Erderwärmung Lebensraum der Kaiserpinguine ist bedroht

Er gilt als eine Ikone der Antarktis: der bis zu 1,20 Meter große Kaiserpinguin. Doch seine Zukunft ist ungewiss. Der Klimawandel verändert seinen Lebensraum, die Packeisgrenze der antarktischen Zone.

Kaiserpinguinküken: Biologen fordern, die Tiere als gefährdet einzustufen
AP/ Warner Indipendent Pictures

Kaiserpinguinküken: Biologen fordern, die Tiere als gefährdet einzustufen


Bis zum Jahr 2100 wird die derzeit 600.000 Individuen umfassende Population der Kaiserpinguine um mindestens ein Fünftel reduziert. "Das sind keine guten Neuigkeiten für den Kaiserpinguin", sagte Hal Caswell von der amerikanischen Woods Hole Oceanographic Institution, Co-Autor der Studie in der Zeitschrift "Nature Climate Change".

Der Grund für die Veränderung ist die Erderwärmung. Sie macht die Eisschicht instabil. Wird es im Frühjahr wärmer, können Wellen die Eisdecke aufbrechen und Pinguinkolonien spalten. In der Studie fordern die Forscher deshalb, den Kaiserpinguin als gefährdet einzustufen. Nur so könne der Bestand vor weiteren Bedrohungen durch Tourismus und Fischfangindustrie geschützt werden.

Doch dieses Ziel durchzusetzen, wird nicht einfach sein. Denn zunächst geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung: Bis 2050, erwarten die Forscher, wird die Zahl der Kaiserpinguine in den 45 bekannten Kolonien zunächst sogar leicht ansteigen. Denn trotz der Erwärmung hat das Eis der Antarktis sich in den vergangenen Wintern ausgedehnt. Mehr Eis bedeutet auch mehr Algenwuchs auf der Unterseite der Eisschicht. Mehr Algen können mehr Krill ernähren, und Krill wiederum steht auf dem Speiseplan der Kaiserpinguine.

Mehr Eis bedeutet lange Wege zum Futter

Auch wenn das Nahrungsangebot durch mehr Eis steigt, hilft dieser Umstand den Kaiserpinguinen aber auch nicht unbedingt - denn mehr Eis macht es wiedrum schwieriger für die Pinguine, während der Brutzeit an ihr Futter heranzukommen. Die Männchen bleiben dann bei den Eiern - dicht zusammengedrängt, damit bei Temperaturen um minus 50 Grad Celsius so wenig Wärme wie möglich verloren geht. Die Weibchen machen sich in der Zeit auf zum Fischfang. Bis zu hundert Kilometer legen sie dabei zurück, bis sie zum Rand des Packeises kommen und einen Einstieg in das Wasser finden. Mehr Eis bedeutet für sie noch längere Wege.

Derzeit ist unklar, ob es den Kaiserpinguinen langfristig gelingen wird, sich vor den Folgen der Erderwärmung auf höhergelegenes Eis oder gar das Festland in Sicherheit zu bringen. Kürzlich wurden bereits vier Kolonien gesichtet, die auf instabilem Schelfeis saßen - von dessen Rand ständig Eisberge abbrachen.

Die Studie untersucht zum ersten Mal die Langzeitaussichten für Kaiserpinguine. Insgesamt, folgern die Forscher nach Berücksichtigung der verschiedenen Faktoren, wird sich die Population bis 2100 um 19 Prozent verringern. Zwei Drittel der Kolonien würden sogar über die Hälfte an Vögeln verlieren.

Pinguine haben keine Lobby

Und die Kaiserpinguine sind nicht die Einzigen, die es treffen wird. Den meisten der 18 Pinguinarten geht es zunehmend schlechter. Nur die Populationen von Königspinguinen, Adeliepinguinen und Zügelpinguinen nehmen an Stärke zu. Trotzdem habe den Pinguinen bislang niemand besondere Aufmerksamkeit geschenkt, bemängeln die Forscher. Anders als die Eisbären hätten Pinguine keine besonders große Lobby.

