Khmer-Imperium: Klimaschwankungen könnten Angkors Untergang besiegelt haben

Dürrezeiten und extreme Regenfälle trugen möglicherweise zum Ende von Angkor bei, dem Zentrum des kambodschanischen Khmer-Imperiums im 15. Jahrhundert. Hinweise darauf haben Forscher jetzt in Baumringen gefunden.

Angkor: Hauptstadt des Khmer-Reiches Fotos
Getty Images

Washington - Groß-Angkor war wohl mit Abstand die gewaltigste vorindustrielle Siedlung der Welt. Die vor etwa 900 Jahren im heutigen Kambodscha entstandene Stadt erreichte eine Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern, wie Forscher 2007 herausgefunden haben. Heute steht mit der Tempelanlage Angkor Wat nur noch ein Bruchteil der antiken Siedlung. Warum aber ist die Metropole des Khmer-Imperiums untergegangen?

Bislang tippten Forscher auf großflächige Abholzungen oder rivalisierende Königreiche. Ein Wissenschaftlerteam präsentiert nun eine neue Erklärung: Zwei lang andauernde Dürrezeiten und extremer Monsunregen könnten zum Ende von Angkor beigetragen haben, berichten Brendan Buckley von der Columbia University in New York und seine Kollegen im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Buckley und seine Mitarbeiter hatten mit Hilfe von Baumringen aus Vietnam das regionale Klima vom Jahr 1250 bis zur Gegenwart rekonstruiert. Dabei fanden sie deutliche Schwankungen, bevor Angkor, die Hauptstadt des blühenden Khmer-Reiches, aufgegeben wurde. Allein von 1340 bis 1360 und noch einmal von 1400 bis 1420 muss die Region zweimal eine lange Trockenperiode mit schwachen Monsunregen erlebt haben. Dies müsse die Landwirtschaft im dicht besiedelten Kambodscha schwer getroffen haben.

Ebenso verhängnisvoll könnten sich die folgenden Regengüsse ausgewirkt haben. Die Baumring-Analyse zeige, dass der zweiten Trockenzeit abrupt eine Phase extremer Monsunregenfälle folgte. Diese könnten zu Überschwemmungen geführt und das ausgefeilte Bewässerungssystem des Khmer-Reiches zerstört haben.

Archäologische Quellen zeigen, dass sich um Angkor einst ausgedehnte gemauerte Bewässerungssysteme erstreckten. Es gebe Hinweise, dass diese um 1450 durch Überflutungen beschädigt und teilweise verfüllt wurden, berichten die Forscher. Die Untersuchung zeige, wie schnell Klimaveränderungen zu einer Gefahr für die Menschen in Asien werden können.

hda/dpa

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