Indonesien Seltenes Baby-Nashorn tappt in Videofalle

Das Java-Nashorn steht kurz vor dem Aussterben, es gibt weltweit nur noch 57 Exemplare - bisher. Tierschützer haben Hoffnung, dass es mit dem Bestand aufwärts geht: In Indonesien wurden drei Kälber gefilmt.

Aufnahme aus dem neuen Video: Java-Nashorn mit Kalb
DPA/ UJUNG KULON NATIONAL PARK

Aufnahme aus dem neuen Video: Java-Nashorn mit Kalb


In einem indonesischen Nationalpark haben die extrem seltenen Java-Nashörner Nachwuchs bekommen. Zwei männliche und ein weibliches Kalb wurden im April, Mai und Juli auf Film festgehalten. Damit sei die Zahl der Nashörner im Ujung-Kulon-Nationalpark von 57 auf 60 gestiegen, sagte ein Sprecher des Forst- und Umweltministeriums am Dienstag.

Laut der Umweltorganisation WWF ist das Java-Nashorn wahrscheinlich das seltenste große Säugetier der Erde. Die Nashörner gibt es nur im Ujung-Kulon-Nationalpark. In den vergangenen Jahren sei die Population der Java-Nashörner aber gewachsen, was laut WWF Grund zur Hoffnung gibt.

In anderen Ländern jedoch sind die Tiere ausgestorben, etwa in Vietnam. Dem letzten Exemplar bot auch ein Nationalpark nicht genug Schutz - es fiel Wilderern zum Opfer. Den Tieren wurde ihr Horn zum Verhängnis.

Die Nashörner leben jetzt nur noch auf Java im Ujung-Kulon-Nationalpark. Nur sehr wenige Zoos haben jemals Java-Nashörner gehalten, seit mehr als einem Jahrhundert findet sich kein Exemplar dieser Art in Gefangenschaft - es existiert also kein Aufzuchtprogramm.

Undatiertes Foto eines Java-Nashorns in Indonesien
AP/ UJUNG KULON NATIONAL PARK

Undatiertes Foto eines Java-Nashorns in Indonesien

Ursprünglich hatten Forscher gehofft, dass auch in dem vietnamesischen Nationalpark noch weitere Java-Nashörner lebten. Nun aber haben sie 22 Nashorn-Kotproben aus dem Gebiet genetisch analysiert. Das Ergebnis: Alle stammten von demselben Tier - das im Frühjahr 2010 getötet wurde.

Nach Angaben der internationalen Naturschutzorganisation IUCN erstreckte sich die Heimat der Java-Nashörner früher von Bangladesch und wahrscheinlich Südchina bis hin nach Sumatra und Java. Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Bestände in hohem Tempo zu schwinden.

Wilderer hatten es vor allem auf ihr Horn abgesehen. Hornpulver gilt in der traditionellen Medizin Asiens als Heilmittel für diverse Leiden, darunter Malaria und Epilepsie. Für Wilderer lohnt sich daher die Jagd auf die großen Säugetiere.

Das vietnamesische Gesundheitsministerium teilte mit, dass selbst die meisten Heiler nicht mehr an die Heilkraft des Hornpulvers glauben - dennoch ließen Reiche den traditionelle Glauben gerne weiterleben.

boj/dpa



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insgesamt 22 Beiträge
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frank_w._abagnale 08.09.2015
1. Zwei Seiten der Medaille.
Diese Tiere mögen selten sein. Aber sie schaden auch der Landwirtschaft und damit der Menschheit, indem sie die Felder zertrampeln, die mühsam durch Brandrodung dem ansonsten nutzlosen Urwald abgerungen wurden. Diese Seite sollte in einem objektiven Artikel auch beleuchtet werden.
optikus68 08.09.2015
2. Zwei Seiten der Medaille
Der Mensch schadet der ganzen Erde in einem riesigen Aussmaß. Urwälder sind also nutzlos. Da sieht man wieder die Bildungslücken...
festuca 08.09.2015
3. Unfassbar.
Zitat von frank_w._abagnaleDiese Tiere mögen selten sein. Aber sie schaden auch der Landwirtschaft und damit der Menschheit, indem sie die Felder zertrampeln, die mühsam durch Brandrodung dem ansonsten nutzlosen Urwald abgerungen wurden. Diese Seite sollte in einem objektiven Artikel auch beleuchtet werden.
Genau diese angemahnte Objektivität vermisse ich bei Ihnen. Warum nicht gleich global den "nutzlosen Urwald" abbrennen und Soja- und Palmölplantagen dort anlegen? Und Großtiere haben auf diesem Planeten sowieso nichts zu suchen... Entweder haben Sie ein ziemlich krasses Weltbild oder ich verstehe die Ironie in Ihrem Beitrag nicht.
-dye- 08.09.2015
4. Mühsame Brandrodung?
Ich hoffe ihr Beitrag war nicht so ernst gemeint wie er sich liest.. Wäre ja ein Trauerspiel. Man mag es kaum glauben aber dieses blöde Holz was dem Menschen da im Weg steht ist sehr sinnvoll und sogar lebensnotwendig!
brooklyner 08.09.2015
5.
Zitat von optikus68Der Mensch schadet der ganzen Erde in einem riesigen Aussmaß. Urwälder sind also nutzlos. Da sieht man wieder die Bildungslücken...
Fatalismus ist therapierbar.
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