• Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Klimagipfel Kopenhagen steht auf der Kippe

Kopenhagen: Verhandlungen am Scheidepunkt
Fotos
AFP

2. Teil: Afrika und die EU auf derselben Linie

Röttgen versucht derzeit, den Druck auf die USA und China zu erhöhen. Eines der Mittel soll eine Allianz zwischen der EU und den Entwicklungsländern sein. Schützenhilfe kam von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy: Er sagte am Dienstag, dass es seine Übereinkunft zwischen der EU und afrikanischen Ländern über die Höhe der CO2-Reduzierung gebe - ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen. "Afrika und die EU sind auf derselben Linie", sagte Sarkozy nach einem Treffen mit Äthiopiens Premierminister Meles Zenawi, der die afrikanischen Staaten in Kopenhagen vertritt. Auch Zenawi sprach von einer "nahezu totalen Übereinstimmung".

Die derzeit meisten Schwierigkeiten mache die "Bewegungslosigkeit" der USA und Chinas, kritisierte Röttgen. Sie entstehe dadurch, dass die beiden Länder "nicht einen ersten Schritt machen, sondern sich einen maximalen Verhandlungsspielraum erhalten wollen für die letzten ein, zwei Tage oder vielleicht sogar die letzten Stunden". Dennoch äußerte sich Röttgen vorsichtig optimistisch: "Wir sind im Plan, am Freitag zu einem Ergebnis zu kommen."

"Wir arbeiten an der Frontlinie"

Was die Regierungen im Fall eines Scheiterns zu verantworten haben, macht die Amerikanerin Josette Sheeran im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE klar. Sie ist Chefin des Uno-Welternährungsprogramms - und berichtet darüber, wie die Mitarbeiter ihrer Organisation die desaströsen Folgen des Klimawandels auf die Ernährungslage in vielen Staaten mitbekommen. "Wir arbeiten an der Frontlinie, dort wo der Klimawandel die Menschen bereits betrifft."

Bereits jetzt wache jeder sechste Mensch auf der Erde morgens mit dem Gefühl auf, nicht zu wissen, woher die Nahrung des Tages kommen solle. "Ist die Welt vorbereitet für das Maß an Verwundbarkeit, das wir sehen?", fragt Sheeran. "Nein! Brauchen wir mehr Geld für Anpassungsmaßnahmen? Ja! Brauchen wir es umgehend? Ja!"

Die Aufgabe der nächsten Tage ist gigantisch, denn die einzelnen Interessen liegen teils extrem weit auseinander. Ölstaaten etwa bangen um ihre wirtschaftliche Zukunft, kleine Inselstaaten um ihre nackte Existenz. Und jede einzelne der 192 Regierungen, die am Klimagipfel teilnehmen, kann eine Abschlusserklärung torpedieren - dem Einstimmigkeitsprinzip sei Dank. "Das hier ist eine Uno-Konferenz", sagte die dänische Gipfelpräsidentin Connie Hedegaard. "Jeder muss allem zustimmen."

