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11. März 2014, 09:24 Uhr

Klima

Die Geheimwaffe des Dschingis Khan

Mongolenherrscher Dschingis Khan verdankt einem Klimaumschwung sein Riesenreich: Im 13. Jahrhundert wurde es feucht in Ostasien - üppige Graslandschaften wurden zum Treibstoff für die mongolische Reiterarmee, meinen Forscher.

Hamburg - Der legendäre Feldherr Dschingis Khan hat sein Weltreich möglicherweise auch wegen einer ungewöhnlich warmen und regenreichen Klimaphase erobern können. Das zeigen Jahresringe Sibirischer Zirbelkiefern (Pinus sibirica) in der Mongolei.

Zu Dschingis Khans Zeiten - er lebte etwa 1162 bis 1227 - ließ das feuchte, milde Wetter der Studie zufolge das Weideland kräftig sprießen. Pferde und Vieh und somit die Reiterarmeen hätten profitiert, schreiben Forscher um Neil Pederson von der Columbia University - sie widerlegen damit bisherige Annahmen: Frühere Studien hatten nahegelegt, dass eine Dürre in der Mongolei die Reiterarmeen vertrieben hatte, so dass sie in andere Regionen einfielen. Die neue Studie indes zeigt das Gegenteil.

Die Untersuchung der Jahresringe lasse Aussagen über das mongolische Klima im Zeitraum von 900 bis 2011 zu. Die regenreichste Phase war demnach zwischen 1211 und 1225 - also zu Zeiten Dschingis Khans. Der Herrscher der Mongolen eroberte mit seinen Reiterarmeen ein Weltreich von Ostasien bis Mitteleuropa.

Treibstoff der Mongolen

"Der Wandel vom trockenen zum feuchten Klima in der Zeit von Dschingis Khan lässt vermuten, dass das Klima starken Einfluss auf Kulturen hatte", sagt Amy Hessl von der West Virginia University, Co-Autorin der Studie. Wo es normalerweise kalt und trocken sei, führe mildes, feuchtes Klima zu ungewöhnlichem Pflanzenwachstum. "Gras bedeutet Energie für die Pferde", sagt Hessl. "Dschingis' Armee ritt regelrecht auf einer Welle guten Wetters."

"Gras und Einfallsreichtum waren der Treibstoff der Mongolen und der Kulturen um sie herum", ergänzt Pederson. Die Klimaänderungen im 13. Jahrhundert hätten dazu beigetragen, dass die Mongolen immer mächtiger wurden, schreiben die Forscher in ihrer Studie im Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS").

Außerdem konnten die Forscher nachweisen, dass sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts das Gebiet der Mongolei stark erwärmt hat. Die Dürre von 2000 bis 2009 sei eine der schwersten in mehr als tausend Jahren gewesen. Millionen Tiere seien in Zentralasien gestorben. Das habe die Lebensgrundlage zahlloser Hirten zerstört; viele von ihnen seien daher in die Hauptstadt Ulan Bator gezogen.

boj/dpa

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