Klimagipfel in Paris Unbekannte Weltpolitiker auf Rettungsmission

Die größte Pokerpartie der Welt geht ins Finale: Ab Montag feilschen in Paris Vertreter aller Staaten um einen Welt-Klimavertrag. Der SPIEGEL hat einflussreiche Delegierte ein Jahr begleitet. Sie ringen um jedes Wort - mit erstaunlichem Erfolg.

DER SPIEGEL

Am 30. November beginnt in Paris der entscheidende Uno-Klimagipfel, die "wichtigste Konferenz aller Zeiten". Es geht um nichts weniger als die Zukunft des Planeten Erde.

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Heft 49/2015
Wie der "IS" seinen Krieg nach Europa trägt

Trotz aller Einschränkungen nach den Terroranschlägen ist es eine Konferenz der Superlative: 150 Staats- und Regierungschefs werden zum Auftakt erwartet. Delegierte aus 196 Ländern kommen, 14.000 Vertreter von Umweltverbänden und mehr als 3000 Journalisten.

Was aber wird COP21 bringen, wie der Gipfel in der Sprache der Diplomaten genannt wird? Gelingt der große Wurf - ein internationaler Klimavertrag? Wie will die Weltgemeinschaft heute und künftig Schäden des Klimawandels kompensieren? Wie soll eine weltweite Energiewende gelingen? Wie viel Treibhausgase soll die Menschheit noch ausstoßen?

Karsten Sach, Leiter der Deutschen Delegation auf dem Uno-Klimagipfel: Die Klimaverhandlungen sind sein Lebenswerk - Sach hat großen Einfluss.
Oliver Tjaden / DER SPIEGEL

Karsten Sach, Leiter der Deutschen Delegation auf dem Uno-Klimagipfel: Die Klimaverhandlungen sind sein Lebenswerk - Sach hat großen Einfluss.

Fünf Redakteure von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE haben ein Jahr lang wichtige Akteure bei Klimaverhandlungen begleitet - das Ergebnis der ausgiebigen Recherche können Sie im aktuellen SPIEGEL lesen.

Axel Bojanowski befragte Karsten Sach, den deutschen Chef-Unterhändler, Guido Mingels besuchte den indischen Umweltminister Prakash Javadekar in Neu-Delhi, Hauke Goos beobachtete Seyni Nafo den Sprecher der Afrika-Gruppe, Samiha Shafy reiste nach Washington, um zu beschreiben, welche Argumente Leugner des Klimawandels anführen.

Ullrich Fichtner ließ sich von Laurence Tubiana in Paris erklären, wie man einen solchen Mammutgipfel organisiert - und weshalb sie so sicher ist, dass die Konferenz ein Erfolg wird.

Prakash Javadekar, Umweltminister Indiens: Er bremst und fordert - die alten Industrieländer seien für den Klimawandel verantwortlich.
DER SPIEGEL / Graham Crouch

Prakash Javadekar, Umweltminister Indiens: Er bremst und fordert - die alten Industrieländer seien für den Klimawandel verantwortlich.

Die Delegierten sind zugleich unbekannt und einflussreich: Sie machen Weltpolitik, aber das lieber im Verborgenen. Erfolg können sie nur gemeinsam haben, und doch verfolgen sie alle auch die Interessen ihres Landes. Die unbekannten Weltpolitiker streiten ständig ums Geld, niemand darf Schwäche zeigen - doch triumphieren darf man schon gar nicht.

Die eigentümliche Welt der Klimadiplomaten soll den Klimawandel bändigen. Sie haben das ganze Jahr um jedes Wort und jedes Komma gerungen. Obwohl die Interessen der Staaten oft vollkommen zuwiderlaufen, ist es ihnen gelungen, einen robusten Entwurf für einen Klimavertrag vorzubereiten - ein erstaunlicher Erfolg.

Laurence Tubiana, französische Sonderbotschafterin für den Klimagipfel: "Es ist ein kollektiver Lernprozess der ganzen Welt".
Oliver Tjaden / DER SPIEGEL

Laurence Tubiana, französische Sonderbotschafterin für den Klimagipfel: "Es ist ein kollektiver Lernprozess der ganzen Welt".

Sogar die USA und China sind jetzt an Bord. In Paris wollen sie die Teilung der Welt in Industriestaaten und Entwicklungsländer endgültig beenden.

Doch selbst wenn sie es schaffen, wenn sich die Weltgemeinschaft zu einem Vertrag durchringt: Die bislang vorliegenden Selbstverpflichtungen zum CO2-Ausstoß reichen nicht aus, um die Erwärmung der Erde ausreichend zu bremsen - demnach wird die Menschheit den Treibhausgasausstoß bis 2030 weiter erhöhen.

