Dürre in den USA Kalifornien schaltet die Strandduschen ab

Die extreme Dürre zwingt Kalifornien zu stärkeren Eingriffen in den Wasserverbrauch. Der US-Bundesstaat wird ab der kommenden Woche die Duschen an den Stränden abschalten.

Stranddusche an der Küste Kaliforniens: Noch läuft das Wasser
REUTERS

Stranddusche an der Küste Kaliforniens: Noch läuft das Wasser


Besucher von Kaliforniens Stränden verbrauchen jedes Jahr bis zu 68 Millionen Liter Frischwasser, um sich den Sand und das Salzwasser nach dem Bad im Meer abzuwaschen. Nun soll damit erstmal Schluss sein: Die Duschen an den Küstenabschnitten des US-Bundesstaats werden kommende Woche abgeschaltet.

"Kalifornien hat mit einer sehr schweren Dürre zu kämpfen", teilte Lisa Mangat, Verantwortliche für die Freizeitanlagen des Bundesstaats, mit. "Es ist daher für alle Kalifornier bei der Arbeit, Zuhause und bei Freizeitbeschäftigungen wichtig, sparsam mit Wasser umzugehen."

Die Maßnahme des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats ist ein weiterer Versuch, der extremen Trockenheit im Land Herr zu werden. Seit Jahren kämpft Kalifornien mit den Folgen der Dürre, die die bedeutende Agrarindustrie Milliarden kostet. Kein Staat in den USA produziert so viele Agrarprodukte wie Kalifornien, mehr als die Hälfte der in den USA angebauten Nüsse, Früchte und des Gemüses wird hier angepflanzt.

Die Wasserressourcen sind stark angegriffen. Satellitenbilder haben gezeigt, dass auch die Grundwasserpegel bereits stark gesunken sind. Studien über die Klimageschichte der Region haben ergeben, dass die aktuelle Trockenheit nicht etwa die Ausnahme, sondern eine Rückkehr zum Normalzustand sein könnte.

Den meisten wird das dramatische Ausmaß allerdings erst jetzt bewusst - spätestens seitdem Gouverneur Jerry Brown im April die Kalifornier per Dekret zum Wassersparen gezwungen hat: Haushalte, Städte und Gemeinden sollen demnach ihren Wasserverbrauch um ein Viertel senken, zum Beispiel durch neue Normen für Toiletten und Wasserhähne und indem Rasenflächen nicht mehr bewässert werden.

Zeitraffer: Die Dürre im Südwesten der USA. Gelb steht für "abnormal trocken", helles Orange für "moderate Dürre", dunkles Orange für "starke Dürre", Rot für "extreme Dürre" und Braun für "außergewöhnliche Dürre".
United States Drought Monitor

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yes/Reuters

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insgesamt 52 Beiträge
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MarkusH. 11.07.2015
1. in der Wüste Gemüse anbauen?
wächst sicher super. aber der Raubbau am Grundwasser wird sicher die ganze Region umkrempeln. schade aber trifft wie immer hauptsächlich den Normalbürger.
Ein_denkender_Querulant 11.07.2015
2. Wo ist das Problem?
Warum muss es staatliche Eingriffe geben? Das ist gegen die Freiheit jedes einzelnen. Der Markt regelt den Preis. Mehr braucht es in good old America nicht.
andros0813 11.07.2015
3. lehrmeisterland
toll, endlich auch in usa angekommen...wasser ist neben luft unser höchstes gut zum leben...die weltmeister im wasserverschwenden haben ihren lehrmeister gefunden..aber ist eh wurscht, für kalifornien kommts zu spät..back to the roots, wasser wird in kürze das neue gold..nur wer zahlt darf überleben..toll
carranza 11.07.2015
4. Strandduschen?
Habe ich noch nie gebraucht.
Pfaffenwinkel 11.07.2015
5. Auch die Amerikaner
werden noch lernen, mit der Natur respektvoll umzugehen und nicht Raubbau zu betreiben.
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