Und so werden die zwei Gipfelwochen von Kopenhagen trotz quälend langer Verhandlungstage am Ende wohl ohne den großen Vertrag enden. Sicher, es wird eine Erklärung verabschiedet werden. Das werden sich schon allein die ambitionierten dänischen Gastgeber nicht nehmen lassen. Klimadiplomaten erhoffen sich, dass die Staaten in einem Abschlussdokument zumindest die entscheidenden Punkte umreißen - und damit den Weg für die weiteren Verhandlungen vorgeben. Und Umweltschützer drücken die Daumen, dass das Dokument mehr bringt als ein Verfahren, das in Fachzirkeln "pledge and review" genannt wird. Dabei machen Staaten von sich aus Vorschläge, wie sie das Weltklima schonen wollen. Und deren Einhaltung würde dann mehr oder minder überprüft.
Für 2010 hat das Uno-Klimasekretariat bereits zwei große Treffen angesetzt, Mitte des Jahres in Bonn und Ende des Jahres in Mexiko. Wenn auch nach dem Gipfel von Kopenhagen noch weiter verhandelt wird, gibt es allerdings ein Problem: Die Gespräche könnten sich - angesichts des scheinbar geringeren öffentlichen Drucks - lange hinziehen. Die sogenannte Doha-Entwicklungsrunde der Welthandelsorganisation ist ein abschreckendes Beispiel. Diese Gespräche zur Liberalisierung des Welthandels liegen fast fünf Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan - ohne Aussicht auf einen baldigen Erfolg.
Zum einen kann sich die Welt solch eine Verschleppung beim drängenden Problem Klimaschutz nicht leisten, zum anderen dürften sich die Einigungschancen mit zunehmender Zeit weiter verringern. Dann, so warnen Klimadiplomaten, nähern sich in den USA bereits wieder die Mid-Term-Elections. Ein vorbehaltloses Eintreten Washingtons für den Schutz des Weltklimas ist unwahrscheinlich, wenn eine baldige Bestrafung durch den Wähler droht.
Deswegen wirbt die dänische Klimaministerin Connie Hedegaard, Präsidentin des Gipfels von Kopenhagen, dafür, das Treffen doch noch zu einem vorbehaltlosen Erfolg zu machen. "Ich kann nicht erkennen, wann wir wieder einen vergleichbaren Druck auf die Regierungen dieser Welt aufbauen können, sich zu einigen." Die Staaten sollten deswegen "sehr, sehr vorsichtig" sein, diese Chance nicht zu nutzen. Es sei unverantwortlich, die aktuelle Bewegung nicht zu nutzen.
US-Präsident Barack Obama, so ist zu hören, hat gerade seine Pläne begraben, nach Kopenhagen zu reisen. Es scheint, dass er nicht mehr an genau diese Bewegung glaubt.
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