Pazifik Japanische Fischer töten mehr als 170 Wale

Eine Flotte japanischer Walfangschiffe hat in drei Monaten 177 Wale im Nordwest-Pazifik erlegt - offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken. Doch das sei nur ein Vorwand, sagen Kritiker.

Walfang von japanischem Fischerboot
DPA

Walfang von japanischem Fischerboot


134 Sei- und 43 Zwergwale - das ist die Bilanz des jährlichen Beutezugs japanischer Fischer im Pazifik. Diese Zahlen hat das zuständige Fischereiministerium nun bekanntgegeben. Jedes Jahr ab Mai machen die Japaner Jagd auf die Meeressäuger - offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken.

Dies ist formal auch erlaubt, trotz des seit 1986 geltenden weltweiten Walfangmoratoriums. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt verfolgt dabei allerdings zugleich das erklärte politische Ziel, auch die kommerzielle Jagd auf Großwale wieder zuzulassen.

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Außer im Nordpazifik fängt Japan auch Wale in der Antarktis. Tokio beruft sich dabei stets auf eine Ausnahmeregelung der Internationalen Walfangkommission (IWC), wonach Wale zu wissenschaftlichen Zwecken getötet werden dürfen.

So hieß es auch diesmal, man habe das Ökosystem erforschen wollen. Dazu werde der Mageninhalt der Wale sowie ihre Haut untersucht. Die Ergebnisse werden der IWC berichtet. Allerdings wird das Fleisch getöteter Wale nach den Expeditionen zum Verzehr verwendet.

Im Video: Sea Shepherds gegen Walfänger

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Kritiker werfen der Regierung in Tokio schon lange vor, unter dem Deckmantel der Forschung wieder den kommerziellen Walfang einführen zu wollen. Japans stures Festhalten an der Jagd auf die Meeressäuger sorgt weltweit immer wieder für Proteste.

Außer Japan fangen auch Norwegen und Island Wale - beide Nationen befischen den Nordatlantik und sehen sich nicht an die IWC-Regelung gebunden.

joe/dpa

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