Die vielen Treffen dieses Jahres haben deutlich gemacht: Selbst für kleine Fortschritte brauchen die Verhandler enorme Ausdauer und ein großes diplomatisches Geschick.

Ob am Ende dann tatsächlich der erhoffte Weltklimavertrag zustande kommt, bleibt trotzdem ungewiss. Klimapolitik, sagt der Sprecher der Afrika-Gruppe, Seyni Nafo, ähnelt einer gewaltigen Denksportaufgabe aus Variablen, Koalitionen, Gegensätzen und Zeitdruck.

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Geplante Selbstverpflichtungen der Staaten

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
jjcamera 28.11.2015
1. Schade...
Das Blöde ist, dass sich das Klima nicht an die Beschlüsse einer Klimakonferenz hält. Es sitzt nicht mit am Verhandlungstisch (die erste Konferenz dieser Art war 1979 in Genf). Vielleicht ist der Mensch doch nicht in der Lage, das Klima zu machen? Wäre ja immerhin möglich.
kritischer-spiegelleser 28.11.2015
2. Seit zig Millionen Jahren ändert sich das Klima
Und jetzt wollen ein paar "Wissenschafter" aus 200 Jahren Klimabeobachtung Schlüsse ziehen. Schon sehr mutig!
tatsache2011 28.11.2015
3. Kohle statt PV in Griechenland
Schön-Reden und Schlecht-Handeln. "Deutschland exportiert auch Kohle-Technik ins Ausland, ja sogar ganze Kohlekraftwerke. Die Unternehmen dürfen sich über tatkräftige Unterstützung der Bundesregierung freuen. Der Duisburger Konzern Hitachi Europe etwa hat von der staatlichen "Kreditanstalt für Wiederaufbau" (KfW) einen Kredit über 730 Millionen Euro erhalten, um im nordgriechischen Kohlerevier "Ptolemaida" ein neues Kraftwerk zu bauen. ... "Ohne die deutsche Hilfe wäre das Projekt nicht zustande gekommen", sagt Prof. Lazaros Tsikritzis von der Technischen Universität Kozani. Der Bergbauingenieur sieht das neue Werk, das 2019 ans Netz gehen soll, kritisch. “Es legt uns über Jahrzehnte auf die Nutzung von Kohlestrom fest”, meint Tsikritzis. Dabei liege es für Griechenland nahe, auf Sonnenenergie zu setzen. Deutschland will am Kohleboom mitverdienen." Zitat 26.11.2015 https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2015/Deutschland-exportiert-Kohlekraftwerke,kohlekraftwerk126.html
Beat Adler 28.11.2015
4. Der Mensch macht das Klima nicht.
Zitat von jjcameraDas Blöde ist, dass sich das Klima nicht an die Beschlüsse einer Klimakonferenz hält. Es sitzt nicht mit am Verhandlungstisch (die erste Konferenz dieser Art war 1979 in Genf). Vielleicht ist der Mensch doch nicht in der Lage, das Klima zu machen? Wäre ja immerhin möglich.
Der Mensch macht das Klima nicht. Das Klima existiert auch ohne Mensch. Was der Mensch macht, ist die Athmosphaere mit CO2 und Methan abfuellen. Das reicht um ein neues Zeitalter zu gestalten: Das Zeitalter des 400 ppm PLUS CO2 Gehalt der Athmosphaere. Wir duerfen alles, was wir in der Schule ueber Eiszeiten und Zwischeneiszeiten gelernt haben ueber Bord werfen. Seit es uns Menschen gibt, also seit etwas ueber 250'000 Jahren war der CO2 Gehalt der Athmosphaere nie weniger wie 220 ppm und nie mehr wie 280 ppm. Das galt bis Ende des 19. Jhd. Willkommen im neuen Menschenzeitalter des 400 PLUS CO2 Gehaltes der Athmosphaere. Klima hin oder her. mfG Beat
litholas 28.11.2015
5.
Zitat von kritischer-spiegelleserUnd jetzt wollen ein paar "Wissenschafter" aus 200 Jahren Klimabeobachtung Schlüsse ziehen. Schon sehr mutig!
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Wissenschaftler ziehen Schlüsse aus dem Absorptions- und Emissionsverhalten von Kohlendioxid. Und 200 Jahre Klimabeobachtung bestätigen diese Schlüsse. Die "Wissenschaftler" versuchen dann, diesen Vorgang verdreht darzustellen und die Erkenntnisse herunterzuspielen.
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