Rekord-Temperaturen im April Die Welt ist so warm wie nie

Die Nasa meldet einen neuen, weltweiten Temperaturrekord: Der April 2016 war der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Eine alarmierende Entwicklung - die manche Regionen besonders hart trifft.

AFP

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Es hat sich eine bedrückende Regelmäßigkeit entwickelt: In der Mitte jedes Monats gibt das Goddard Institute for Space Studies der US-Weltraumbehörde Nasa in New York die neuen Daten zur Entwicklung der weltweiten Temperatur heraus. Es ist einer von mehreren globalen Datensätzen, die aber alle - grob gesprochen - ungefähr dasselbe besagen. Jeweils für den Vormonat weiß man dann, wie dieser im Vergleich zu den Wetterdaten früherer Jahre dasteht. Und zuletzt waren immer Negativrekorde zu verzeichnen. Die Welt war, nein ist, so warm wie nie.

Das Wort "nie" muss man in diesem Zusammenhang natürlich präzisieren: Die globalen Datensätze gehen bis ins Jahr 1880 zurück. Dafür werden aktuell die gesammelten Messwerte von 6300 Wetterstationen, Wissenschaftsschiffen, Ozeanbojen und antarktischen Forschungsstationen zusammengefasst und statistisch bearbeitet. Die Analyse belegt: Der April 2016 war so heiß wie kein April zuvor seit Beginn dieser Statistik. Genau so war es schon im März, im Februar, im Januar, im Dezember 2015 - und so weiter.

Global gesehen lag der April 1,11 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1951 bis 1980. Zum Vergleich: Der bisherige Rekord-April, er war im Jahr 2010, hatte das langjährige Mittel um gerade einmal 0,24 Grad übertroffen. Doch zuletzt lagen die Temperaturen jeweils massiv über den Mittelwerten. Jeder Monat seit Oktober vergangenen Jahres hatte mit mindestens einem Grad über dem bisherigen Rekord zu Buche geschlagen.

Rekordmonate in den Wetteraufzeichnungen

Monat Abweichung* (in Grad Celsius)
Februar 2016 +1.33
März 2016 +1.29
Januar 2016 +1.11
April 2016 +1.11
Dezember 2015 +1.10
Oktober 2015 +1.07
November 2015 +1.01

*jeweils bezogen auf den Durchschnitt 1951-1980

Bis Oktober 2015 hatte es eine so massive Abweichung noch in keinem einzigen Monat gegeben. In 136 Jahren. Dann kam die verflixte Sieben, sieben Monate mit bislang ungekannten Temperaturzuwächsen. Und womöglich wird es dabei nicht bleiben.

Wenn man über Durchschnittstemperaturen spricht, ist auch klar: Manche Regionen der Erde erwärmen sich sogar noch viel stärker. Im April waren das zum Beispiel Teile von Alaska, Russland, Westgrönland und Nordafrika. Dort lag das Temperaturplus zum Vergleichszeitraum zum Teil bei vier Grad oder mehr.

In der Arktis deutet derzeit vieles auf ein besonders schlechtes Jahr für das Meereis hin. Laut Statistiken des National Snow & Ice Data Center in den USA liegt die aktuelle Ausdehnung der weißen Schollen rund um den Nordpol bereits weit unter denen des bisherigen Negativrekordhalters 2012. Risse im Eis vor Nordgrönland, wo der frostige Panzer normalerweise besonders dick ist, lassen außerdem ein besonders schnelles Abschmelzen im Sommer befürchten.

In Asien, Osteuropa, Australien, Brasilien, dem Nordwesten der USA und in Westkanada gab es im April im Schnitt zwei Grad mehr als üblich. Kühler war es dagegen in Teilen der Antarktis, im Süden Südamerikas, in Ostkanada und in Teilen von Nordpazifik und Nordatlantik. In Deutschland war der Monat nach Auskunft des Deutschen Wetterdiensts "insgesamt ein typischer, durchschnittlicher April", der anfangs vielerorts frühsommerlich warm gewesen sei, zum Ende hin dann deutlich zu kalt.

Auch neue Rekorde beim CO2

Global gesehen war freilich von Kälte wenig zu spüren. Entscheidende Schuld an den globalen Rekordwerten trägt das pazifische Wetterphänomen El Niño. Es sorgt dafür, dass alle paar Jahre große Mengen an warmem Wasser an die Oberfläche des tropischen Pazifiks quellen. Mit verheerenden Folgen:

Da waren die riesigen Waldbrände in Indonesien im vergangenen Jahr. Und eine schwere Dürre suchte Länder wie Honduras, Guatemala, El Salvador und Venezuela heim. Womöglich wurde auch die massive Trockenheit in Äthiopien durch El Niño verursacht. Ernteausfälle werden aus Südafrika, Australien, Neuseeland, Indonesien, Chile, Indien und Japan gemeldet. Auch die schweren Waldbrände im Mai in Kanada dürften auf Wetterumschwünge infolge von El Niño zurückzuführen sein.