Mit Material von AFP und AP

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 4346 Beiträge
yubi 28.10.2009
Er bringt viel inhaltsloses Geschwätz, vollmundige (und windelweiche) Absichtserklärungen, Forderungen an "die Anderen", endlich auch etwas zu tun (bevor man selber was tut), .... Gut, daß die mal wieder drüber [...]
Er bringt viel inhaltsloses Geschwätz, vollmundige (und windelweiche) Absichtserklärungen, Forderungen an "die Anderen", endlich auch etwas zu tun (bevor man selber was tut), .... Gut, daß die mal wieder drüber gesprochen haben ..... Ausser Spesen wieder nichts gewesen, und .... dann bis zum nächsten mal.
Maschinchen 28.10.2009
Bleiben seitens der EU finanzielle Zusagen für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern weiterhin aus, wird es schwer, diese mit ins Boot zu holen. Meiner Ansicht nach ist es ohnehin utopisch, das Zwei-Grad-Ziel noch zu [...]
Bleiben seitens der EU finanzielle Zusagen für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern weiterhin aus, wird es schwer, diese mit ins Boot zu holen. Meiner Ansicht nach ist es ohnehin utopisch, das Zwei-Grad-Ziel noch zu erreichen. Klimaschützer werden sich zunehmend mit dem ungeliebten Wort adaptation anfreunden müssen.
Edgar 28.10.2009
Wird wohl auf die übliche Verzögerunstaktik hinaus laufen, Aussitzen, bis die Klimahysterie vorbei ist, bis da hin Valium verteilen. Gut so! Wird nämlich trotzdem noch viel zu viel Geld sinnlos verbrannt. Deutschland wird wohl [...]
Wird wohl auf die übliche Verzögerunstaktik hinaus laufen, Aussitzen, bis die Klimahysterie vorbei ist, bis da hin Valium verteilen. Gut so! Wird nämlich trotzdem noch viel zu viel Geld sinnlos verbrannt. Deutschland wird wohl leider wieder als letzter Staat merken, dass die Party vorbei ist, und brav 'Vorbild' spielen.
Internetnutzer 28.10.2009
Alle reisen mit dem Flugzeug an, residieren in klimatisierten Hotels, lssen sich in großen Limousinen zum Tagungsgebaude chaufiieren und reden über CO2 Reuzierung. Bis an die Unterlippe verschuldet wollen sie dann finanzielle [...]
Alle reisen mit dem Flugzeug an, residieren in klimatisierten Hotels, lssen sich in großen Limousinen zum Tagungsgebaude chaufiieren und reden über CO2 Reuzierung. Bis an die Unterlippe verschuldet wollen sie dann finanzielle Zusagen an Drittländer geben? Und an den ganzen Klimaquatsch glauben die meisten sowieso nicht, es ist aber so spekulativ die Welt zu retten, da muß man doch bei sein. Ein Riesenhumbug, wie im alten Rom: Brot und Spiele. Danach: Außer Spesen nichts gewesen. Ich hatte das schon mal gesagt: Wenn die Malediven wirklich etwas für den Klimaschutz tun wollen, dann sollen sie ihren Flughafen dicht machen, das wäre ein echtes Zeichen, daß sie verstanden haben.
Maschinchen 28.10.2009
Nun, was schlagen Sie vor? Anreise im Schlauchboot, Übernachtung auf dem Campingplatz?
Zitat von MoordruideAlle reisen mit dem Flugzeug an, residieren in klimatisierten Hotels, lssen sich in großen Limousinen zum Tagungsgebaude chaufiieren und reden über CO2 Reuzierung.
Nun, was schlagen Sie vor? Anreise im Schlauchboot, Übernachtung auf dem Campingplatz?
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Natur
alles zum Thema Uno-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Multimedia-Special

Weltklimaverhandlungen
Die G-8-Staaten haben sich grundsätzlich zu dem Ziel bekannt, den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Auch die Schwellenländer haben sich dem jetzt angeschlossen. Doch konkrete Vorgaben und Zusagen zur Finanzierung fehlen noch - deshalb könnte es beim bloßen Lippenbekenntnis bleiben.
Wer wie viel CO2 reduzieren will
Die Staaten der Union haben sich verpflichtet, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu drücken. Wenn andere Staaten mitziehen, versprechen die Europäer sogar ein Minus von 30 Prozent. Die Aufteilung der EU-weiten Ziele auf Mitgliedstaaten ("Effort Sharing") wird unter Berücksichtigung der Wirtschaftsleistung pro Kopf und der nationalen Voraussetzungen vorgenommen.

Der lange Weg zum Klimaschutz
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gründen den Weltklimarat (IPCC). Der IPCC selbst betreibt keine Wissenschaft, er sammelt stattdessen Daten zum Klimawandel und entwickelt Strategien zur Anpassung. Das Gremium hat bisher vier sogenannte Sachstandsberichte verfasst, der nächste ist für 2014 geplant. Der IPCC ist nicht direkt in das Klimasystem der Uno eingebunden, liefert aber den wissenschaftlichen Hintergrund für die Verhandlungen.




TOP



TOP