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Klimagipfel: Warum Kopenhagen nicht der große Wurf wird

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Klimaverschmutzer Chemiefabrik: "Darauf konzentrieren, was realistisch umsetzbar ist" Zur Großansicht
REUTERS

Klimaverschmutzer Chemiefabrik: "Darauf konzentrieren, was realistisch umsetzbar ist"

Von Euphorie ist wenig zu spüren rund 40 Tage vor dem Klimagipfel in Kopenhagen. Stattdessen bemühen sich die Beteiligten, die Erwartungen herunterzuschrauben. SPIEGEL ONLINE analysiert, warum das Treffen wohl nicht den erhofften Erfolg bringen wird.

Die Welt hat viel Bombast-Rhetorik gehört in den vergangenen Wochen und Monaten. "Das wichtigste internationale Treffen seit dem Zweiten Weltkrieg", hat zum Beispiel der Klimaökonom Nicholas Stern den bevorstehenden Klimagipfel in Kopenhagen genannt. Der Brite hatte vor drei Jahren eine Aufstellung der Kosten des weltweiten Klimawandels vorgelegt. Er warnt nun, die Menschheit laufe Gefahr, ihren "Planeten zu verspielen". Der britische Premier Gordon Brown wählte ähnlich dramatische Worte. "In jeder Ära gibt es nur ein oder zwei Momente, in denen Nationen zusammenkommen und Vereinbarungen treffen, die Geschichte schreiben, weil sie den Gang der Dinge verändern." Kopenhagen müsse solch ein Moment werden.

Doch viele Beteiligte weisen schon darauf hin, dass das Treffen vom 7. bis 18. Dezember wohl nicht der erhoffte große Wurf werden wird. Der Chef des Uno-Klimasekretariats Yvo de Boer warnt, angesichts der knappen Zeit glaube er nicht, dass es den Staats- und Regierungschefs gelingen werde, sich auf einen rechtlich bindenden internationalen Vertrag zu einigen. Vor dem Gipfel von Kopenhagen gibt es gerade noch ein Vorbereitungstreffen in Barcelona. "Wir müssen uns darauf konzentrieren, was realistisch umsetzbar ist", sagt de Boer - und hängt damit die Latte bewusst niedrig.

Sein Chef, Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon, erklärt: "Wir werden unser bestes geben und versuchen, ein substantielles Abkommen zu erreichen." Euphorie, das bemerkt man sofort, klingt anders. Eigentlich hatte Ban die Klimaverhandlungen zu seiner Top-Priorität gemacht. Nun muss er aber erkennen, dass ein schneller Durchbruch vorerst nicht machbar sein dürfte. Vorsichtshalber lässt er seinen Klimaberater Janos Pasztor schon einmal die Nachricht streuen, nach dem Kopenhagener Gipfel seien weitere Verhandlungsrunden nötig. Auch Schwedens Klimaschutz-Sonderbeauftragter Lars-Erik Liljelund, dessen Land beim Gipfel in Kopenhagen die Europäische Union vertreten wird, warnte im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE: " Sicher wird Kopenhagen aber nicht das Ende des Weges sein."

Drei Punkte könnten für einen möglichen Misserfolg ausschlaggebend sein:

