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Klimabilanz: Ein Kilo Fleisch verursacht 36 Kilogramm Kohlendioxid

Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch belastet das Klima so stark wie 250 Kilometer Autofahrt. Das hat eine japanische Studie zur Umweltbilanz von Rindern ergeben. Am klimaschädlichsten ist das Methan, das die Tiere bei der Verdauung ausstoßen.

Vegetarische Ernährung schützt das Klima: Der CO2-Rechner des bayrischen Umweltministeriums weist für Vegetarier einen deutlich geringeren Kohlendioxid-Ausstoß aus als für typische Fleischesser. Der Steak-Liebhaber kommt demnach auf 1,82 Tonnen CO2 pro Jahr, Vegetarier hingegen auf weniger als eine Tonne.

Steak: Wer weniger Fleisch isst, schützt das Klima
DPA

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Japanische Wissenschaftler haben nun die Umweltbilanz von Rindfleisch genauer berechnet. Akifumi Ogino vom Nationalen Forschungsinstitut für Landwirtschaft in Tsukuba und seine Kollegen hatten dazu die Rinderhaltung in Japan von der Geburt bis zur Schlachtung der Tiere untersucht. Demnach entstehen bei der Rinderhaltung, für ein Kilogrammfleisch, Gase mit einer Treibhauswirkung, die der von etwa 36 Kilogramm Kohlendioxid entspricht.

Den größten Anteil daran habe das Methan, das Kühe während der Verdauung freisetzen, berichtet das Magazin "New Scientist". Zum Vergleich: Ein durchschnittliches europäisches Auto stößt auf 250 Kilometern Fahrt knapp 40 Kilogramm Kohlendioxid aus. Auch der Stallmist kann negativ zur Umweltbilanz beitragen, da er Boden und Wasser belastet. Darüber hinaus kostet die Fleischproduktion Energie, hauptsächlich für die Herstellung des Tierfutters.

Die Umweltbelastung, die beim Transport des Fleisches entsteht, haben die Wissenschaftler dabei nicht berücksichtigt. Das heißt, die Umweltbilanz der gesamten Rindfleischproduktion - vom Acker bis auf den Teller - fällt noch schlechter aus, als die Studie zeigt.

Die Forscher rechnen derweil vor, wie Rinderhalter die Umweltbilanz verbessern können: Wenn die Mutterkühe ihre Kälber in kürzeren Abständen bekommen, verringert sich die Belastung um knapp sechs Prozent.

Eine schwedische Studie hatte 2003 gezeigt, dass die Wahl des Futters einen weitaus größeren Effekt hat: Rinder, die Weidegras statt Kraftfutter bekommen, setzen 40 Prozent weniger Treibhausgase frei und verbrauchen 85 Prozent weniger Energie.

Um die Freisetzung von Methan aus dem Verdauungstrakt zu verringern, hatte die neuseeländische Regierung 2003 sogar versucht, Rinder und Schafe mit einer Methangassteuer zu belegen. In dem Land ist der Viehbestand für mehr als die Hälfte des gesamten Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich. Nach Bauernprotesten rückte die Regierung von der Blähungssteuer jedoch wieder ab. Dafür wollen nun Zürcher Forscher Rindern und Schafen die Blähungen abgewöhnen.

hda/ddp/AFP

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