1996 bis 2015 Eine halbe Million Menschen starben durch Unwetter

Mehr als 500.000 Menschen kamen in den vergangen 20 Jahren durch Extremwetter ums Leben - die meisten von ihnen in Entwicklungsländern.

Überflutete Straßen durch Hurrikan "Matthew" in Haiti im Oktober 2016
REUTERS

Überflutete Straßen durch Hurrikan "Matthew" in Haiti im Oktober 2016


In den vergangenen 20 Jahren haben extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Stürme weltweit mehr als 528.000 Menschen getötet und über 2,78 Billionen Euro an Sachwerten vernichtet. Das geht aus dem aktuellen Klima-Risiko-Index (KRI) der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch hervor, den diese am Dienstag in Bonn veröffentlichte. Er nimmt die Zeitspanne zwischen 1996 und 2015 in den Blick.

Auf der Basis von Angaben des weltweit tätigen Rückversicherungskonzerns Munich Re errechnet Germanwatch dabei, wie stark Länder von Wetterextremen wie Stürmen, Hitzewellen und Überflutungen betroffen sind. Maßgeblich sind dabei die Todesopfer sowie direkte wirtschaftliche Verluste, die in Beziehung zur Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft gesetzt werden. Die Organisation veröffentlichte den Index zum zwölften Mal.

Deutschland ist am drittstärksten betroffene Industrienation

Weltweit gab es demnach zwischen 1996 und 2015 annähernd 11.000 extreme Wetterereignisse, am stärksten betroffen waren Honduras, Haiti und Burma. Deren Spitzenplatz resultierte Germanwatch zufolge auf großen Ausnahmekatastrophen in Form der Wirbelstürme "Mitch", "Nargis" und "Sandy", die 1998, 2008 und 2012 gewütet hatten.

Bei einer Einzelbetrachtung allein des vergangenen Jahres waren Mosambik und Malawi in Afrika sowie der karibische Inselstaat Dominica die laut KRI am stärksten betroffenen Länder. Mosambik und Malawi waren zum Jahreswechsel 2014/15 verheerenden Regenfällen ausgesetzt, Dominica dagegen wurde im August 2015 von Tropensturm "Erika" verwüstet.

Deutschland war im untersuchten Zeitraum mit einer Schadenssumme von knapp 3,6 Milliarden US-Dollar (ungefähr 3,26 Milliarden Euro) nach Frankreich und Portugal die am drittstärksten betroffene Industrienation.

Keine Aussage über Auswirkungen des Klimawandels

Germanwatch betont, dass der Index keine Aussage über den Einfluss des Klimawandels auf die Ergebnisse zulasse. Er sei allerdings eine Mahnung, betonte die Organisation mit Blick auf die derzeit im marokkanischen Marrakesch tagenden UN-Klimakonferenz.

Er könne als Warnsignal an die Staatengemeinschaft verstanden werden, sich durch Anpassung und mehr Katastrophenvorsorge besser auf klimawandelbedingte Wetterextreme vorzubereiten.

jme/AFP/dpa



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