Klima Forscher messen wärmsten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen

Die weltweite Temperatur der Luft stand im Mai und Juni so hoch wie nie seit Beginn der Messungen in dieser Jahreszeit. Im Pazifik entscheidet sich gerade, ob auch das gesamte Jahr einen Rekord aufstellt.

Dämmerung über England: 2014 als Ganzes auf Rang drei
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Dämmerung über England: 2014 als Ganzes auf Rang drei


Hamburg - Die Klimabehörde der USA (NOAA) meldet neue Wetterrekorde. Sowohl Mai als auch Juni waren am wärmsten seit Beginn der Messungen 1880. Jeder Monat des Jahres außer Februar gehört zu den vier wärmsten.

Die weltweite Durchschnittstemperatur der Luft in Bodennähe betrug der NOAA zufolge 16,22 Grad Celsius. Im vergangenen Jahrhundert lag der Juni-Durchschnitt bei 15,5 Grad. In diesem Jahr war bereits der Mai im globalen Durchschnitt 15,5 Grad warm - ebenfalls Höchstwert für den Monat.

Neun der zehn wärmsten Junis lagen der NOAA zufolge im 21. Jahrhundert. Der bisherige Rekord-Juni 1998 wurde um 0,03 Grad übertrumpft. Rekordtemperaturen wurden diesen Juni in großen Teilen Afrikas, in Teilen von Südamerika und in Südostasien gemessen, berichtet die NOAA. Vor der Antarktis hingegen hat sich das Meereis so stark ausgebreitet wie noch nie zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Beobachtungen.

Besonders warm hingegen waren die Ozeane; die globalen Durchschnittstemperaturen an Land lagen im Juni lediglich an siebter Stelle verglichen mit den Juni-Monaten seit Beginn der Messungen vor 134 Jahren. Klimaforscher machen vor allem künstlich erzeugte Treibhausgase für die globale Erwärmung im Laufe der vergangenen 150 Jahre verantwortlich.

Der Pazifik entscheidet

Gespannt verfolgen Wissenschaftler den Anstieg der Temperaturen in diesem Jahr. Ihre wichtigste Frage lautet, ob 2014 als Ganzes einen neuen Rekord aufstellen - und die Pause der Klimaerwärmung unterbrechen wird. Derzeit liegt 2014 laut NOAA auf Rang drei, hinter 2010 und 1998.

Sollte das Wetterphänomen El Niño im Zuge nachlassender Passatwinde weniger kühles Pazifikwasser aus der Tiefe an die Meeresoberfläche spülen, dürfte die globale Durchschnittstemperatur der Luft weiter in die Höhe gehen.

Laut NOAA liegen auf den vordersten Plätzen der Rangliste ausschließlich Jahre mit El Niño: 2010, 2005 und 1998. Die letzten El-Niño-Jahre waren jeweils wärmer als ihre Vorgänger. Ein erneuter El Niño könnte 2014 an die Spitzenposition bringen.

Die El-Niño-Prognosen allerdings sind unsicher. Vor Wochen sahen Meteorologen noch Indizien für einen ungewöhnlich starken El Niño, derzeit erwarten sie einen durchschnittlichen. Doch auch er würde für zusätzliche Wärme in der Luft sorgen.

boj

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insgesamt 407 Beiträge
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Seite 1
rama-6 22.07.2014
1. Gleich geht es los.
Das Bestreiten der Klimaerwärmung durch unsere Abgase, aber leider sehe ich das einmal im Monat persönlich. Vor ca. 5 Jahren ist der Mond aufgegangen, noch bassrosa, Heute geht er auf dunkelrot. Dieses Schauspiel kann jeder unter dem Äquator sehen, zur Zeit des Vollmondes. Der Vollmond steigt im Osten auf, die Sonne ist gerade im Westen untergegangen, der Mond erhält für uns das Licht der Sonne, angestrahlt durch unsere Atmosphäre, da diese so verdreckt ist, wird der Mond von mal zu mal Dunkler. Heutezutage ist er so Dunkel, wie in Europa bei einer Mondfinsterniss.
msdelphin 22.07.2014
2. Wichtige Anmerkung für die Hardliner!
1. Im Artikel wird auf tatsächlich gemessene Temperaturen verwiesen und nicht auf Simulationsergebnisse. Sie sind uninterpretierte Fakten und geben den derzeitigen IST-Zustand an mit Aussichten auf die Zukunft aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre (z.B. mit El-Nino). 2. Für die Ausdehnung des Eisschildes der Antarktis gibt es auch andere Erklärungen als große Schneefälle und Abkühlung. Sie kann auch mit Erwärmung einfach erklärt werden
alaho 22.07.2014
3. Wasser aus der Tiefe
Nicht warmes Wasser aus der Tiefe, sondern das fehlen kühles aus der Tiefe ist zum Teil die Ursache für El Ninô. Der Berichterstatter scheint nicht ganz zu verstehen worüber er schreibt.
liberty_of_speech 22.07.2014
4. ach ich wusste es
als wir im letzten Juni noch frohren und uns wunderten, dass es viel zu kalt ist haben wir uns unterhalten und darauf gewettet, dass im Herbst dann wider in den Medien stehen wird, dass der Sommer ein neuer Wärmerekord hat. Unglaublich so langsam glaube ich nichts mehr was die Medien schreiben.
gekreuzigt 22.07.2014
5. Klimawandel
oder doch nur Momentaufnahme? Letztlich alles Spekulation.
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