Japan Blitzendes Feuerwerk am Vulkan Sakurajima

Spektakel im Süden Japans: Von Blitzen begleitet schießen Lava und Asche hervor. In der Nähe liegt ein Atomkraftwerk - ihm droht keine Gefahr.

AP/ Kyodo News

Im Süden Japans ist der Vulkan Sakurajima ausgebrochen. Wie die japanische Wetterbehörde mitteilte, brach der Vulkan am Freitagabend Ortszeit aus, am Vormittag deutscher Zeit.

Die Behörde warnte davor, dass der sogenannte pyroklastische Strom - eine extrem heiße und schnell hangabwärts stürzende Mischung aus Gas, Asche und Gesteinsbrocken - sich in einem Umkreis von bis zu zwei Kilometern ausbreiten könnte.

Spektakuläre Fernsehbilder zeigten, wie orange Lava begleitet von Blitzen und Aschewolken aus dem Krater schoss. Angaben über mögliche Opfer oder Schäden lagen den Behörden zunächst nicht vor.

Von der Eruption werde keine weitere Gefahr ausgehen, sagte der Vulkanologe Kazuhiro Ishihara von der Kyoto University dem Fernsehsender NHK. Der Vulkan werde weiter überwacht.

Lavaschleuder

Die Wetterbehörde erhöhte die Warnstufe am Vulkan von zwei auf drei, was bedeutet, dass niemand Zutritt zu dem Berg hat. Eine Evakuierung der nahe gelegenen Orte war zunächst nicht geplant.

Der 1117 Meter hohe Vulkan Sakurajima liegt auf der gleichnamigen Halbinsel, wo rund 4000 Bewohner leben, in der Präfektur Kagoshima.

Der Vulkan ist eine regelrechte Lavaschleuder, er bricht häufig aus, im Jahr erlebt er Hunderte kleinere Explosionen. Die Anwohner müssen ihren Besitz ständig von Asche säubern.

Die Menschen in Sichtweite des Berges deuten die Fontänen als gutes Zeichen. Solange der Vulkan beständig Druck abbaue, bestehe weniger Risiko für eine gefährliche große Eruption, lautet die geläufige Kalkulation.

Keine Gefahr am AKW

Bei der größten Eruption des vergangenen Jahrhunderts im Januar 1914 mussten alle Bewohner ihre Insel verlassen. Monatelang quoll Lava aus dem Berg.

50 Kilometer vom Vulkan entfernt liegt das Atomkraftwerk Sendai, an dem kürzlich zwei Reaktoren wieder in Betrieb genommen wurden. Angesichts der Risiken von Erdbeben und Vulkanausbrüchen und mit Blick auf die durch ein Erdbeben ausgelöste Atomkatastrophe von Fukushima 2011 hatten Anwohner und Umweltschützer das Hochfahren der Reaktoren kritisiert.

AKW-Betreiber und Regierung sehen kein Risiko: Die Anlage könne 15 Zentimeter Asche aushalten. Eine Eruption, die mehr Asche in die AKW-Gegend geschossen hätte, liege mehr als 20.000 Jahre zurück - damals ging noch in tausend Kilometer Entfernung Asche nieder.

Der Sakurajima ist nicht der einzige Vulkan der Umgebung: 14 weitere aktive Vulkane liegen im Umkreis von 160 Kilometern um das AKW.

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boj/AFP/AP



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