Kadetrinne Forscher bergen toten Zwergwal aus der Ostsee

Das Tier könnte auf der Suche nach Futter irrtümlich in die Ostsee gelangt sein: Vor Mecklenburg haben Experten einen toten Zwergwal geborgen - offenbar wurde ihm ein Schiff zum Verhängnis.

Toter Zwergwal auf dem Gelände des Meeresmuseums Stralsund
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Toter Zwergwal auf dem Gelände des Meeresmuseums Stralsund


In der Ostsee ist ein toter Zwergwal entdeckt worden. Der etwa sechs Meter lange Meeressäuger soll am Donnerstag in Stralsund von Experten des Deutschen Meeresmuseums zerlegt werden.

Das Tier war am Mittwoch von der Besatzung einer Fähre tot treibend in der Kadetrinne entdeckt worden, einem Seegebiet zwischen Mecklenburg und der dänischen Insel Falster. Es handelt es sich um ein junges Weibchen, sagt der Kurator für Meeressäuger des Deutsches Meeresmuseums, Michael Dähne.

Offenbar wurde ihm eine Schiffsschraube in der viel befahrenen Kadetrinne zum Verhängnis. Zwei parallele Schnitte zögen sich über Oberkörper und Oberkiefer des wohlgenährten Jungtieres, teilten Experten des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund mit.

Der größere Schnitt habe eine Länge von 1,20 Meter und sei 10 bis 20 Zentimeter tief, sagte der Kurator für Meeressäuger, Michael Dähne. Solche parallelen, scharfen Schnitte seien ein typisches Muster bei Verletzungen durch Schiffsschrauben.

Zwergwale sind in der Ostsee nicht beheimatet. Das Tier sei möglicherweise auf der Suche nach Futter als Irrgast in die Ostsee gelangt.

Auch andere Wale in der Ostsee

Das passiert immer wieder. In der Wohlenberger Wiek vor Mecklenburg-Vorpommern wurde kürzlich ein seltener Sowerby-Zweizahnwal gesichtet. Ein Wal dieser Art war bislang nur einmal - 1913 an der Greifswalder Oie - vor deutschen Ostseegewässern nachgewiesen worden.

Auch eine Buckelwal-Mutter mit einem Kalb war kürzlich in der Ostsee unterwegs. Das fanden dänische und deutsche Wissenschaftler bei der Auswertung von Bildern heraus, die Wassersportler gemacht hatten.

Im Februar gab es eine ähnliche Sensation. Vor Flensburg sprangen zwei Große Tümmler im Wasser herum.

Beheimatet sind in der Ostsee Schweinswale, allerdings ist ihr Bestand gefährdet. Ergebnissen des internationalen Forschungsprojekts SAMBAH zufolge leben rund 450 Schweinswale in der zentralen Ostsee.

Das Foto zeigt den toten Zwergwal nach seiner Bergung auf dem Gelände des Meeresmuseums Stralsund:

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boj/dpa

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
johannesbueckler 10.03.2016
1. Schade für das schöne Tier..
Aber wäre das Wort "seziert" nicht besser geeignet gewesen als "zerlegt" für die Untersuchungen der Forscher ?
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