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Klima: Arktisschmelze könnte Extremwetter in Europa verstärken

Schnee und Eis in Alaska: Wie weitreichend sind die Folgen der Arktisschmelze? Zur Großansicht
REUTERS

Schnee und Eis in Alaska: Wie weitreichend sind die Folgen der Arktisschmelze?

Die Eis- und Schneefläche der Arktis schrumpft seit Jahrzehnten dramatisch. Forscher berichten, das führe zu mehr Wetterextremen auf der Nordhalbkugel - wie etwa der Hitzewelle im Sommer 2010. Doch die These ist umstritten.

Die schmelzende Arktis kann nach Forscherangaben nicht nur zu eisigen Wintertagen in Europa führen, sondern auch zu Dürren und Fluten im Sommer. Einen Zusammenhang zwischen den schwindenden Eisflächen im Nordpolargebiet und Kälteeinbrüchen im Winter hatten einige Klimatologen bereits gezogen. Nun berichtet ein Team aus China und den USA im Fachblatt "Nature Climate Change": Durch den Rückgang der Schnee- und Eisdecke verändere sich die Luftzirkulation in der Atmosphäre, so dass im Sommer Wetterlagen länger andauern, was extreme Ereignisse in Europa, Asien und Nordamerika verursachen oder verstärken könnte.

Seit etwa 1980 stellen Forscher fest, dass die Eisfläche der Arktis tendenziell schrumpft. In jedem Jahrzehnt ist die Ausdehnung der Eisdecke bei ihrem jährlichen Minimalwert im September demnach um etwa acht Prozent zurückgegangen. Auch die Arktisfläche, die in höheren Lagen im Frühjahr noch von Schnee bedeckt ist, hat in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen - um knapp 18 Prozent pro Jahrzehnt zwischen 1979 und 2011. Gleichzeitig gab es in der Vergangenheit viele Extremwetterereignisse in den mittleren Breiten, etwa die Hitzewellen in Russland und den USA in den Jahren 2010 und 2012 oder die verheerenden Regenfälle und Überschwemmungen in Großbritannien 2007 und 2012.

Nachlassende Winde, verschobenes Starkwindband

Ob die beiden Beobachtungen miteinander in Beziehung stehen - und wenn ja, wie - ist unter Fachleuten umstritten. Qiuhong Tang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (Peking) und seine Mitarbeiter argumentieren jetzt dafür, dass eine veränderte Zirkulation in der Atmosphäre das verbindende Element ist. Sie haben für ihre Studie Satellitenbilder und atmosphärische Daten ausgewertet.

Demnach lassen infolge des Schnee- und Eisverlusts die Winde in der oberen Atmosphäre nördlich von 60 Grad nördlicher Breite nach. Außerdem verlagere sich ein Starkwindband weiter nach Norden, schreiben die Forscher. Damit würden die Wetterlagen stabiler, wodurch wiederum die Wahrscheinlichkeit von Extremwetter-Ereignissen im Sommer zunähme.

In einem Begleitartikel in "Nature Climate Change" äußert sich James Overland von der US-Meeresbehörde zurückhaltender. Forscher, die andere Analysemethoden genutzt hätten, seien zu anderen Ergebnissen gekommen. Wer die These bisher noch nicht für erwiesen halte, würde wegen der aktuellen Studie nicht seine Meinung ändern, meint Overland.

