Anti-Dürre-Plan der Regierung Kalifornier rebellieren gegen das Wassersparen

Wegen der extremen Dürre zwingt der Gouverneur von Kalifornien seine Landsleute zum Wassersparen. Doch es regt sich Widerstand: Farmer und Friedhofsgärtner wollen sich vom Staat nichts vorschreiben lassen.

AFP

Das Vorhaben erscheint radikal: Um 25 Prozent sollen die Privathaushalte im US-Bundesstaat Kalifornien ihren Wasserverbrauch senken - und zwar binnen eines Jahres. Seit vier Jahren leidet das Land unter einer Dürre. "Die Leute sollten sich klarmachen, dass wir in einem neuen Zeitalter leben", erklärte Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown am Mittwoch.

Über die Wassersparpläne wird in den USA lebhaft debattiert. Es geht schließlich um den mit Abstand bevölkerungsreichsten Bundesstaat des Landes. Für sich genommen ist Kalifornien mit seinen fast 40 Millionen Einwohnern die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Und ausgerechnet dort ergreift die Regierung nun Maßnahmen, die man sonst nur aus unterentwickelten Ländern kennt.

Dass Kalifornien seinen Umgang mit Wasser radikal verändern muss, daran zweifelt kaum noch jemand. Browns Pläne stoßen trotzdem auf Widerstand. Dass in erster Linie Privathaushalte in die Pflicht genommen werden - und nicht die Landwirtschaft -, empört die Menschen. Sie sollen ihren Verbrauch drastisch senken, Großverbraucher werden geschont.

Die Kürzungen gelten ausdrücklich auch für Golfplätze, öffentliche Parks und Grünanlagen, Mittelstreifen auf Straßen und Friedhöfe. Auf dem East Lawn Memorial Cemetery in Sacramento macht man sich deshalb Sorgen: "Die Leute erwarten grünes Gras, wenn sie die Gräber ihrer Angehörigen besuchen", sagt Lisa West vom Management des Friedhofs in der Zeitung "The Sacramento Bee". Man habe eine Verantwortung den Familien gegenüber, den Ort würdevoll zu gestalten.

Kritik von der Agrarlobby

Für den Wasserexperten Jonas Minton von der Umweltschutzorganisation Planning and Conservation League kommt Browns Initiative "viel zu spät". Vor allem aber sei sie wenig effektiv, weil der Staat nicht gegen das Abpumpen von Grundwasser und bewässerungsintensive Pflanzen in der Landwirtschaft vorgehe, sagte er der "Los Angeles Times".

Auch die Agrarlobby kritisiert Browns Pläne, obwohl sie vergleichsweise glimpflich davonkommt. So bemängeln Farmer mit alten Wasserrechten, dass sie schon im zweiten Jahr in Folge keine Lieferungen aus dem staatlichen kalifornischen Bewässerungsprojekt mehr bekämen. 400.000 Hektar Fläche habe man nicht bewirtschaften können, dies bedeute einen Umsatzverlust von zwei Milliarden Dollar.

Für Empörung sorgt Browns Aufforderung, es doch mit Pflanzen zu versuchen, die weniger Wasser benötigen. Eine solche Regulierung von Pflanzen störe den freien Markt und habe unerwünschte ökonomische Nebenwirkungen, sagte Jeffrey Mount vom privaten Public Policy Institute of California. "Nach unserer Auffassung macht die Regierung keine gute Arbeit, wenn sie entscheidet, was angebaut wird und was nicht." In einigen Gegenden könnten drastische Maßnahmen der Regierung dramatische wirtschaftliche und soziale Folgen haben, warnt Mount in der Zeitung "Los Angeles Times". Man müsse deshalb sehr sorgsam vorgehen.

Dass der Gouverneur die Bauern schont, verwundert kaum. In Kaliforniens Wirtschaft spielen Farmer eine enorm wichtige Rolle. Im zentralen Tal des Westküstenstaats wird auf einer Länge von 700 Kilometern das meiste Obst und Gemüse in den USA produziert. 80 Prozent aller Mandeln der Welt kommen aus dem Central Valley. Mehr als 40 Milliarden Dollar bringt der Verkauf der Agrarprodukte aus dem "Golden State" jährlich ein.

Zeitraffer: Die Dürre im Südwesten der USA

Trockenheit im Südwesten der USA: Gelb steht für "abnormal trocken", helles Orange für "moderate Dürre", dunkles Orange für "starke Dürre", Rot für "extreme Dürre" und Braun für "außergewöhnliche Dürre".

Trockenheit im Südwesten der USA: Gelb steht für "abnormal trocken", helles Orange für "moderate Dürre", dunkles Orange für "starke Dürre", Rot für "extreme Dürre" und Braun für "außergewöhnliche Dürre".

Trockenheit im Südwesten der USA: Gelb steht für "abnormal trocken", helles Orange für "moderate Dürre", dunkles Orange für "starke Dürre", Rot für "extreme Dürre" und Braun für "außergewöhnliche Dürre".

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Trockenheit im Südwesten der USA: Gelb steht für "abnormal trocken", helles Orange für "moderate Dürre", dunkles Orange für "starke Dürre", Rot für "extreme Dürre" und Braun für "außergewöhnliche Dürre".

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Trockenheit im Südwesten der USA: Gelb steht für "abnormal trocken", helles Orange für "moderate Dürre", dunkles Orange für "starke Dürre", Rot für "extreme Dürre" und Braun für "außergewöhnliche Dürre".

Lake Mead im Juni 2013 und Juli 2014

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insgesamt 168 Beiträge
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Seite 1
wahe 05.04.2015
1.
wenn Kalifornien die gereinigten Abwässer der großen Centren per Sonnenkraft in Verieselungsfelder östlich der Anbaugebiete pumpen würden,, dann käme fürs Grundwasser eine Erneuerung zustande. Das gilt nicht nur für Kalifornien, Frankfurt/M wäre auch so ein Beispiel.
scottbreed 05.04.2015
2. Kein Mitleid
mit sowas habe ich kein Mitleid. die ganze Problematik war schon seid Jahrzehnten bekannt und alle verantwortlichen haben sich von jahr zu jahr nur durch gewurschtelt und kräftig in ihre Taschen gewirtschaftet.. Und jetzt wird das Bein dicke und nun drohen Konsequenzen.. jetzt geht der verteilungsKampf ums Wasser los.. nee mit solchen korrupten Menschen habe ich kein Mitleid B-) sollen sie verdursten.. wer nicht hören will muss fühlen :-))
bbrot99 05.04.2015
3. im
und daran gehen dann alle kaputt. Und dann? Recht auf Wasser einklagen? Gigantische Entsalzungsanlagen bauen? Schaun mer mal, wohin das alles führt...
doreen-jueppy 05.04.2015
4. Da kam eine lange Dürrre steht in der Bibel
Die Natur rächt sich u. ist stärker als die Menschen, sie können noch so viel erforschen u. entwickeln, es hilft nicht, wenn die Natur, die Erde mit Giftsaat durch große Mengen von Menschen vergiftet wird, rächt ich die Natur auf ihre Weise. Die Menschen sollten wieder etwas zurückschrauben, nicht nur an Profit denken u. mehr auf die Natur hören, sonst wird die Rache noch größer.
Msc 05.04.2015
5.
Undenkbar für viele Amerikaner, dass natürliche Ressourcen zu Ende gehen können. Und dann auch noch sowas schlecht importierbares wie Wasser. Es muss aber offenbar erst noch schlimmer werden bevor sich etwas ändert. Wie sagt man hierzulande? Wer nicht hören will, müssen fühlen.
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