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Klimagipfel in Durban: China zeigt sich kompromissbereit

Das Kyoto-Protokoll wollte China nicht unterzeichnen - doch nun signalisiert das Reich der Mitte Kompromissbereitschaft. Auf dem Uno-Klimagipfel in Durban hat sich das Land zu einem international verbindlichen Klimavertrag bekannt. Dafür stellt es jedoch Forderungen an die Industrieländer.

Klimakonferenz: Bewegung im Reich der Mitte Fotos
AP

Durban - Die heiße Phase des Uno-Klimagipfels in Durban hat begonnen. Immer mehr hochrangige Regierungsvertreter treffen an dem südafrikanischen Tagungsort ein - darunter auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Mit China hat sich nun auch der größte CO2-Emitent der Welt aus der Defensive gewagt - es hat überraschend Kompromissbereitschaft signalisiert.

Grundsätzlich sei Peking zu einem international verbindlichen Klimavertrag bereit, sagte der chinesische Klima-Verhandlungsführer Xie Zhenhua am Montag in Durban. Die chinesische Regierung hat das 2012 auslaufende Kyoto-Abkommen mit dem Verweis auf die Notwendigkeit zu raschem Wirtschaftswachstum nicht unterzeichnet.

Allerdings stellt das Land Bedingungen für ein internationales Klimaschutzabkommen nach 2020. Unter anderem müssten die Industrieländer ihre bislang vereinbarten Klimaschutzziele erreichen. Zudem sei eine finanzielle Hilfe für Länder der Dritten Welt notwendig, damit sie besser mit den Folgen des Klimawandels fertigwerden könnten.

Der CO2-Ausstoß hat 2010 eine neue Rekordhöhe erreicht. Nachdem die weltweite Finanzkrise 2008 und 2009 zu einem Rückgang der Emissionen führte, stieg der Kohlendioxid-Ausstoß im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Nature Climate Change" berichtet. Insgesamt wurden demnach 2010 mehr als zehn Milliarden Tonnen Kohlendioxid freigesetzt.

Deutschland will Kyoto II

Deutschland hofft auf Bewegung in den Klimaverhandlungen im südafrikanischen Durban. Ziel der Konferenz müsse ein Fahrplan für das weitere Vorgehen im Kampf gegen den Klimawandel sein, sagte der deutsche Delegationsleiter, Karsten Sach. Es sei "unlogisch und kaum zu vermitteln", erst 2015 mit den Verhandlungen für den Zeitraum nach 2020 zu beginnen, da der Höhepunkt der weltweiten Emissionen zuvor überschritten sein müsste.

Deutschland macht dies zur Bedingung einer zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls, die insbesondere die Entwicklungs- und Schwellenländer vehement einfordern. "Wir wollen ein umweltintegres Kyoto II in einem Gesamtpaket", bekräftigte Sach. Noch bis Freitag verhandeln Vertreter aus 194 Staaten über wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz.

hda/dpa/dapd

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