Schon vor einigen Jahren hatten Forscher berichtet, dass das schmelzende Arktiseis extreme Kälteeinbrüche im Winter in Europa und Nordasien wahrscheinlicher mache. Das offene, dunkle Meer heize die unteren Luftschichten auf. Dies führe zu einer Luftströmung, die in Computersimulationen kalte Winterwinde nach Europa bringt, erklärten die Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut (Awi) in Bremerhaven und vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik).

wbr/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 110 Beiträge
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1. Doch die These ist umstritten.
günter1934 08.12.2013
Da können wir doch froh und glücklich sein, dass diese These umstritten ist. Nicht nur das Arktiseis wird dünner, auch das Eis, auf dem die Klimawandler wandeln. Da müssen immer neuere, abstrusere Theorien ausgepackt werden, um den Leuten Angst vor einem Klimawandel zu machen. Entweder versteckt sich die erwartete Wärme in den Ozeanen, nachdem es seit 15 Jahren keine Temperaturänderung mehr gab. Oder jetzt die Story mit dem Arktiseis. Tatsache ist aber dass das Arktiseis nicht ab, sondern zunimmt! http://www.science-skeptical.de/wp-content/uploads/2013/09/ArcticSeaIce14-09-1213.png
2. optional
spiritof81 08.12.2013
---Zitat--- Seit etwa 1980 stellen Forscher fest, dass die Eisfläche der Arktis tendenziell schrumpft. ---Zitatende--- Kunststück! Vorher hat es auch keine permanenten satellitengestützten Messungen gegeben. In der Antarktis liegt die Eisbedeckung deutlich oberhalb der letzten Jahrzehnte. Wie erklären sich die Wissenschaftler eigentlich das mit der globalen Erwärmung? http://nsidc.org/data/seaice_index/images/daily_images/S_stddev_timeseries.png
3.
vhe 08.12.2013
Zitat von günter1934Da können wir doch froh und glücklich sein, dass diese These umstritten ist. Nicht nur das Arktiseis wird dünner, auch das Eis, auf dem die Klimawandler wandeln. Da müssen immer neuere, abstrusere Theorien ausgepackt werden, um den Leuten Angst vor einem Klimawandel zu machen. Entweder versteckt sich die erwartete Wärme in den Ozeanen, nachdem es seit 15 Jahren keine Temperaturänderung mehr gab. Oder jetzt die Story mit dem Arktiseis. Tatsache ist aber dass das Arktiseis nicht ab, sondern zunimmt! http://www.science-skeptical.de/wp-content/uploads/2013/09/ArcticSeaIce14-09-1213.png
Oi, da hat die Eisdecke mal einmal zugenommen und alles ist gut? Prima - heut ist auch weniger Wind als am Donnerstag. Hier: File:Arctic Sea Ice Minimum Comparison.png - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/File:Arctic_Sea_Ice_Minimum_Comparison.png) der Eisvergleich 1984-2012. Nur mal so. Und hier der Graph von 1970 bis jetzt: File:Arctic sea Ice September Extent Anomalies.png - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/File:Arctic_sea_Ice_September_Extent_Anomalies.png)
4. Unfeine Panikmache
peter_gurt 08.12.2013
Immer diese Vermutungen und Thesen und reißerischen Artikel. Ja, es müssen tatsächlich immer abstrusere Theorien aufgestellt werden, damit man jaa seine fantasiereichen Spielereien weiter finanziert bekommt.
5. Man kann halt nicht alles haben....
lupenreinerdemokrat 08.12.2013
Zitat von sysopREUTERSDie Eis- und Schneefläche der Arktis schrumpft seit Jahrzehnten dramatisch. Forscher berichten, das führe zu mehr Wetterextremen auf der Nordhalbkugel - wie etwa der Hitzewelle im Sommer 2010. Doch die These ist umstritten. Klima: Arktisschmelze könnte Extremwetter in Europa verstärken - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klima-arktisschmelze-koennte-extremwetter-in-europa-verstaerken-a-937859.html)
Annehmende Temperaturdifferenzen zwischen tropischer und arktischer Zone führen zu schwächeren Winden und somit zu einer Abnahme der Hurrikans und sonstiger Extremwetter in den tropischen und gemäßigten Breiten. Dafür dann halt im Sommer länger anhaltende Schön- oder Schlechtwetter und im Winter unter Umständen Kaltlufteinbrüche nach Mitteleuropa. Das Wetter, das es jedem recht macht, gibts halt leider nicht....
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