Stärke 7,3: Schweres Erdbeben in Japan

Die Tsunami-Warnung für den Nordosten Japans ist wieder aufgehoben worden. Dies meldete der Sender NHK am Freitag. Ein Erdbeben der Stärke 7,3 hatte die Katastrophenregion des Landes erschüttert. Die Atomruine in Fukushima wurde dabei nicht beschädigt, wie der Betreiber Tepco berichtet.

Tsunami-Warnung: Die Erdbebenregion in einer Grafik der US-Meeresforschungsbehörde Zur Großansicht
NOAA

Tsunami-Warnung: Die Erdbebenregion in einer Grafik der US-Meeresforschungsbehörde

Tokio - Mehr als eineinhalb Jahre nach dem verheerenden Erdbeben im Nordosten Japans ist die Region am Freitag wieder von einem heftigen Erdstoß erschüttert worden. Es wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Die von dem Beben ausgelöste Flutwelle soll rund einen Meter hoch gewesen sein, wie aus der Küstenstadt Ishinomaki berichtet wurde.

Das Zentrum des Bebens lag am Freitag um 17.18 Uhr (Ortszeit) 240 Kilometer vor der Küste der Provinz Miyagi in einer Tiefe von 10 Kilometern, wie die Meteorologische Behörde meldete. Es könne sich um ein Nachbeben des Erdstoßes vom März 2011 gehandelt haben. Nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP war das Erdbeben auch in der Hauptstadt Tokio zu spüren.

Auch die Bewohner umliegender Regionen wurden durch die Behörden zu Wachsamkeit aufgefordert. Es bestand allerdings keine Gefahr eines großflächigen Tsunamis, hatte das pazifische Warnzentrum mitgeteilt. Nach einem Bericht des Senders NHK wurden fünf Menschen verletzt, darunter eine 75-jährige Frau, die bei der Flucht nach der Tsunami-Warnung stürzte. Aus der Präfektur Miyagi meldete die Polizei derweil keine größeren Schäden. Allerdings wurde stellenweise der Verkehr unterbrochen, um den Zustand der Straßen zu prüfen.

Japan wird regelmäßig von schweren Erdbeben heimgesucht. Am 11. März 2011 hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 einen verheerenden Tsunami ausgelöst, der weite Teile des Nordostens Japans verwüstete. Fast 20.000 Menschen starben oder gelten als vermisst. Durch die Naturkatastrophe wurde zudem mit der Beschädigung des Atomkraftwerks Fukushima eines der schwersten Atomunglücke der Geschichte ausgelöst.

Nach Angaben des Atombetreibers Tepco sind durch das Beben keine weiteren großen Schäden an der Atomruine entstanden. Die Mitarbeiter des Atomkraftwerks Fukushima hatten sich in Sicherheit gebracht. Das AKW sei aber nicht evakuiert worden. Die Nachrichtenagentur Kyodo hatte gemeldet, Tepco habe die Evakuierung der Anlage angeordnet.

nik/dpa/afp

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insgesamt 46 Beiträge
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1. Toll, diese schnelle Schadenfreiheit an der Reaktorruine..
zeitmax 07.12.2012
vor allem am Abklingbecken. Wie können diese "Experten" das so schnell wissen? Es waren übrigens zwei 7,3-Beben in kurzem Abstand.
2. Berichterstattung
grubers 07.12.2012
na immerhin ist jetzt das havarierte Kraftwerk eine Folge des Tsunamis und nicht mehr der Tsunami eine Folge des Kraftwerkunglücks ... So in etwa kam es einem auf SPON immer vor :)
3.
de-be 07.12.2012
... macht doch nichts ... ist doch alles sicher ... wie immer!
4. Riesenwelle?
tw1974 07.12.2012
Im Kopf wird von einer "Riesenwelle" gesprochen, die in Fukushima erwartet wird, weiter unten heißt es dann, eine Welle mit einer Höhe von 50 cm würde erwartet werden. Ist das ernst gemeint? Sorgen würde ich mir machen, wenn die Welle 50 METER hoch wäre, aber bei 50 cm??
5. ===
Originalaufnahme 07.12.2012
Zitat von grubersna immerhin ist jetzt das havarierte Kraftwerk eine Folge des Tsunamis und nicht mehr der Tsunami eine Folge des Kraftwerkunglücks ... So in etwa kam es einem auf SPON immer vor :)
Falsch gedacht! Das havarierte Kraftwerk wurde von Menschen geplant, errichtet und betrieben. Erdbeben und Tsunamis gab es schon lange vorher - übrigens nicht nur in Japan.
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