiner zeit in Japan/ Tokyo selber 1-2 Erdbeben miterlebt (den Rest hab ich verschlafen). Eins davon war mit 6,6 gemessen worden und ich hab es kaum gespürt (da im Erdgeschoss... die Kollegen in stock 15 mussten die Kaffeetassen festhalten). Irgendwie klingt es bei solchen Stärken immer alles schlimmer als man es tatsächlich spürt. Und wenn am ende Häuser einstürzen, waren es die alte, Holzbauten, welche dem nicht standhalten konnten.
Das hat mich wirklich erstaunt, dass Holzbauten einstürzten. Bisher hatte ich das so verstanden, dass die traditionelle japanische Holzbauweise eben der Erdbeben-Festigkeit geschuldet war.
spon-facebook-10000097710 05.05.2014
4. 155km, nicht 15!
GDACS meldet "no humanitarien impact" und klassifiziert es als "grau", das ist noch nicht mal "grün", so unwichtig ist das... Mensch Medien!
silverhair 05.05.2014
5. Leichbauweise
Zitat von TiananmenDas hat mich wirklich erstaunt, dass Holzbauten einstürzten. Bisher hatte ich das so verstanden, dass die traditionelle japanische Holzbauweise eben der Erdbeben-Festigkeit geschuldet war.
Gegen Erdbeben machen Sie so einfach auch mit viel Technik nichts , aber es macht einen Unterschied ob ihnen Papierwände /Decken auf den Kopf fallen oder tonnenschwere Steinwände und Dächer! Leichtbauweise eben.
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