Uno-Gipfel in Doha: Wenig Hoffnung auf weltweites Klimaabkommen

In drei Wochen beginnt die Uno-Klimakonferenz in Katars Hauptstadt Doha. Der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer, sieht die Verhandlungen in einer Sackgasse. Eine gewisse Signalwirkung könnte eine gelungene Energiewende in Deutschland haben.

Ottmar Edenhofer: Emissionshandel zwischen Europa, Australien und China verlinken Zur Großansicht
AFP

Ottmar Edenhofer: Emissionshandel zwischen Europa, Australien und China verlinken

Berlin - Politiker und Wissenschaftler aus aller Welt treffen sich wieder einmal zu einem Weltklimagipfel - diesmal in Katars Hauptstadt Doha. Bei den Treffen in den vergangenen Jahren war die Ausbeute stets mager geblieben. Auf viel mehr als unverbindliche Erklärungen konnten sich die Regierungen kaum einigen. Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), fürchtet, dass es auch in diesem Jahr so kommt. "Es wird in Doha voraussichtlich leider nicht allzu viel rauskommen", sagte Edenhofer. Die Aussichten für ein Klimaabkommen seien "im Augenblick leider nicht besonders gut".

Edenhofer wies darauf hin, dass die meisten Staaten selbst von den Zusagen zur Reduzierung von Treibhausgasen, die sie nach der Konferenz von Kopenhagen 2009 gegeben hatten, noch weit entfernt seien. "Die globalen Klimaverhandlungen erscheinen momentan leider als diplomatische Sackgasse." Man solle daher die Uno-Klimarahmenkonvention zwar nicht abschaffen, aber daneben "zusätzlich auch andere Wege beschreiten", empfahl Edenhofer.

Hoffnungen setzt der Wirtschafts- und Klimawissenschaftler besonders auf ein "Verlinken der Emissionshandelssysteme", zunächst etwa zwischen Europa und Australien, langfristig vielleicht auch mit China. Auch sei es möglicherweise besser, sich zunächst auf ein globales Ziel für den CO2-Ausstoß zu verständigen und erst danach über ein detailliertes Abkommen zu verhandeln.

Große globale Bedeutung hat aus Sicht Edenhofers die Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Dies sei "im Moment für die Welt mindestens so wichtig wie die Verhandlungen in Doha - weil alle darauf schauen, ob ein Industrieland den Sprung hin zum emissionsarmen Wirtschaften schafft". Erforderlich sei dafür eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. "Die EEG-Umlage ist auf Dauer nicht nachhaltig", sagte Edenhofer. Dies hänge unter anderem damit zusammen, dass es im bisherigen System "zu wenig Wettbewerb um Kostensenkung und um die besten Standorte gibt."

hda/AFP

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Natur
RSS
alles zum Thema Uno-Klimakonferenz in Doha 2012
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
Interaktive Grafik

Interaktive Karte
SPIEGEL ONLINE
Im Überblick: Kipp-Punkte des Weltklimas
Interaktive Grafik