Die Kaiserpinguine haben gegenüber den anderen Arten den Vorteil, dass sie auch vom All aus gut zu untersuchen sind. Denn ihr Kot hinterlässt auf dem Eis dunkle Spuren, die auf Satellitenaufnehmen klar erkennbar sind. Andere Arten, die auf dem Festland zwischen Felsen und Schneeverwehungen leben, sind weitaus schwieriger zu entdecken.

Fotostrecke

7  Bilder
Unbekannte Siedler: Tausende Pinguine

anf/Reuters



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
übel_ismir-schonlang 01.07.2014
1. Lebensraum des Winterweizens ist bedroht.
Auf Grund der globalen Klimaerwärmung ist der Winterweizen mehr und mehr bedroht, da bekanntlich immer öfter der Winter ausfällt. Einzig und allein in der Antarktis wird es noch optimale Klimabedingungen geben, um dieses lebensnotwendige Getreide anzubauen. Aber oh weh, aufgrund der langen Transportwege werden die Containerschiffe die globale Klimaerwärmung noch weiter vorantreiben, so dass in wenigen Jahren auch dieser letzte Kontinent nicht mehr für Ackerbau taugen wird. Als alternativlose Lösung gibt es nur den Flug zu den Eisplaneten und Kolonisation derselbigen, die erst in vielen Jahrtausenden von der menschgemachten globalen Katastrophe der Erd- sorry Eisplaneterwärmung betroffen sein werden. Also, auf zu den Sternen, worauf warten wir noch? Dass der Winterweizen zum Sommerweizen genmanipuliert wird?
hardii 01.07.2014
2. Die Kaiserpinguine überlebten zig Eiszeiten und auch Warmzeiten
Kein Grund zur Panik. Sie überleben sicher auch den Alarmismus des IPCC. ;-)
hardii 01.07.2014
3. Antarktis-Eis-Fläche hat deutlich zugenommen
Ich darf einmal genüsslich aus dem Artikel zitieren: Denn trotz der Erwärmung hat das Eis der Antarktis sich in den vergangenen Wintern ausgedehnt. Zitat-Ende. Physik lässt bei Temperatur-Erhöhung Eisflächen schmelzen, nicht wachsen. Alles Andere ist Alarmisten-Voodo, keine Physik.
lavama 01.07.2014
4.
Zitat von hardiiIch darf einmal genüsslich aus dem Artikel zitieren: Denn trotz der Erwärmung hat das Eis der Antarktis sich in den vergangenen Wintern ausgedehnt. Zitat-Ende. Physik lässt bei Temperatur-Erhöhung Eisflächen schmelzen, nicht wachsen. Alles Andere ist Alarmisten-Voodo, keine Physik.
Aha keine Physik und Alarmisten-Voodo! Dir ist schon klar, für die Ausdehnung der Eisflächen ist nicht nur die Temperatur alleine verantwortlich! Da spielen gerade wenn es nur um ein oder vielleicht 2Grad geht noch Faktoren mit, wie z. Bsp. Meeresströmungen oder Niederschläge. Die Welt ist bedauerlicherweise komplexer als a+b=c.
hardii 01.07.2014
5. Globale Eisbedeckung:
Zitat von lavamaAha keine Physik und Alarmisten-Voodo! Dir ist schon klar, für die Ausdehnung der Eisflächen ist nicht nur die Temperatur alleine verantwortlich! Da spielen gerade wenn es nur um ein oder vielleicht 2Grad geht noch Faktoren mit, wie z. Bsp. Meeresströmungen oder Niederschläge. Die Welt ist bedauerlicherweise komplexer als a+b=c.
Ok, nehmen wir sämtliche Strömungen, NORDEN und SÜDEN zusammen Alles im grünen Bereich! Siehe Globale Eisbedeckung: http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/IMAGES/global.daily.ice.area.withtrend.jpg [IMG]http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/IMAGES/global.daily.ice.area.withtrend.jpg[/IMG] Die globale Eisbedeckung ist ein sehr sensibles Temperaturindiz, leichte Schwankungen vom zusammenschiebenden Sturm ist normal, wie man erkennen kann gibt es keine Änderung, weder in die eine - noch in die andere Richtung. Zur Zeit ist sogar eine größere Eisfläche als der langjährige Mittelwert.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.