Allerdings war die aktuelle Ausgabe des Wetterphänomens im langjährigen Vergleich nicht unbedingt ein Rekordkandidat. Trotzdem trieb er die globalen Temperaturwerte zu neuen Maximalwerten.

Das wiederum hat mit den weiter stark steigenden Treibhausgasemissionen der Menschheit zu tun. Beim CO2 ist seit wenigen Tagen der symbolisch wichtige Wert von 400 ppm (parts per million, Teilen pro Million) auch auf der Südhalbkugel geknackt, wie die Messstation am australischen Cape Grim meldet. Auf der Nordhalbkugel war diese Marke bereits vor einigen Jahren erreicht worden - nun liegt die CO2-Konzentration regelmäßig darüber.

An der Messstation am Mauna Loa auf Hawaii lag das CO2-Plus allein im Jahr 2015 bei 3 ppm. Noch ein Negativrekord, diesmal in 56 Jahren Aufzeichnungen. Vor der Industrialisierung lag der Wert übrigens bei 280 ppm.

Bei den Temperaturen dürfte die Rekordjagd irgendwann in den kommenden Monaten vermutlich erst einmal aufhören. Das liegt am Wetterphänomen La Niña, das El Niño schon im Herbst ablösen könnte. Dann strömt an der Westküste Südamerikas kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche des Ozeans - was die Temperaturen erst einmal wieder sinken lässt. Dennoch scheint bereits jetzt klar: 2016 dürfte das wärmste Jahr seit Start der Wetterstatistik werden. Die ersten Monate des Jahres waren einfach zu hitzig.

Die massiven Abweichungen bei der Durchschnittstemperatur sollte man auch im Kopf haben, wenn man an das Uno-Klimaabkommen denkt, ausgehandelt in Paris im vergangenen Dezember. Darin verpflichten sich die Staaten, dass der Temperaturanstieg nicht mehr als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit betragen soll, besser noch anderthalb Grad. Es braucht - auch angesichts der aktuellen Daten - einigen Optimismus, wenn man noch an das Erreichen dieses Zieles glauben will.

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Klimaforschung: Rätselvoller Wandel
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ir² 16.05.2016
1.
Nur leider gibt es keine Korrelation zwischen CO2 und Temperatur http://www.eike-klima-energie.eu/uploads/pics/Unbenannt1_02.png Und es gibt auch keine physikalisch plausible Kausalität zwischen diesen Größen! Von daher nur eine weitere Weltuntergangsgeschicht der Klimakirche zu Pfingsten....
karl-felix 16.05.2016
2. Tja
nun bestätigen Jahr für Jahr die Messdaten und die Realität die Voraussagen und Befürchtungen der letzten 40 Jahre. Es scheint mir keine gute Idee zu sein , alles zu verbrennen was uns in die Finger kommt und unsere Atemluft/Atmosphäre als billige /kostenlose Abgasmüllkippe zu nutzen . Das rächt sich und wird nun sehr , sehr teuer.
hiramholliday 16.05.2016
3. Ein ganz normaler Klimawandel
wie es ihn seit Jahrtausenden immer wieder gegeben hat. Der angeblich menschengemachte Klimawandel ist ein ähnlicher Aberglaube und verfolgt einen ähnlichen Zweck wie die Verbrennung von Hexen im Mittelalter, die damals auch für das immer kälter werdende Klima verantwortlich gemacht wurden.
Margot 357 16.05.2016
4. Klimaveränderungen
hat es immer gegeben. In Äthiopien sind die Dürre und Überschwemmungen hausgemacht. 1960 war der Waldbestand noch 40% der Landesfläche, heute sind es keine 3% mehr. Dabei sind Bäume die zweifellos wichtigsten Hüter der Erde. Sie wirken der Erosion entgegen, absorbieren Regenwasser, halten Feuchtigkeit im Boden, spenden Schatten, und manche von ihnen geben düngenden Stickstoff ab. Messungen ergaben, dass die Bodentemperatur unter einem Baum selbst in der Mittagshitze bei rund 36 Grad verharrt, während sie auf dem freien Feld bis auf 71 Grad ansteigt. Vermutlich wirke sich der Baumbestand auch aufs Mikroklima aus. Ein australischer Agrarexperte hat nun eine sensationelle Entdeckung gemacht: http://bazonline.ch/wetter/allgemeinelage/der-waldmacher/story/26739960 So könnte man in kürzester Zeit den Wald wieder aufforsten. Das könnte Milliarden an Entwicklungshilfen nachhaltig einsparen!
AundZwanzig 16.05.2016
5. Wie lauten eigentlich die aktuellen Modellprognosen...
...bezüglich des Meeresspiegels? - Hier spielen ja nicht nur die Gletscher in Grönland und der Antarktis eine Rolle, sondern auch der Fakt, dass sich Wasser bei zunehmender Temperatur ausdehnt. Rein praktisch gesehen dürfte das wohl eine der wichtigsten Fragen sein.
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