Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Klimakonferenz auf Bali: Gabriel setzt Bush unter Druck

Deutliche Worte auf Bali: Wenn bei der Weltklimakonferenz keine klaren Zielvorgaben beschlossen werden, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, werde die EU das von US-Präsident Bush organisierte Treffen der größten Verschmutzerstaaten boykottieren. Doch die USA blockieren nach wie vor.

Nusa Dua - Im Streit über künftige Klimaziele setzt die Europäische Union die USA unter Druck. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte am Donnerstag auf Bali: "Kein Ergebnis in Bali heißt kein Major Economies Meeting". Auf Hawaii ist ein Treffen der 20 Länder mit den größten Treibhausgas-Emissionen geplant.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Ich wüsste nicht, was man da bereden sollte ohne Zielvorgabe."
REUTERS

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Ich wüsste nicht, was man da bereden sollte ohne Zielvorgabe."

Gabriel sagte weiter: "Es gibt eine klare Positionierung der Europäischen Union. Ich wüsste auch nicht, was man da bereden sollte ohne Zielvorgabe." Deutschland und die EU fordern, im Schlussdokument von Bali ein Bekenntnis der Industriestaaten, ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent zu reduzieren. Die USA und einige andere Staaten lehnen diese Zielvorgabe strikt ab.

"Ich glaube einfach, dass wir hier noch nicht mutig genug sind", kritisierte Gabriel die Haltung der USA und der Entwicklungsländer. Er pochte weiter auf die Festschreibung konkreter Reduktionsziele auf Grundlage des Uno-Klimareports.

Gabriel sagte, es reiche nicht aus, lediglich ein weiteres Treffen in einem Jahr zu beschließen. "Die USA müssten akzeptieren, dass man sich ein Ziel setzen muss, um überhaupt zu überprüfen, ob die Instrumente reichen", sagte er. Gabriel hoffte, dass bis 2020 in den Industriestaaten die konkrete Reduktion der Treibhausgase um 25 bis 40 Prozent erreicht wird. "Wenn wir das nicht schaffen, dann wird das Leben auf der Erde für unsere Kinder und Enkel relativ gefährlich", warnte er.

Gabriel brachte erneut den Kompromissvorschlag ins Spiel, statt der Zahlen einen Verweis auf den IPCC-Bericht aufzunehmen, aus dem die Zielvorgabe stammt. Auch dies lehnt die US-Delegation aber ab, wie der Umweltminister nach einem Gespräch mit den US-Unterhändlern berichtete.

Er deutete an, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Telefonaten mit anderen Regierungschefs in die Verhandlungen einbringen könnte. Über diese Möglichkeit habe er mit Merkel gesprochen, und er wolle dies "heute fester machen". "Es wäre zu überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, zumindest mit einem der großen Elefanten, die hier im Raum stehen, zu reden", sagte Gabriel. Genauer wollte er sich nicht äußern.

Gleichzeitig machte der Minister auch deutlich, dass die EU dem Bali-Schlussdokument auch zustimmen werde, wenn sie sich in der Frage der Ziele nicht durchsetze und nur Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen gestartet würden. Er fände dies allerdings zu wenig und werde dann das Dokument nicht öffentlich verteidigen, sagte der Minister.

lub/AP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: