Kenia Nashorn in streng bewachtem Wildpark erschossen

Wilderer gehen in Afrika immer dreister vor. Jetzt haben Kriminelle mitten in einem der bestbewachten Wildparks Kenias zugeschlagen: Sie haben ein Nashorn erschossen, das Horn abgehackt und konnten anschließend fliehen.

Getötetes Nashorn (Südafrika 2009): 45.000 Euro pro Kilogramm Horn
AP / South African Communication and Liaison Services

Getötetes Nashorn (Südafrika 2009): 45.000 Euro pro Kilogramm Horn


Nairobi - Eigentlich waren die Tiere gut geschützt. Der Nationalpark von Nairobi liegt nur sieben Kilometer vom Zentrum der kenianischen Hauptstadt entfernt und ist schwer bewacht. Trotzdem gelang es Wilderern, darin zuzuschlagen. Sie hätten ein Nashorn erschossen und das Horn abgehackt, erklärte ein Sprecher der kenianischen Tierschutzbehörde KWS. Anschließend seien die Täter geflohen.

"Es ist der erste Wilderei-Vorfall in dem Park seit sechs Jahren", sagte KWS-Sprecher Paul Udoto. Der Nationalpark ist laut KWS ein "einzigartiges Ökosystem und das einzige Schutzgebiet der Welt in der Nähe einer Hauptstadt". Er gilt als idealer Raum zur Aufzucht der bedrohten Breitmaulnashörner.

Die Wilderei befindet sich in Kenia auf dem Vormarsch - angetrieben durch eine steigende Nachfrage in Asien. Dort werden den Hörnern heilende Kräfte nachgesagt. Anfang 2012 hatte der World Wildlife Fund (WWF) über einen massiven Anstieg der Wilderei in ganz Afrika berichtet. In mehr als 30 Ländern würden Elefanten und Nashörner gejagt wie nie zuvor. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden rund tausend der Nashörner illegal getötet.

Wildhütern gegenüber agieren die Banden skrupellos: Im August 2012 wurde ein kenianischer Wildhüter von Wilderern niedergeschossen. In der Demokratischen Republik Kongo kam es immer wieder zu Morden. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Rebellengruppen in das Geschäft eingestiegen sind, etwa die islamistischen Schabab-Milizen in Somalia oder die ugandische Widerstandsarmee des Herren (Lord's Resistance Army, LRA).

Der Handel mit Rhino-Hörnern ist seit 36 Jahren verboten. Nach Schätzungen des KWS kann ein Kilogramm Horn auf dem Schwarzmarkt einen Preis von bis zu 45.000 Euro erzielen. Mit insgesamt 35 getöteten Nashörnern in Kenia seit Januar sei die Zahl schon jetzt höher als im gesamten Vorjahr, sagte Udoto.

hda/AFP



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