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Wasserknappheit in Kalifornien: Gouverneur ruft Dürre-Notstand aus

AFP

Kein Schnee, kein Regen, kein Ende der Dürre: In Kalifornien hat der Gouverneur erstmals Zwangsmaßnahmen zum Drosseln des Wasserverbrauchs von Städten und Gemeinden erlassen.

Wegen einer andauernden schweren Dürre in Kalifornien hat der US-Westküstenstaat wassersparende Maßnahmen angeordnet. Gouverneur Jerry Brown rief den Dürre-Notstand aus und wies Städte und Gemeinden in Kalifornien an, ihren Wasserverbrauch um 25 Prozent zu reduzieren.

Viele Rasenflächen im öffentlichen Raum sollten durch Anlagen ersetzt werden, die weniger Wasser verbrauchen. Auch die Betreiber von großen Grünflächen, wie etwa Universitäten, Friedhöfe und Golfplätze, sollen die Bewässerung drosseln.

Brown verkündete die Auflagen bei einem Besuch in der Sierra Nevada. Die um diese Jahreszeit gewöhnlich verschneiten kalifornischen Berge sind nach Ausbleiben der Winterniederschläge diesmal fast ohne Schnee. "Heute stehen wir auf trockenem Gras, wo eigentlich 150 Zentimeter Schnee liegen sollten", sagte Brown.

Bereits im vorigen Sommer hatte der Staat zu Sparmaßnahmen aufgerufen: Einwohner dürfen seither nicht mehr ihre Bürgersteige und Einfahrten mit dem Gartenschlauch abspritzen, Springbrunnen mit Trinkwasser füllen oder Grünflächen so stark bewässern, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Kalifornien leidet seit mehreren Jahren unter Trockenheit, die beiden vergangenen Winter waren besonders regenarm. Nach Ausbleiben der Winterregenfälle sind die Wasservorräte in Flüssen und Stauseen auf einen Tiefstand gesunken.

Die Wasserknappheit hat sogar kriminelle Energien geweckt und Wasserdiebe auf den Plan gerufen. Der Wasserraub ist nur ein Symptom eines tiefergehenden Problems, das die Wasserversorgung Kaliforniens ernsthaft bedroht: Die Grundwasser-Entnahme wird nicht zentral dokumentiert, und sie ist kaum kontrollierbar.

loe/dpa

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insgesamt 51 Beiträge
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1.
Atheist_Crusader 01.04.2015
Und das wird nicht das letzten Mal bleiben. Aber - ohne den Kaliforniern Böses zu wollen - ich finde es gut, dass das in den USA passiert. Die haben als einzige wirklich die Möglichkeit, etwas in Richtung Umweltbewusstsein und Umgang mit knappen Ressourcen zu bewegen. Selbst wenn es nur aus Gründen der Selbsterhaltung passiert. Wenn es in China oder Argentinien oder Äthiopien passieren würde, dann wäre es viel leichter wegzusehen, viel leichter die ignorante "betrifft uns ja nicht, ist ja nicht unser Planet"-Karte zu spielen. Aber wenn es den Amis selbst an den Kragen geht, könnte vielleicht mal sowas wie ein Umdenken stattfinden. Die Welt retten ist ja nun wirklich nicht so wichtig, aber Amerika retten - das hat Priorität.
2. In Europa und genauer
Badischer Revoluzzer 01.04.2015
gesagt in Deutschland haben haben es die meisten begriffen, daß Resourcen endlich sind und daß wir uns entsprechen verhalten müssen. Die Amis haben den Schuß noch nicht gehört. Dort dreht sich alles um den Dollar und die maximale Ausbeutung. Bin gespannt wann sich dort etwas ändert.
3. Gibt es schon
Banause_1971 01.04.2015
einen Schuldigen für diese Dürre? Auf der anderen Seite des Äquators hat Brasilien ja auch gerade Probleme. Könnte es sein, das durch die Abholzung des Regenwaldes weniger Wasser verdunstet und durch die Luftbewegung in andere Regionen der Erde transportiert wird? Wobei,.. ne. Putin war's. Sanktionen müssen her.
4. ...
alternativloser_user 01.04.2015
Hat bestimmt nichts mit der Klimaerwärmung zu tun, die ja immernoch von vielen Amerikanern geleugnet wird ... Wobei Kalifornien sogar noch ind er glücklichen Lage ist am Meer zu liegen. Da könnte man ja eigentlich mal ein paar Meerwasserentsalzungsanlagen bauen. Auch in Hinblick auf eine trockene Zukunft ...
5. Alles wird gut
observer2014 01.04.2015
Wenn es in den Bergen der Sierra Nevada auch in diesem Winter kaum Schneefälle gegeben hat, werden die Kalifornier in der Tat noch etwas sparsamer mit dem Wasser umgehen müssen. Ich weiß nicht ob es Meerwasserentsalzungsanlagen entlang der kalifornischen Küste gibt. Wenn nicht könnte sich der Bau solcher Anlagen in wenigen Jahren als gewinnträchtiger neuer Geschäftszweig erweisen. Angeblich ist ja auch der Grundwasserspiegel in Kalifornien so weit gesunken, dass es mehrere Jahre dauern dürfte, bis er wieder ein akzeptables Niveau erreicht hat. In den USA gibt es genügend Geld um das Problem Wasserknappheit schnell, effektiv und nachhaltig in den Griff zu bekommen. Soviel Geld, dass sogar Kanäle bzw. Pipelines von den großen Seen oder von Alaska bis nach Kalifornien ruck zuck finanziert werden können. Bedingung ist allerdings, dass der Preis für Trinkwasser auch soweit steigt, dass sich die Investitionen auch rechnen und hohe Gewinne abwerfen.
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