Fellpflege So funktioniert die echte Katzenwäsche

Katzen reinigen sich äußerst sorgfältig. Forscher haben jetzt die raffinierte Arbeit der Zunge der Tiere bis ins Detail entschlüsselt.

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Die "Katzenwäsche" gehört als Redewendung schleunigst auf den Index. Denn wie Katzen ihr Fell bearbeiten, hat mit einer schnellen, oberflächlichen Reinigung nichts gemein. Bis zu zwei Stunden verwenden Hauskatzen täglich auf die Fellpflege - wie sie dabei vorgehen und welche besondere Rolle das Spezialwerkzeug Zunge hat, haben Forscher nun in einer neuen Studie bis in kleinste Detail entschlüsselt.

"Die Pflege eines Katzenfells ist eine Herausforderung", sagen Alexis Noel und David Hu vom Georgia Institute of Technology in Atlanta, die die Studie durchführten und in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaftler (PNAS) veröffentlichten.

Das liege an den zwei Schichten, "dem schützenden Oberfell und dem weitaus dichteren Unterfell mit kürzeren Haaren zum Wärmen". Um dieses Unterfell zu pflegen, tragen Katzenzungen auf der Oberseite Hunderte Widerhaken aus Keratin, sogenannte Papillen, die gewöhnlich nach hinten stehen.

Mit spezieller Videotechnik filmten die Forscher zunächst Hauskatzen beim Ablecken des Fells. Dabei erkannten sie vier Phasen: das Herausstrecken der Zunge, das flächige Entfalten samt Versteifung des Zungengewebes, das eigentliche Ablecken und das Zurückziehen, bei dem sich die Zunge leicht U-förmig einrollt.

Die Analyse zeigt, dass sich die Papillen beim Entfalten der Zunge aufstellen und so die Kontaktfläche zum Fell vergrößern. Beim Lecken lege die Zunge im Mittel 6,3 Zentimeter zurück, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22 Zentimetern pro Sekunde - ein einzelner Leckvorgang dauert also deutlich weniger als eine Sekunde.

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Katzen komprimieren ihr Fell, um tiefe Schichten erreichen zu können

Die Zungen der Tiere tragen im zentralen vorderen Teil besonders große Papillen. Dieses Areal ist entscheidend: "Je größer die Papillen, desto tiefer können sie bei der Pflege ins Fell eindringen", schreibt das Duo. Diese Papillen waren bei Hauskatzen im Mittel gut 2,3 Millimeter hoch. Beim Lecken drücken Katzen ihr Fell dann so zusammen, dass sie ans dichte Unterfell kommen.

Innen haben die Papillen einen Hohlraum, durch den Katzen Speichel ins Fell einbringen. Bei jedem Lecken verteilen die Tiere die Flüssigkeit im Fell, danach füllen sich die Hohlräume wieder. Der Speichel enthalte Enzyme, die Blut und andere Verunreinigungen lösen könnten. "Zudem kühlt der Speichel beim Verdunsten die Haut", schreiben die Forscher.

Am Tag könne eine Hauskatze mit ihren 290 Papillen 48 Gramm Speichel verteilen, kalkulieren sie. Insgesamt trage die Fellpflege zu etwa einem Viertel zur Thermoregulation der Tiere bei. Ein echtes Wunderwerkzeug, die Katzenzunge.

stu/dpa



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damp2012 20.11.2018
1. Und mal ganz ehrlich...
... sie riechen immer sooooo guuuut - auch wenn sie nass sind ;-) ...
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