Massemonster verschlingt die Erde
Was soll passieren?
Ein Massemonster mit gigantischer Anziehungskraft entsteht aus Versehen auf der Erde, etwa bei einem Experiment am Genfer Teilchenbeschleuniger LHC. Oder ein Schwarzes Loch aus den Tiefen des Alls nähert sich unserem Planeten, beziehungsweise die Erde nähert sich ihm. Binnen kürzester Zeit wird unser Zuhause regelrecht verschlungen oder zerrissen. Gammastrahlung kündet vom Ende unseres Planeten.
Wie soll es passieren?
Es gibt mehrere Arten Schwarzer Löcher. Sollte die Erde in die Nähe eines supermassereichen Schwarzen Loches geraten, wie es etwa bei unserer Milchstraße vermutet wird, dann besteht nicht nur für unseren Planeten eine große Gefahr. Auch unser Zentralgestirn, die Sonne, würde in den Sog der gigantischen Masse geraten. Die Sonne und mit ihr die Erde würden von dem Loch verschluckt oder zerrissen. In diesem Fall wäre eine gewaltige Explosion auch aus größeren Abständen gut zu beobachten, wie jene, die der Satellit "Swift" aufgezeichnet hat.
Stellare, also aus einer Sonne entstandene Schwarze Löcher sind deutlich kleiner. Aber auch sie haben im Vergleich zur Erde und zur Sonne eine große Masse und könnten zerstörerisch wirken.
Kurz vor Inbetriebnahme des Teilchenbeschleunigers LHC in Genf im Jahr 2008 wurden zudem mikroskopische Schwarze Löcher zu einem Thema. Diese sollen der Stringtheorie zufolge bei den Kollisionen von Elementartteilchen entstehen. Vor Gericht versuchten verschiedene Kläger damals, den LHC-Start zu verhindern. Die LHC-Gegner hatten geltend gemacht, bei den geplanten Experimenten könnten kleine Schwarze Löcher entstehen, die immer größer werden und die Erde schließlich verschlucken. Ihre Klagen wurden jedoch abgewiesen.
Wie wahrscheinlich ist es?
Nach allem, was wir wissen, brauchen wir uns auf absehbare Zeit nicht vor einem Schwarzen Loch zu fürchten. Die Mikro-Löcher vom LHC stellen nach übereinstimmender Meinung von Physikern keine Gefahr für die Erde dar. Dass unser Sonnensystem in die Nähe eines supermassiven Schwarzen Lochs gerät, ist ebenfalls unwahrscheinlich. Denkbar wäre dies beispielsweise, wenn die Milchstraße mit einer anderen Galaxie kollidiert. Forscher haben einen solchen Crash mit dem Andromeda-Nebel bereits simuliert. Ergebnis: Sonne und Erde würden in die Außenbezirke der neuen Galaxie geschleudert, weit weg von dem supermassiven Schwarzen Loch im Zentrum. Und schließlich müssen wir uns auch nicht davor fürchten, dass die Sonne zu einem stellaren Schwarzen Loch wird. Dafür ist sie zu klein. Trotzdem stellt das Zentralgestirn eine große Gefahr für die Erde dar - siehe Szenario Mörderische Sonne.
Von Holger Dambeck