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Forum - Was bringt der Klimagipfel in Kopenhagen?
insgesamt 4342 Beiträge
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1. Was bringt der Klimagipfel?
yubi 28.10.2009
Er bringt viel inhaltsloses Geschwätz, vollmundige (und windelweiche) Absichtserklärungen, Forderungen an "die Anderen", endlich auch etwas zu tun (bevor man selber was tut), .... Gut, daß die mal wieder drüber gesprochen haben ..... Ausser Spesen wieder nichts gewesen, und .... dann bis zum nächsten mal.
2.
Maschinchen, 28.10.2009
Bleiben seitens der EU finanzielle Zusagen für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern weiterhin aus, wird es schwer, diese mit ins Boot zu holen. Meiner Ansicht nach ist es ohnehin utopisch, das Zwei-Grad-Ziel noch zu erreichen. Klimaschützer werden sich zunehmend mit dem ungeliebten Wort adaptation anfreunden müssen.
3.
Edgar, 28.10.2009
Wird wohl auf die übliche Verzögerunstaktik hinaus laufen, Aussitzen, bis die Klimahysterie vorbei ist, bis da hin Valium verteilen. Gut so! Wird nämlich trotzdem noch viel zu viel Geld sinnlos verbrannt. Deutschland wird wohl leider wieder als letzter Staat merken, dass die Party vorbei ist, und brav 'Vorbild' spielen.
4. Atomkraft
Internetnutzer 28.10.2009
Alle reisen mit dem Flugzeug an, residieren in klimatisierten Hotels, lssen sich in großen Limousinen zum Tagungsgebaude chaufiieren und reden über CO2 Reuzierung. Bis an die Unterlippe verschuldet wollen sie dann finanzielle Zusagen an Drittländer geben? Und an den ganzen Klimaquatsch glauben die meisten sowieso nicht, es ist aber so spekulativ die Welt zu retten, da muß man doch bei sein. Ein Riesenhumbug, wie im alten Rom: Brot und Spiele. Danach: Außer Spesen nichts gewesen. Ich hatte das schon mal gesagt: Wenn die Malediven wirklich etwas für den Klimaschutz tun wollen, dann sollen sie ihren Flughafen dicht machen, das wäre ein echtes Zeichen, daß sie verstanden haben.
5.
Maschinchen, 28.10.2009
Zitat von InternetnutzerAlle reisen mit dem Flugzeug an, residieren in klimatisierten Hotels, lssen sich in großen Limousinen zum Tagungsgebaude chaufiieren und reden über CO2 Reuzierung. Bis an die Unterlippe verschuldet wollen sie dann finanzielle Zusagen an Drittländer geben? Und an den ganzen Klimaquatsch glauben die meisten sowieso nicht, es ist aber so spekulativ die Welt zu retten, da muß man doch bei sein. Ein Riesenhumbug, wie im alten Rom: Brot und Spiele. Danach: Außer Spesen nichts gewesen. Ich hatte das schon mal gesagt: Wenn die Malediven wirklich etwas für den Klimaschutz tun wollen, dann sollen sie ihren Flughafen dicht machen, das wäre ein echtes Zeichen, daß sie verstanden haben.
Nun, was schlagen Sie vor? Anreise im Schlauchboot, Übernachtung auf dem Campingplatz?
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Wer wie viel CO2 reduzieren will
EU
Die Staaten der Union haben sich verpflichtet, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu drücken. Wenn andere Staaten mitziehen, versprechen die Europäer sogar ein Minus von 30 Prozent. Die Aufteilung der EU-weiten Ziele auf Mitgliedstaaten ("Effort Sharing") wird unter Berücksichtigung der Wirtschaftsleistung pro Kopf und der nationalen Voraussetzungen vorgenommen.
USA
Die USA planen bis 2020 eine Verminderung um 17 Prozent, allerdings bezogen auf das Basisjahr 2005. Verglichen mit 1990 bedeutet das nach Berechnungen der Bundesregierung nur ein Minus von rund sechs Prozent. Der Senat muss dem Gesetz noch zustimmen.
Japan
Das Land hat zugesagt, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um mindestens 15 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2005 zu reduzieren. Das soll unter anderem durch den Bau neuer Kernkraftwerke geschehen. Umweltschützer kritisieren, dass sich bezogen auf das Basisjahr 1990 nur eine Reduktion um acht oder neun Prozent ergibt - und Japan bereits sechs Prozent Reduktion nach dem Kyoto-Protokoll zugesagt hat.
China
Peking will bisher keine bindenden CO2-Reduktionsziele akzeptieren.
Indien
Auch Indien hat mehrfach klargemacht, dass sich das Land formalen Reduktionsverpflichtungen definitiv verweigern will.
Australien
Das Land arbeitet seine Reduktionsverpflichtungen derzeit noch aus. Diskutiert werden Vorschläge der Regierung, bis zum Jahr 2020 den CO2-Ausstoß um fünf Prozent im Vergleich zum Jahr 2000 zu verringern. Wenn andere Staaten sich ebenfalls zu Reduktionen verpflichten, ist ein Minus von 15 Prozent für denselben Zeitraum in Aussicht gestellt.

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