Klimaforscher Dippner: Erderwärmung bedroht Ostsee-Robben

Plankton, Fische, Robben - das Leben in der Ostsee ist bedroht, wenn die Erde sich weiter erwärmt. Der Ozeanograf Joachim Dippner, Mitautor des dritten Uno-Klimaberichts, warnt, dass die gesamte Nährstoffverteilung kollabieren könnte.

Seehund auf Rügen: Wenn die Erde sich weiter erwärmt, ist zum Beispiel das Überleben der Ringelrobbe gefährdet
DDP

Seehund auf Rügen: Wenn die Erde sich weiter erwärmt, ist zum Beispiel das Überleben der Ringelrobbe gefährdet

Wegen der globalen Erderwärmung droht nach Ansicht des Klimaforschers Joachim Dippner das gesamte Ökosystem der Ostsee aus dem Ruder zu laufen. "Wenn die Wassertemperatur bis zum Jahr 2100 im Mittel um zwei bis vier Grad steigt, hat das einen Einfluss auf die Nährstoffverteilung in der Ostsee.

Die Versorgung der oberen Wasserschichten mit Nährstoffen bleibt dann aus", sagte der Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Rostock-Warnemünde.

Eine Aufheizung der Wassermassen könne vor allem dazu führen, dass die Blütezeit des Planktons früher einsetzt als üblich. "Die normale Blütezeit ist aber zentral, um das gesamte Nahrungsnetz aufrechtzuerhalten. Die Nahrung muss zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein."

Dippner befürchtet eine massive Veränderung des ökologischen Gleichgewichts in der Ostsee, falls sich die gängigen Klimaszenarien für den nordeuropäischen Raum bewahrheiten. Dabei sei der absehbare Temperaturanstieg nicht nur für Fische, sondern auch für etliche Säugetiere eine existentielle Gefahr, meinte der Experte.

Interaktive Karte
SPIEGEL ONLINE
Im Überblick: Kipp-Punkte des Weltklimas
"Der natürliche Lebensraum von Tieren, die sich kalten Wintern angepasst haben, wird kleiner. Wir kommen daher zu dem Schluss, dass es eine Verschiebung der Arten nach Norden geben wird", sagte der Ozeanograf. Einzelnen Tierarten könne der globale Klimawandel sogar ganz zum Verhängnis werden. Sollte die Eisfläche in der nördlichen Ostsee bis 2100 wie erwartet um 50 bis 80 Prozent zurückgehen, sei zum Beispiel das Überleben der Ringelrobbe gefährdet.

lis/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Natur
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback